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Bonobos

Die friedlichen Menschenaffen

Ob lustig, grimmig oder nachdenklich – ihre Gesichter verraten dir bereits: Bonobos sind wie Schimpansen unsere nächsten Verwandten. Bis heute sind sie jedoch die am wenigsten erforschten Menschenaffen.

Bonobos sehen so ähnlich aus wie Schimpansen – und vermutlich sind sie ebenso klug. Doch es gibt Unterschiede zu Schimpansen: Bonobos haben ein völlig schwarz gefärbtes Gesicht mit auffälligen roten Lippen. Weiterhin unterscheiden sie sich von den Schimpansen durch den schlankeren Körperbau und die längere Beine. Bonobos werden bis 1,20 Meter groß und durchschnittlich 43 Kilogramm schwer.

Der weltweit einzige natürliche Lebensraum der Bonobos liegt in Zentralafrika, einem schwer zugänglichen Regenwaldgebiet in der Demokratischen Republik Kongo, und ist ungefähr so groß wie Deutschland.

Dort leben sie nur südlich und östlich des großen Kongo-Flusses. Auf der anderen Seite des Flusses, im Norden, leben Schimpansen. Weil beide Menschenaffenarten nicht schwimmen können, leben sie getrennt voneinander.

Bonobos bleiben meist cool

Bonobos leben ziemlich verborgen im Regenwald. Und dort kommt man auch nur schwer hin. Du musst erst einmal ein Flugzeug von der Hauptstadt Kinshasa ins Landesinnere nehmen, viele Stunden über staubige Pisten fahren oder ein Boot nehmen, dann lange laufen – und das alles bei mehr als 30 Grad und sehr feuchter Luft.

Dann muss man ihre Futterbäume finden. Und sie dort ganz in Ruhe beobachten. Das kann man aber nur, wenn sie über Jahre an die Nähe von Menschen gewöhnt wurden. Dann sind sie nicht mehr aufgeregt und verhalten sich ganz normal. Nach dem Fressen putzen sie sich gegenseitig das Fell oder kuscheln aneinander.

Auf einem Baum turnen etwa 10 oder 15 Tiere herum. So eine Kleingruppe gehört zu einer Großfamilie von bis zu 120 Tieren, die ein großes Waldrevier bewohnen.

Dabei gibt es schon mal Krach ums Futter. Aber anders als bei den Schimpansen gehen Bonobos die meiste Zeit friedlich miteinander um. Bonobogruppen kämpfen auch nicht gegeneinander, wie das Schimpansengruppen tun.

Bonobos sind sehr fürsorglich, sie teilen gern ihr Futter, sogar mit Bonobos aus anderen Gruppen, mit denen sie nicht verwandt sind. Vielleicht liegt das daran, dass bei Bonobos die Weibchen das Sagen haben. Sie verteilen zum Beispiel das Futter und sorgen für Ruhe im Karton.

Fressen und Schlafen

Bonobos ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern, Blüten, Samen und Nüssen – sie haben immer mehrere Futterbäume. Manchmal fressen sie auch Insekten und jagen Tiere wie Flughörnchen, kleine Waldantilopen oder andere kleine Affenarten.

Zum Schlafen bauen sie sich Nester in den Bäumen. Wie schaffen sie es, nicht herunterzufallen? Ganz einfach: Ein Bonobo nutzt meist eine Astgabel, um sie mit vielen Blättern schön weich und kuschelig zu machen. Und weil er jeden Tag ein neues Nest baut, hat jeder erwachsene Bonobo ganz schön viel Übung darin, es so stabil zu machen, dass er eben nicht herunterfällt.

Gefahr für Bonobos

Bonobos werden leider immer seltener, vermutlich leben heute nur noch etwa 15.000 bis 20.000 Tiere in der Demokratischen Republik Kongo. Denn ihr Lebensraum schrumpft. Immer mehr Regenwald wird gerodet – um neues Ackerland oder großflächige Plantagen anzulegen, für Bergwerke und um Holz zu gewinnen. Bonobos reagieren sehr empfindlich auf solche Störungen durch den Menschen. Durch die Zersiedelung und Zerstörung ihres Lebensraumes kommen die Menschenaffen in Teilen ihres Verbreitungsgebietes nur noch in kleinen, verstreuten Gruppen vor.

