Diese Aliens sind schon da

Welche eingeschleppte Arten kennst du schon?

Harlekinkäfer oder Asiatischer Marienkäfer

Größe: bis zu 8 Millimeter lang.
Herkunft:
Japan und China.
In Deutschland seit 2002.

Besonderheit: Unseren Marienkäfer-Arten mit meist 7 Punkten sieht er ziemlich ähnlich. Allerdings hat der Harlekin bis zu 19 Punkte und kann von rot über orange bis gelblich sein.

Harlekinkäfer wurden in den achtziger Jahren aus Asien eingeführt, um sie in Gewächshäusern und Plantagen gezielt gegen Blattläuse einzusetzen. Sie sind nämlich besonders gefräßig.

Gefahr: Doch die Harlekinkäfer büxten aus und vermehrten sich in der freien Natur – massenhaft. Weil sie viel robuster sind als die Marienkäfer – und keine natürlichen Feinde haben.

Die Harlekine besitzen außerdem in ihrem Körper winzig kleine Schmarotzer-Lebewesen, die von den Nährstoffen der Harlekine leben, ihnen aber nicht schaden. Wohl aber den heimischen Marienkäfern: Kommen diese zum Beispiel durch Käfereier mit den Winzlingen in Kontakt, sterben sie.

Waschbär

Größe: mit Schwanz bis zu 1,10 Meter lang.
Herkunft: Nordamerika.
In Deutschland im 19. Jahrhundert in Pelzfarmen eingeführt.

Besonderheit: Im Jahr 1934 wurden zwei Pärchen am nordhessischen Edersee gezielt ausgesetzt. Von dort breitet sich der Allesfresser seither immer weiter aus.

Gefahr: Nur gering. Aber Waschbären sorgen für Ärger: Immer mehr Tiere durchwühlen Mülltonnen vieler Städte, dringen in Häuser ein und verwüsten Keller und Dachböden.

Bisamratte

Größe: mit Schwanz bis zu 57 Zentimeter lang.
Herkunft: Nordamerika.
In Deutschland 1905 von Jägern eingeführt.

Besonderheit: Bisamratten fressen mit Vorliebe Wasserpflanzen und sorgen so für freie Wasserflächen, auf denen sich dann wiederum Wasservögel niederlassen können.

Gefahr: Sie buddeln sich gerne ins Erdreich ein und zerstören dabei auch Schutzdämme gegen Hochwasser.

Marderhund

Größe: mit Schwanz bis zu 90 Zentimeter lang.
Herkunft: Ostasien. In der Ukraine als Pelztier ausgesetzt, von dort eingewandert.
In Deutschland seit 1962.

Besonderheit: Lebt in gewässerreichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs zu Zehntausenden.

Gefahr: Er frisst Jungvögel und Eier von am Boden brütenden Vögeln.

Nordamerikanischer Ochsenfrosch

Größe: bis zu 20 Zentimeter.
Herkunft: Nordamerika.
In Deutschland 1934 eingeführt, um ihn als Delikatesse zu züchten. In den achtziger Jahren als Zierfrosch für den Garten verbreitet.

Besonderheit: Wird bis zu einem Kilogramm schwer.

Gefahr: Ochsenfrösche vermehren sich stark und fressen alles, was ihren Weg kreuzt – Insekten, Fische, Krebse, kleinere Frösche und sogar Entenküken.

Halsbandsittich

Größe: mit Schwanz bis zu 43 Zentimeter groß.
Herkunft: Afrika, Asien.
In Deutschland seit 1969 durch ausgeflogene und ausgesetzte Käfigtiere.

Besonderheit: Alexander der Große brachte ihn vor mehr als 2.300 Jahren aus Asien nach Griechenland, daher heißt er auch „Kleiner Alexandersittich“.

Gefahr: Er pickt gerne Löcher in wärmedämmende Styroporschichten von Hausfassaden, um dort zu nisten.

Chinesische Wollhandkrabbe

Größe: bis zu 30 Zentimeter mit Beinen.
Herkunft: Ostchina.
In Deutschland seit 1912, durch Ballastwasser von Schiffen eingeschleppt.

