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Braunbären

Knuddelige Weltstars

Sie sind groß, stark und als Teddy super zum Knuddeln. Lebende Bären jedoch sind Raubtiere, die der Mensch seit Urzeiten fürchtet. So sehr, dass er Bären in vielen Regionen ausgerottet hat – auch in Deutschland.

Der Braunbär ist der Weltstar unter den Bären, denn er ist auf der Nordhalbkugel der Erde am weitesten verbreitet. Er lebt am liebsten in Berggebieten mit ausgedehnten Wäldern, aber auch in der Tundra, in Halbwüsten und Wüsten – bis in Höhen von 5.000 Metern! 

Braunbären gehören zu den „Großbären“ oder „echten Bären“. Zu ihrer Familie zählen acht Arten, darunter auch Eisbär, Großer Panda und Kragenbär.

 

Bekannte Unterarten des Braunbären sind der nordamerikanische Grizzlybär und der Kodiakbär, der größte aller Großbären. Er lebt auf der Insel Kodiak und zwei weiteren Inseln vor Alaska und wird bis zu 2,80 Meter groß und 700 Kilogramm schwer! Bei uns in Deutschland wurde der Braunbär bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet.

Was ein Braunbär alles kann

© WWF

• Obwohl seine Finger und Zehen an den Pfoten unbeweglich sind, kann der Braunbär mit ihnen geschickt nach kleinen Ästen und Früchten greifen.

• Mit einem einzigen Hieb seiner Pranke kann er einen Hirsch umwerfen.

• Sein dichtes Fell schützt den Bären nicht nur vor Kälte, sondern auch vor lästigen Bienenstichen.

• Eine dicke Fettschicht schützt ihn vor Kälte und dient als Energiereserve während der Winterruhe.

• Mit seinem feinen Näschen kann der Bär sehr gut riechen. Im Gegensatz zu anderen Raubtieren besitzt der Braunbär hier allerdings keine Tasthaare.

• Der muskulöse Buckel über den Schultern verleiht dem Braunbären viel Kraft in den Vorderbeinen.

• Für einen guten Überblick oder auch zum Drohen kann der Braunbär sich auf die Hinterbeine stellen.

• Er kann gut schwimmen und, wenn er nicht zu schwer ist, sogar auf Bäume klettern.

• Ein Braunbär sieht gemütlich aus, doch Vorsicht: Er kann bis zu 50 Stundenkilometer schnell rennen!

Was ein Braunbär frisst

Er verputzt am allerliebsten Pflanzen: je nach Jahreszeit Beeren, Obst, Baumfrüchte wie Bucheckern oder Eicheln, aber auch Wurzeln, Gräser und Kräuter (Bärlauch!). Manchmal auch Fleisch: In den Alpen versucht er zum Beispiel, Murmeltiere aus ihren unterirdischen Gängen auszugraben.

Und natürlich schlabbert er gerne Honig. Mit seinen Pfoten kann er die Nester der Bienen gut öffnen. Vor Stichen muss er sich kaum fürchten, denn sein dickes Fell schützt vor den aufgeregten Bienen.

Braunbären können täglich bis zu 40 Kilogramm Futter verputzen. Das ist so viel wie 80 Packungen Spaghetti oder etwa 270 Äpfel.

Braunbären fressen auch Lachse, wenn die Fische aus dem Meer kommen und die Flüsse hinaufschwimmen, um dort ihre Eier abzulegen. Dann tummeln sich die Bären vor allem an kleinen Wasserfällen, wo sich hunderte von Fischen stauen und im Sprung den Wasserfall hinaufspringen wollen. Die Bären versuchen, die Fische in der Luft zu erwischen oder lauern ihnen direkt im Wasser auf.

So lebt Meister Petz

Der Braunbär ist gern in der Dämmerung und Nacht unterwegs. Er braucht viel Platz zum Umherstreifen: Sein Revier ist 100 bis über 1.000 Quadratkilometer groß (größer als Berlin). Schon deshalb begegnet man ihm nur äußerst selten.

Braunbärenweibchen bekommen ein bis vier Junge, die sie ein Jahr lang füttern. Mit extra fettiger Bärenmilch! Nach drei bis fünf Jahren werden sie erwachsen. Sie siedeln sich gern in der Nähe der Mutter an, werden aber Einzelgänger.

Im Winter ziehen sich Braunbären mehrere Monate zur Ruhe in Höhlen zurück: Ihre Körpertemperatur sinkt um 4 bis 5 Grad Celsius, ihr Herz schlägt viermal langsamer als im Sommer. Sie fressen und trinken nicht, gehen auch nicht mehr „aufs Klo“, können aber durchaus mal aufwachen und herumlaufen. In Mitteleuropa dauert die Winterruhe meist von Ende Oktober bis April.

Braunbären können in der Wildnis bis zu 25 Jahre alt werden.

Wo es Braunbären gibt

Weltweit gibt es noch etwa 200.000 Braunbären. In Europa vor allem in den Karpaten, Skandinavien, Estland und Lettland.

Auch in den Alpen, vor allem in den slowenischen Alpen und im Naturpark Adamello im Trentino, Italien, gibt es Braunbären.

Ursprünglich war der Braunbär auch in vielen Teilen Deutschlands zu Hause. Doch der letzte deutsche Braunbär wurde vor fast 200 Jahren getötet.

Der WWF und viele andere Naturschützer setzen sich dafür ein, den Braunbären in seinen ursprünglichen Lebensraum zurückzuholen. Doch das ist gar nicht so einfach. Leider wollen viele Menschen keine Bären in ihrer Umgebung, weil sie Angst vor ihnen haben. Aber das ändert sich hoffentlich mit der Zeit. Man muss die Bevölkerung nur genau informieren, wie die Bären leben, sich verhalten und wie wir friedlich mit ihnen leben und uns vor ihnen schützen können.

Die Rückkehr der Braunbären klappt außerdem nur dort, wo sie ausreichend Nahrung und ungestörte Gebiete vorfinden, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und sie auch aufziehen können.

Der WWF kümmert sich außerdem um den Schutz der Braunbären im Kaukasus.

Wusstest du, dass es zum Braunbären eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 3/2016.

Du möchtest dem Braunbären helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!