Bachbewohner:

Wo sie leben, ist das Wasser sauber

Bäche verbinden ganz verschiedene Lebensräume miteinander und beherbergen in Deutschland mehr als 2.000 Tierarten – allein im Wasser!

Bachforellen werden bis zu 40 Zentimeter lang und bis zu neun Kilogramm schwer. Ihr lang gestreckter Körper besitzt eine Art „Leopardenmuster“. Das große Gebiss mit spitzen Zähnen verrät: Sie ernähren sich vor allem von kleineren Fischen und Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen. Bachforellen brauchen zum Ablegen ihres Laichs ein Kiesbett, in das sie mit ihrem Schwanz kleine Gruben „wedeln“.

Die bis 20 Zentimeter lange Groppe ist ein Fisch mit großem Kopf und breitem Maul. Mit ihren großen, gefächerten Brustflossen schiebt sie sich ruckartig über den Bachboden. Groppen verstecken sich tagsüber meist unter überhängenden Steinen oder Wurzeln. Erst nachts gehen sie auf Jagd nach Insektenlarven oder Kleinkrebsen.

Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel bei uns, der tauchen und schwimmen kann. Sie kann bis zu 1,50 Meter tief schwimmen und bis zu einer halben Minute unter Wasser bleiben. Wasseramseln fressen hauptsächlich Larven verschiedener Wasserinsekten. Ihr Gefieder ist sehr dicht und fest. Aus ihrer Bürzeldrüse scheidet die Amsel einen Wasser abweisenden, wachsartigen Stoff aus, mit der sie ihre Federn imprägniert. Außerdem kann sie ihre Nase und Ohren verschließen. Die Wasseramsel wird bis zu 18 Zentimeter groß.

Biber stauen gerne Bäche auf – mit bis zu 50 Zentimeter dicken Baumstämmen, die sie mit ihren Zähnen abgenagt und gefällt haben. So entstehen kleine Seen für ihre Familie in der Biberburg. In dem See siedeln wiederum Wasserpflanzen, die sie gerne essen. Biber können bis zu 20 Minuten lang tauchen. ;ehr über sie erfährst du hier.

Fischotter jagen gerne entlang größerer Bäche Fische, Frösche oder Flusskrebse. Sie können bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben. Mehr über Fischotter liest du hier.

Laubfrösche und Gelbbauchunken legen ihren Laich gerne an der Unterseite von Grashalmen ab, die unter Wasser liegen. Mehr über Frösche und Kröten liest du hier.

Steinfliegenlarven haben einen bräunlichen, abgeflachten Körper, um einfacher unter Steine in schnell fließenden Bächen kriechen zu können. Sie haben lange Antennen, drei Beinpaare und zwei lange, fadenförmige Schwanzanhänge. Meist kann man sie unter Steinen oder an unter Wasser hängenden Blättern oder Wurzeln finden. Die meisten Arten ernähren sich von Algen und Moosen, andere jagen Larven anderer Insekten.

In der geheimnisvolle Flussperlmuschel können wirklich Perlen wachsen. Vor 600 Jahren wurde der Raub von Flussperlmuscheln mit dem Tode bestraft. Heute sind sie superselten und in Europa vom Aussterben bedroht, weil viele Bäche verschmutzt oder begradigt wurden. Deshalb werden sie gezielt in manchen kalkarmen Bächen wieder angesiedelt, wo sie sich am wohlsten fühlen. Und wo es Bachforellen gibt.

Denn Flussperlmuscheln vermehren sich sehr merkwürdig: Ihre millimetergroßen Larven müssen eine Bachforelle finden und sich an deren Kiemen festsetzen. Nur dort entwickeln sie sich zu Jungmuscheln und fallen im folgenden Sommer von der Bachforelle ab.

Dummerweise haben Angler in manchen Bächen Regenbogenforellen aus Amerika ausgesetzt. Die verdrängen die Bachforellen. Und damit auch die Flussperlmuscheln. Denn ihre Larven mögen nur Bachforellen als Wirtstier. Mehr über die Flussperlmuschel liest du hier.

Der Flutende Hahnenfuß, eine Pflanze, wächst fast komplett unter Wasser auf kiesigem Grund. Einzelne Stängel können fünf bis sechs Meter lang werden! Nur zur Fortpflanzung reckt er Triebe über die Wasseroberfläche, damit Insekten seine weißen Blüten bestäuben. Er verbreitet sich aber auch durch Ableger, aus denen neue Wurzeln sprießen. Die bilden große grüne „Abdeckplanen“ auf dem Wasser, unter denen sich Jungfische prima vor Räubern verstecken können.

Mehr über Bäche erfährst du hier:

Wie Bäche funktionieren

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Du möchtest den Bachbewohnern helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!