Was für ein Abenteuer:

Birgit hat Bienen

Ein Bienenstock im Garten – das ist eine ziemlich spannende Angelegenheit. Birgit vom WWF und YOUNG PANDA Jasper haben sich getraut und betreuen jetzt ein Bienenvolk. Paddy hat beide befragt, wie so ein Bienenstock funktioniert und wie man mit den Tieren umgeht. Zuerst Birgit, dann Jasper.

Paddy: Hallo Birgit, du hälst jetzt Bienen im Garten. Wie bist du darauf gekommen?

Birgit: Ich wollte schon lange Bienen halten, eigentlich schon seit meinem Landwirtschaftsstudium. Aber ich habe keinen eigenen Garten und bin immer viel unterwegs gewesen. Jetzt hat ein Freund von mir einen Garten gepachtet, der ist sehr groß und so hat er mir angeboten, in dem Garten Bienenkästen aufzustellen. Seine ganze Familie war sehr neugierig darauf und auch die Nachbarn waren einverstanden, und dann hab ich die Gelegenheit genutzt und seit Anfang Mai habe ich jetzt zwei Bienenvölker.

Paddy: Musst du denn jetzt immer aufpassen, wenn du in den Garten gehst, damit du nicht gestochen wirst? Auf den Bildern hast du auch keine Schutzkleidung an …

Birgit: Bienen können stechen, klar. Aber bis jetzt bin ich noch nie von einer Biene angegriffen worden. Aufpassen muss man im Garten höchstens, wenn man barfuß über die Blumenwiese läuft, dass man nicht auf eine Biene drauftritt – dann kann sie stechen.

Als die Fotos entstanden sind, waren die Bienen ganz friedlich – dass merkt man schon, wenn man zum Bienenstock hingeht. Wenn die Bienen schon bei der Ankunft aufgeregt um einen herumschwirren, ist es sogar besser, an dem Tag den Stock nicht zu öffnen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Ganz wichtig ist es auch, ganz ruhig und behutsam zu arbeiten, keine hektischen Bewegungen zu machen.

Aber ich habe auch eine Schutzkleidung und wenn die Bienen mal nicht so gut gelaunt sind, dann ziehe ich den Hut und den Schleier auf.

Außerdem habe ich ein Gerät, dass Rauch erzeugt, damit arbeite ich.

Paddy: Müssen da die Bienen nicht husten?

Birgit: Nein, dieser Rauch beruhigt die Bienen, sie ziehen sich zurück.

Paddy: Wie läuft das denn ab: Die Bienen fliegen morgens aus ihren Häusern und kommen abends wieder?

Birgit: Einige Bienen fliegen aus und sammeln Honig. Allerdings fliegen sie mehrmals zwischen den Blüten und dem Bienenstock hin und her. Letztens habe ich mal gezählt, wieviel Bienen in einer Minute den Stock verlassen – es waren 40 Bienen (es können bis zu 100 Bienen pro Minute sein) – ungefähr genauso viele Bienen sind zurückgekommen.

Aber nicht alle Bienen sammeln Honig. Es gibt viele Aufgaben, die im Bienenstock anfallen: Putzen, Waben bauen, die Königin und den Bienenstock beschützen, Larven füttern und vieles mehr.

Paddy: Und finden die Bienen genug Blüten in eurer Umgebung?

Birgit: Jetzt schon, jetzt im Frühjahr sind alle Obstbäume und Blumen im Garten und auf der Wiese am Blühen. Aber später im Jahr wird es schon schwieriger. Darum haben wir im Garten schon viele Sonnenblumen ausgesät und wenn ein Teil vom Gemüse geerntet ist, wollen wir „Phazelia“ aussäen.  Diese Blume wird auch „Bienenweide" oder „Büschelschön" genannt. Sie ist ein guter Dünger für den Boden und sie blüht auch noch relativ spät im Jahr, ist also gut für die Bienen.

Paddy: Die Bienen machen Honig, wo stecken sie ihn denn hin?

Birgit: Den sammeln sie in den Bienenwaben und wenn er fertig ist, machen sie sogar einen Deckel auf die Waben drauf.

Paddy: Du nimmst ihnen dann etwas vom Honig weg, richtig? Erlauben das denn die Bienen, wenn du da einfach so in ihr Haus hineingreifst?

Birgit: Ja ich nehme ihnen was vom Honig weg, zwar nicht alles, aber doch ganz schön viel und ich denke mir, dass es ihnen nicht sehr gefällt. Aber wie sie reagieren werden, weiß ich noch nicht, weil ich dieses Jahr das erste Mal eigenen Honig ernten werde. Auf alle Fälle werde ich dies aber nicht ohne Schutzkleidung machen.

Paddy: Was glaubst du, wie viel Honig wirst du ernten aus deinem Bienenstock?

Birgit: Ein starkes, fleißiges Volk kann in einer Saison 20 bis 30 Kilogramm sammeln. Ich freu mich auf alle Fälle über jedes Glas Honig von den fleißigen Bienen.

Paddy: Nach was wird dein Honig dann wohl schmecken? Nach den Büschen deiner Nachbarn oder den Bäumen eures Stadtparks?

Birgit: Der Garten liegt ziemlich am Stadtrand – fast schon auf dem Land. In der Nähe ist ein kleiner Fluss und rundherum sind viele Wiesen. Ich hoffe der Honig wird nach verschiedenen bunten Blüten von den Nachbarn schmecken.

Paddy: Was denkst du: Kann ich auch so einfach Bienen in meinem Garten halten? Muss ich was Wichtiges beachten?

Birgit: Also ich denke, so ganz einfach ist Bienenhalten nicht, vor allem als Bär! Du solltest natürlich keine Angst vor Bienen haben. Besser einschätzen kannst du es, wenn du  mal einen Schnupper-Bienenkurs machst. Und wichtig ist es, einen guten Platz für die Bienen zu haben, geschützt und mit genügend Honigsammelstellen rund herum. Der Garten soll groß genug sein und es sollte sich niemand durch die Bienen gestört fühlen – auch nicht deine Nachbarn.

Auch YOUNG PANDA Jasper hat sich getraut und hat nun einen eigenen Bienenstock. Lies mal, was er berichtet.

Mehr über Bienen erfährst du im neuen YOUNG PANDA-Aktuell und hier.

Wie du selbst ein Haus für Bienen baust, kannst du hier nachlesen.