Bartgeier

Gesundheitspolizei der Berge

Von den Bartgeiern® erzählte man sich früher in den Alpen viele Märchen: „Die stürzen sich auf Lämmer! Die treiben unsere Rinder in den Abgrund! Die greifen mit ihren Riesenklauen nach kleinen Kindern und tragen sie weg!!!“ Natürlich alles Riesengeierquatsch, aber es führte dazu, dass die Vögel abgeschossen wurden. Bis es keinen mehr in Freiheit gab. Nur noch in Zoos.

Inzwischen wissen wir: Bartgeier bedrohen weder Kinder noch Weidevieh. Im Gegenteil: Als Aasfresser sind sie wichtige Resteverwerter in der Nahrungskette – und damit die Gesundheitspolizei der Berge. Die Riesenvögel bevorzugen die Knochen der Kadaver.

Heute gibt es in den Alpen wieder etwa 150 Bartgeier. Weil vor über 20 Jahren die ersten Vögel aus Zoos in die Freiheit entlassen wurden. Der WWF hatte die Idee und hat das Projekt mit vielen Partnern gemeinsam durchgeführt. Was oft nicht funktioniert, klappte hier: Die Bartgeier fanden sich in der Wildnis zurecht und bekamen Nachwuchs. Weitere Tiere wurden ausgewildert, außerdem überwacht.

Wie Calce und Romares im Sommer 2007: Die beiden jungen Geier, wurden im Nationalpark Hohe Tauern ausgewildert. Obwohl sie in einer Zuchtstation aufgezogen wurden, hatten sie kaum Kontakt mit Menschen. Sie sollten sich nicht an uns gewöhnen, sondern selbstständig und vorsichtig sein, sobald sie frei waren! Sie bekamen einen Ring an den Fuß und gebleichte Schwung- oder Schwanzfedern, um sie wieder erkennen zu können.

Heute kreisen sie über den Alpenbergen. Und werden beobachtet: Von Förstern, Hirten, Hüttenwirten oder Wanderern. Wer einen Bartgeier sieht, meldet das mit kurzer Beschreibung (wann, wo und wie sah er aus?) telefonisch oder per Postkarte bei einer Bartgeiermeldestelle.

 

Erkennungszeichen Bart

Der Bartgeier hat mit ausgebreiteten Flügeln eine Spannweite von fast drei Metern, sein Körper ist bis zu 1,25 Meter lang. Seine Gefiederoberseite ist grauschwarz, Kopf, Hals und Körperunterseite sind weiß bis rostrot.

Sein „Bart“ besteht aus borstenartigen schwarzen Federn, die ihm über dem Schnabel hängen. Er hat einen roten Ring um die Augen: Der zeigt an, wie der Vogel drauf ist. Wenn er sich aufregt, fängt das Rot an zu leuchten!

Knochenschlucker

Einen Rinderwirbel etwa kann der Bartgeier in einem Happen verschlucken. Noch größere Knochen lässt er aus bis zu 80 Metern Höhe gezielt auf eine Felsplatte fallen, wo sie in schnabelgerechte Portionen zersplittern. Clever!

Du möchtest dem Bartgeier helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!