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Delfine:

Schneller als Olympiasieger

„Djiiiiiiiiiii, tktktktktktkkk, phiiiiiiiii, ouhhhh“ – so hört es sich an, wenn Delfine „sprechen“. Was reden die da bloß?

Die allermeisten Laute der Delfinsprache verstehen wir noch nicht. Doch eines haben Wissenschaftler herausgefunden, die an der Nordostküste Schottlands Delfine mit Unterwassermikrofonen belauscht haben. Jeder Delfin begrüßt seine Artgenossen mit einem ganz persönlichen Pfeifton, durch den sie ihn sofort erkennen.

Pfiffig sind Delfine auch, wenn sie gemeinsam Fische jagen. Dabei verständigen sie sich mit Schnatter- und Klicklauten. Treffen sich Delfine verschiedener Arten, versuchen sie sogar, Töne zu finden, die beide verstehen. Denn Delfine sind nicht nur klug, sondern auch ziemlich neugierig. Und sehr gesellig: Sie leben meist in großen Gruppen zusammen. Mit Pfeifen, Schnattern und anderen Tönen bleiben sie auch über größere Entfernungen miteinander verbunden.

Delfine benutzen Töne aber auch, um sich unter Wasser zu orientieren. Ganz ähnlich, wie es Fledermäuse beim Fliegen tun. Vor allem mit Klickgeräuschen. Die sind oft so hoch, dass wir Menschen sie nicht hören können.

Treffen die Delfintöne auf einen essbaren Fisch, einen feindlichen Hai oder einen Felsen, prallen sie ab und kehren jedes Mal als ein anderes Echo zurück. Diese Echos spüren die Delfine dann in ihrem Unterkiefer, der sie an ihr Innenohr weiterleitet. Dadurch wissen die Tiere, wer um sie herum schwimmt, wie weit entfernt, wie groß und wie schnell er ist oder ob es ein Hindernis gibt – selbst über größere Entfernungen!

Was sind Delfine?

 

Delfine sehen ähnlich aus wie Fische, doch sie säugen ihre Jungen und müssen ständig an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen.

Denn Delfine sind Säugetiere, genauer gesagt: Wale! Noch genauer: Zahnwale. Die haben, klar, Zähne, mit denen sie ihre Beute, meist Krebse, Tintenfische und Fische, packen und fressen. Meistens am Stück.

Auch  Orca und Grindwal gehören zur Delfin-Familie. Insgesamt gibt es mehr als 40 Delfinarten. Sie leben in allen Weltmeeren, manche Arten aber auch in Flüssen wie dem Ganges oder Amazonas.

Delfine werden je nach Art meist zwischen 1,5 und 4 Meter lang. Die bekanntesten, die Großen Tümmler, werden zwei bis vier Meter lang und wiegen 150 bis 200 Kilogramm. Die größten Delfine, die Schwertwale, erreichen sogar eine Länge von acht bis zehn Metern.

Aber wie sind Delfine im Wasser gelandet?

Ihre Vorfahren waren Landtiere, die vor etwa 50 Millionen Jahre wieder zurück ins Meer gegangen sind, in dem alles Leben einst entstand. Es waren Säugetiere, die auf vier Hufen durch Sümpfe staksten und ihre Beute im Wasser suchten. Aus ihren Vorderbeinen wurden Flossen, ihre Hinterbeine brauchten sie nicht mehr und verkümmerten. Nicht von eben auf jetzt, sondern im Laufe der Evolution über viele Millionen von Jahren.

Als Schlucktier geboren

Delfine sind fast immer Einzelkinder. Die Jungen werden nach einem Jahr Tragzeit im Wasser geboren, mit dem Schwanz zuerst. Danach beißt die Mutter die Nabelschnur durch und trägt ihr Kleines mit der Schnauze an die Meeresoberfläche für seinen ersten Atemzug!

Übrigens passt hier das Wort „Säugetier“ nicht so recht: Denn Delfine haben keine Lippen, können also gar nicht saugen. Sie stoßen die Zitzen der Mutter nur an, worauf die Milch in ihren Rachen spritzt. Sie müssen nur noch schlucken. Also sind sie eigentlich „Schlucktiere“...

Delfinkinder bekommen rund 18 Monate lang Muttermilch. Selbstständig werden sie je nach Art ab fünf Jahren.

Ein Leben lang zur Schule

Von klein auf gehen Delfine in die Delfin-Schule – ihr Leben lang, bis zu 40 Jahre! „Schule“ nennt man Delfingruppen von 20 bis zu mehr als 100 Tieren. Sie spielen und jagen miteinander: Mit Klickgeräuschen verständigen sie sich zum Beispiel, um eine Gruppe Fische einzukreisen und dann zu fangen. Jeder Delfin verspeist bis zu 15 Kilogramm Fisch am Tag.

Delfine ziehen auch gemeinsam ihre Jungen auf. Und beschützen sie zusammen: Delfinbabys heben sie notfalls an die Wasseroberfläche, damit die Kleinen atmen können.

Auch kümmern sich Delfine um kranke und alte Tiere ihrer Gruppe, jagen für sie mit und schützen sie vor Haiangriffen. Dabei könne sie gemeinsam auch einen großen Hai in die Flucht jagen.

Schneller als ein Mensch

Delfine gehören zu den besten Schwimmern der Welt! Sie können auf kurzen Strecken mit bis zu 50 Stundenkilometern durchs Wasser sausen – rund sechsmal schneller als ein Weltrekordschwimmer. Weil sie so eine flutschig-flinke Form haben. Und weil sich alle zwei Stunden ihre alten Hautzellen als Schuppen ablösen und sofort neue nachkommen. So bleibt ihre Haut immer schön glatt.

Delfine können auch bis zu 300 Meter tief tauchen. Jedoch müssen sie etwa alle 15 Minuten an die Wasseroberfläche kommen, um tief Luft zu holen.

Im Wasser schlafen

Delfine schlafen an der Wasseroberfläche oder knapp darunter. Dafür schalten sie die Hälfte ihres Gehirns ab: Eine Seite schläft, eine kontrolliert die Atmung und bringt die Tiere zum Luftholen immer wieder an die Wasseroberfläche. Denn sie atmen nicht „automatisch“ wie wir Menschen.

Mehr über Delfine und was sie bedroht erfährst du hier.

Mehr über Wale allgemein findest du hier.

Wusstest du, dass es zu den Delfinen eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 12/14.

Du möchtest den Delfinen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!