Außerdem werden Bonobos auch gejagt. In der Demokratischen Republik Kongo herrschte viele Jahre Bürgerkrieg. Deshalb gibt es im Land eine große Armut. Die Menschen essen aus Not Wildtiere, auch Bonobos. Oder verkaufen sie an Holzfäller oder Plantagenarbeiter.

Bonobos werden von Experten deshalb als "stark bedrohte" Art angesehen.

Was der WWF tut

Es gibt den Salonga-Nationalpark, das größte Regenwaldschutzgebiet Afrikas und so groß wie Baden-Württemberg. Darum kümmern wir uns und helfen den Bonobos, die dort leben – aber auch anderen seltenen Tierarten wie dem Waldelefanten. Wir passen auf, dass sie nicht gewildert werden, wir bilden Wildhüter aus und versorgen sie mit Ausrüstung.

Wir unterstützen auch Forscher, mehr über die Lebensweise der Bonobos herauszubekommen. Denn wenn wir mehr über Bonobos wissen – zum Beispiel, wo einzelne Gruppen ihr Wohngebiet haben – können wir sie noch besser schützen. Außerdem bilden wir einheimische Menschen in Naturschutzarbeit aus, damit sie uns unterstützen können.

Armen Menschen hilft der WWF, Geld für ihre Familien zu verdienen, ohne den Wald zu zerstören oder seltene Tiere wie die Bonobos zu jagen. Dazu zeigen wir ihnen zum Beispiel, wie man die Felder besser bewirtschaften kann. Und wie einige Bonobos an Touristen gewöhnt werden können. Denn wenn Touristen für Besuche bei den Bonobos Geld zahlen, haben auch die Menschen etwas davon, ihre Natur zu erhalten. Als Touristenführer haben sie einen sicheren Job und können so ihre Familien ernähren. Denn Arbeit gibt es in der Region sonst kaum.

Natürlich gehen wir auch in die Schulen und helfen den Kindern, sich schlau zu machen, wie wichtig Bonobos für die Natur sind. Bonobos verbreiten zum Beispiel auf ihren Wanderungen durch den Wald die Samen der meisten Fruchtbäume – das ist auch ganz wichtig für die Menschen, die dort leben.

Der Bonobo-Steckbrief

© WWF

• Bonobos werden manchmal auch Zwergschimpansen genannt.
• Männchen werden bis zu 1,15 Meter groß und bis 43 Kilogramm schwer. Weibchen sind bis zu 1,12 Meter Zentimeter groß und wiegen 26 bis 36 Kilogramm.
• Sie können bis zu 40 Jahre alt werden.
• Bonoboweibchen bringen meist ab 13 Jahren ein Jungtier zur Welt. Die Schwangerschaft dauert etwa acht Monate.
• Vor allem die Mutter kümmert sich um ihr Kind, bis es etwa zehn Jahre alt ist. Mit Muttermilch versorgt sie es bis zum vierten Lebensjahr.
• Ein Bonoboweibchen kann in ihrem Leben vier bis fünf Junge bekommen.
• Bonobomännchen bleiben lebenslang in der Großgruppe, in der sie geboren wurden. Weibchen wechseln die Gruppen, bevor sie Kinder kriegen können.
• Mütter helfen ihren Söhnen beim Kampf mit anderen Männchen um Weibchen.

Die Unterschiede zum Schimpansen

© WWF

Ein Bonobo hat

  • ein meist schwarzes Gesicht mit roten Lippen,
  • oft einen Mittelscheitel,
  • eine hohe Stimme,
  • einen hell gefärbten Popo,
  • längere Beine und kürzere Arme,
  • einen schlankeren Körper,
  • der Kopf ist runder,
  • der Mundbereich ragt weniger nach vorne
  • und er ist etwas kleiner und leichter.

Du möchtest den Bonobos helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!