Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Regenwald als in Amazonien, das ist die Region um den Amazonas-Fluss herum. Sie ist 20-mal so groß wie Deutschland, das sind rund 6,9 Millionen Quadratkilometer. Dort wurden bislang rund 40.000 Pflanzenarten, 427 Säugetierspezies, 1.294 Vogel- und etwa 3.000 Fischarten entdeckt insgesamt ein Zehntel aller auf der Welt lebenden Arten. Dabei sind viele Gebiete noch nahezu unerforscht. Dem berühmten Naturforscher Henry Bates gelang es, in einem Umkreis von einer Stunde Fußweg um seine Forschungsstation am Amazonas 700 Schmetterlinge einzufangen. Jedes Tier gehörte einer eigenen Art an. Allein im brasilianischen Amazonasgebiet sind heute mehr als 1.800 Schmetterlingsarten bekannt. Das entspricht etwa einem Viertel aller Schmetterlingsarten auf der ganzen Welt. Von den 10 Staaten auf der Erde mit der reichsten Tier- und Pflanzenwelt liegen fünf Länder im Amazonasbecken: Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien. Ein Forscherteam fand außerdem auf nur einem einzigen Baum im Amazonas-Urwald 95 unterschiedliche Ameisenarten. Eine wirklich unglaubliche Artenvielfalt!
Amazonien erstreckt sich über neun Länder: Brasilien, Surinam, Guyana, Französisch Guyana, Venezuela, Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien. Im Amazonas-Gebiet lebt im Schnitt nur ein Mensch pro Quadratkilometer; zum Vergleich: In Deutschland sind es 231 Einwohner pro Quadratkilometer. Trotzdem leben etwa 390 verschiedene Völker in Amazonien, häufig noch traditionell. Sie sprechen mehr als 280 verschiedene Sprachen.
Der Amazonas ist außerdem der wasserreichste Fluss der Erde. Misst man die Länge des Amazonas bis zu seiner entferntesten Quelle oben im Anden-Gebirge, erreicht er unglaubliche 6.788 Kilometer. Über eine Strecke von gut 2.000 Kilometer ist der Hauptlauf durchschnittlich fünf Kilometer breit. Bei Hochwasser dehnt sich der Fluss auf bis zu unglaubliche 120 Kilometer aus. Der Amazonas hat super viele Nebenflüsse, insgesamt 1.100! Über 3.000 Fischarten leben darin, darunter auch der bis zu 2,50 Meter lange Arapaima oder der Amazonas-Flussdelfin. In dieser halb versunkenen Welt müssen sich die Pflanzen den Überschwemmungszeiten anpassen, um überleben zu können. An den sumpfigen Ufern stehen Bäume deshalb auf Wurzeln, die sich wie Stelzen über die Wasseroberfläche erheben.
Der WWF hat zusammen mit der brasilianischen Regierung, anderen Naturschutzorganisationen, den Ureinwohnern und Bauern eine große Rettungsinitiative für den Amazonas-Regenwald gestartet. Bis 2012 wollen wir so 500.000 Quadratkilometer des brasilianischen Amazonasregenwaldes unter dauerhaften Schutz stellen das ist eine Fläche so groß wie Spanien.