Helgoland in Piratenhand
Young Panda-Camp auf der Nordseeinsel
Vom 13.07. bis zum 17.07.08 hatten wir – 29 Young Pandas und vier Betreuer – die alte Pirateninsel Helgoland in unserer Hand. Schon die Überfahrt auf die Insel, die mitten in der Nordsee liegt, war aufregend. Wellen brachen sich am Bug unseres Schiffes und die Gischt spritzte hoch bis in unsere Gesichter.
Vor Helgoland mussten wir in kleine wacklige Boote umsteigen, bevor wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Zum Glück wurde niemand seekrank! Nachdem wir unser Lager in der Jugendherberge aufgeschlagen hatten, machten wir uns zu einem ersten Erkundungsrundgang auf. Wir stiegen die steilste Treppe der ganzen Insel hoch und kämpften uns gegen den Wind bis zur Langen Anna und dem Lummenfelsen vor. Die Lange Anna ist der berühmte Felsturm, der umzufallen droht, weil sein Gestein langsam verwittert.
Wir konnten sehen, wie die riesigen Basstölpel ihre Brutplätze anflogen und wie die Trottellummen auf ihre Jungen aufpassen, damit die Möwen sie nicht rauben. Die Möwen auf Helgoland sind die Piraten der Lüfte. So manches Brötchen und einige Eiswaffeln landeten in den Schnäbeln der frechen Vögel.
Am zweiten Tag ging es zu den Seehunden und Kegelrobben. Wir konnten es kaum erwarten und beeilten uns auf die Minifähre zu kommen, die den ganzen Tag zwischen Helgoland und der Düne pendelt. Ein Seehundjäger erzählte uns eine Menge über die Meeressäuger. Wir wollten wissen, warum der Mann sich Seehundjäger nennt. Der Grund ist: Früher wurden Seehunde und Kegelrobben bejagt. Inzwischen kümmern sich die Seehundjäger um kranke und schwache Tiere, jagen tun sie schon lange nicht mehr.
Baden wo die Robben schwimmen
Und da waren sie auch schon zu sehen: Die kleinen Seehunde und die riesigen Kegelrobben lagen Seite an Seite am Strand und ließen sich von unserem Schiff nicht stören. Einige von uns machten Fotos, andere beobachteten die Tiere durchs Fernglas. Die Sonne brannte auch uns auf den Pelz und wir freuten uns auf ein Bad in der eiskalten Nordsee. Wir warfen uns in die Wellen und tobten herum, als plötzlich zwei Kegelrobben neben uns auftauchten. Die zwei neugierigen Tiere kamen ganz nah heran und schienen sich einen Spaß daraus zu machen, immer wieder da aufzutauchen, wo wir sie nicht erwarteten.
Nach dem Besuch bei den Robben haben wir einen alten Meeresbiologen getroffen, der uns gezeigt hat, wie man mikroskopiert. Wir konnten sehen, welche merkwürdigen Mini-Tierchen in ein paar Tropfen Wasser leben. Und wir waren im Aquarium und konnten die Fische und Krebse sehen, die in der Nordsee leben.
Da auch Forscher Sport machen wollen, haben wir Fußball und Völkerball gespielt und sind Trampolin gesprungen. Abends haben wir Stockbrot überm Lagerfeuer gebacken. Gar nicht so einfach, lange Stöcke auf einer Insel aufzutreiben.
Am nächsten Morgen ging es ins James Krüss-Museum, wo uns eine Frau aus einem seiner Kinderbücher vorgelesen hat. Am Nachmittag sind wir dann ins nächste Museum: Beim Verein Jordsand erzählten uns zwei Männer etwas über die Tierwelt Helgolands. Ausgestopfte Vögel, Krebse und Fische waren so aufgebaut, dass es aussah, als würden sie noch nisten, jagen oder schlafen. Puh, das waren Informationen satt!
Satt waren wir auch am Abend. Wir haben im Regen gegrillt und mussten mit den fertigen Würstchen in die Jugendherberge rennen.
Am vorletzten Morgen haben wir unsere Piraten-Kräfte bei einer Strandolympiade gemessen. Dabei ging es nicht nur darum, besonders schnell zu sein, sondern auch darum zusammen eine Aufgabe zu lösen und die schönste Sandburg zu bauen. Abends haben wir den Inselbewohnern gezeigt, wie Young Pandas tanzen. Die halbe Insel hat gezittert!
Und dann war er auch schon da: der letzte Tag. Wir haben noch den großen Piratenschatz gefunden und gehoben, bevor wir unser großes Boot bestiegen und wieder zurück ans Festland steuerten. Klare Sache: Nächstes Jahr werden wir wieder die Insel kapern!