Besonderheit: Die Krabbe passt sich leicht an Veränderungen des Salzgehalts und der Temperatur an und kann sich daher schnell ausbreiten.

Gefahr: Sie gräbt gern Gänge und kann dadurch Dämme und andere Uferbefestigungen zerstören.

Riesenbärenklau

Größe: bis zu vier Meter hoch.
Herkunft: Kaukasus.
In Deutschland seit rund 100 Jahren, eingeführt als Gartenpflanze.

Besonderheit: Sieht imposant aus mit großen fiedrigen Blättern und  riesiger schirmartiger Blüte, produziert tausende von Samen.

Gefahr: Der Riesenbärenklau verdrängt vor allem an Flussufern und Waldrändern kilometerweit einheimische Pflanzen. Außerdem hat der Riesenbärenklau, ähnlich wie die Brennnessel, feine Haare auf Blättern und Stängeln, die bei der kleinsten Berührung abbrechen. Dann schießt sofort der Pflanzensaft auf die Haut. Der entfaltet seine giftige Wirkung besonders, wenn die Sonne anschließend auf die Haut scheint. So entstehen rote, schmerzhafte Flecken und Blasen. Also nicht anfassen!

Drüsiges Springkraut

Größe: bis zu 2 Meter hoch.
Herkunft: Indien.
In Deutschland seit 1920, als Zierpflanze eingeführt.

Besonderheit: Jede Pflanze kann mehr als 2.000 Samen produzieren – und bis zu sieben Meter weit schleudern. Diese können bis zu 5 Jahre im Boden überleben, bis sie keimen. Schon bei leichter Berührung springen die Samenkapseln auf.

Gefahr: Als schnell wachsende Pflanze kann das Springkraut leicht einheimische Pflanzenarten überwuchern.

Asiatische Tigermücke

Größe: bis zu 10 Millimeter lang.
Herkunft: Südostasien.
In Deutschland seit 2007, unbeabsichtigt eingeschleppt.

Besonderheit: Wissenschaftler befürchten, dass die Mücke, die in warmen Gegenden zu Hause ist, sich mit der Klimaerwärmung auch bei uns ansiedeln könnte.

Gefahr: Die Weibchen saugen Blut und übertragen dabei in ihrer asiatischen Heimat Krankheiten wie das Dengue-Fieber. Bei uns aber noch nicht.

Wanderratte

Größe: bis zu 52 Zentimeter mit Schwanz.
Herkunft: Zentralchina.
In Deutschland seit dem Mittelalter, eingeschleppt.

Besonderheit: Sie brachte in ihrem Fell den Pestfloh mit. Der sprang auf den Menschen über und infizierte ihn mit dem Pestbakterium. An der Pest starben im Mittelalter viele Millionen Menschen.

Gefahr: Auch heute übertragen Wanderratten Keime und Krankheiten.

Alte Aliens

Bereits seit etwa 7.000 Jahren transportiert der Mensch Pflanzen- und Tierarten in für sie fremde Regionen. So brachten die Römer zum Beispiel vor rund 2.000 Jahren auch die Walnuss oder die Esskastanie ins heutige Deutschland.

Wurden sie vor dem Jahr 1492 verschleppt, nennen Biologen sie Archäobiota. Zu ihnen gehören zum Beispiel Knoblauch, Salbei, Kresse, Pflaume, Pfirsich, Aprikose, Gerste – und bei den Tieren Fasan, Hauskatze oder Karpfen.

Alle nach 1492 verschleppten und eingeführten Arten heißen Neobiota. Warum 1492? Da entdeckte Christoph Kolumbus Amerika. Und brachte so manche exotischen Pflanzen mit nach Europa – wie die Kartoffel. Kannst du dir ein Woche ohne Pommes oder Bratkartoffeln vorstellen? Du siehst, es gibt ganz auch ziemlich nützliche Aliens!

Mehr über Alien-Arten allgemein erfährst du hier.