Biber

bauen Burgen

Willkommen bei den Baumeistern: Biber graben ihre Wohnbauten in steilen Böschungen von Bächen, Flüssen und Weihern. Sind die Ufer flach, dann errichten sie im seichten Wasser oder direkt am Ufer wahre Burgen aus Ästen, Schilf und Schlamm.

Biberburgen sind bis zu 60 Zentimeter hoch, haben einen Durchmesser bis zu 1,20 Meter und werden mit abgenagten Holzspänen ausgepolstert. Diese Behausungen liegen knapp über dem Wasserspiegel, um sie trocken zu halten.

Der Eingang zu diesen Höhlen liegt jedoch immer unter Wasser. Um den Wasserspiegel in Bächen und Flüssen gleichmäßig hoch zu halten, errichten die Biber Dämme aus Zweigen und Ästen, Baumstämmen und Steinen. Das Baumaterial holen sie sich aus den Auenwäldern entlang der Ufer – mit ihren Zähnen und ihren Vorderfüßen, mit denen sie wie mit Händen greifen können.

Die Biber gehören zu den Säugetieren, genauer zur Ordnung der Nagetiere. Es gibt zwei Arten: den Europäischen Biber, der bis zu einen Meter lang und etwa 25 Kilogramm schwer wird, und den etwas größeren Kanadischen Biber mit bis zu 1,40 Meter Länge und 35 Kilogramm Gewicht (etwas so viel ein 12-jähriges Kind). Beide können in freier Wildbahn bis zu 20 Jahre alt werden.

Die Nagezähne des Bibers – sie sitzen vorne wie deine Schneidezähne – sind bis zu 3,5 Zentimeter lang und 8 Millimeter breit. Im Zahnschmelz ist Eisen enthalten, das die Zähne nicht nur besonders hart macht, sondern auch orange rot färbt. Diese Nagezähne sind das Hauptwerkzeug des Bibers: Er fällt damit bis zu einen Meter dicke Baumstämme. Glücklicherweise wachsen die Zähne stetig nach.

Sein Schwanz ist haarlos, geschuppt, etwa handtellerbreit und bis zu 35 Zentimeter lang. Der Biber benutzt ihn als Fettspeicher und im Wasser als Ruder. Wenn er mit dem Schwanz laut auf das Wasser klatscht, warnt er damit seine Familie vor Feinden.

Biber fressen im Sommer vorwiegend Kräuter, auch Seerosen oder Ackerfrüchte wie den Mais. Im Winter leben sie von Zweigen und Baumrinde. Diese holen sie sich von den Baumstämmen, die sie im Herbst gefällt und vor dem Eingang ihres Baus gelagert haben.

Biber bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu. Sie paaren sich von Dezember bis April unter Wasser. Nach gut 100 Tagen kommen dann ein bis 5 Junge zur Welt. Sie sind bereits behaart, haben die Augen offen und können sofort schwimmen!

Fast ausgerottet – heute geschützt

Der Biber wurde wegen seines Pelzes, seines Fleisches und seines Drüsensekrets sehr stark gejagt. Außerdem hat sich sein Lebensraum immer mehr verkleinert, weil Auenwälder gerodet und immer mehr Ackerbau betrieben wurde. Als der Biber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa und Asien fast ausgerottet war, wurde er unter Schutz gestellt.

Inzwischen ist er in manche alten Reviere zurückgekehrt – auch mit WWF-Hilfe wie an der Mittleren Elbe. Dort haben Naturschützer ausgetrocknete Auen und Altarme des Flusses wieder unter Wasser gesetzt und so natürlichen Lebensräume für den Biber geschaffen.

Heute leben in ganz Deutschland wieder rund 6.000 Biber, darunter auch in der Uckermark, eurem Projektgebiet, im Spessart, in der Rhön, in der Eifel, im Emsland, im Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Gesamtbestand in Europa und Asien wird auf mehr als 400.000 Biber geschätzt.

Wusstest du, dass es zu den Bibern eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 6/16.

Du möchtest dem Biber helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!