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Eidechsen

Flinke Kriecher

Eidechsen sind Kriechtiere und gehören zu den wechselwarmen Reptilien. Das heißt: Sie brauchen Wärme, um beweglich zu werden und auf Touren zu kommen.

Eidechsen brauchen daher vor allem am Morgen die Sonne oder wenigstens warme Lufttemperaturen, um auf Beutefang gehen zu können. Sie fressen Insekten, außerdem Schnecken, Larven und Würmer, manchmal auch kleinere Artgenossen sowie gelegentlich Früchte und Samen.

Die meisten Eidechsen-Arten legen Eier, um sich fortzupflanzen. Nur wenige Arten bringen lebende Junge zur Welt. Die graue, braune oder grüne Hautfarbe können Eidechsen zwar nicht wechseln, aber verstärken, wenn sie aufgeregt sind, oder wenn ein Männchen einem Weibchen imponieren will.

Bei Angriff – Schwanz ab!

Eidechsen können etwas ganz Verrücktes: Wenn sie sich bedroht fühlen, werfen sie Teile ihres sehr langen Schwanzes einfach ab.

Beißt zum Beispiel ein hungriger Marder zu, zieht die Eidechse einen ihrer Ringmuskeln am Schwanz  kurz und kräftig zusammen – und der Schwanz oder ein Teil davon ist an der Stelle ab. Der Angreifer ist verwirrt. Denn das mit aktiven Nerven und Muskeln ausgestattete Schwanzstück kann noch bis zu 20 Minuten lang zombiemäßig weiterzappeln. Während der Angreifer noch auf das zuckende Etwas starrt, ist die Eidechse längst im sicheren Erdloch verschwunden.

Zum Glück wächst der Schwanz wieder in vielen Wochen nach! Allerdings ist die Haut auf dem neuen Stück blasser. Außerdem ist die Eidechse, während der Schwanz nachwächst, weniger beweglich, und kann daher umso leichter einem Feind zum Opfer fallen.

Unsere Eidechsen

In Deutschland gibt es sechs Echsenarten – sie alle stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Die Elegante: Die Mauereidechse (im Bild oben) wird etwa 22 Zentimeter lang, ist schlank und hat einen gefleckten braunen, manchmal auch grünlichen Rücken und dunkle Seitenstreifen an den Flanken, ihr Bauch ist gleichmäßig weißlich, gelb oder rötlich gefärbt, manchmal auch getüpfelt. Sie ist im Süden und Westen von Deutschland zu Hause, vor allem an den trockenen, sonnigen Mauern in den Weinbergen an Rhein, Neckar und Mosel.

Die Mollige: Die Zauneidechse ist bis zu 27 Zentimeter lang (Bild oben). Sie hat einen etwas dicklichen Körper und kurze Beine. Ihr Rücken ist braun gefleckt. Die Männchen sind vor allem zur Paarungszeit an den Körperflanken, am Kopf und am Bauch intensiv grün. Auf Zauneidechsen trifft man an trockenen Waldrändern, in Steinbrüchen,  Kiesgruben und an Bahndämmen, sowie in der Heide oder auch in Sanddünen.

Die Hübsche: Die Westliche Smaragdeidechse (im Bild oben) trägt ein leuchtend grünes Schuppenkleid, das Haupt der Männchen wird zur Paarungszeit prächtig blau. Außerdem gehört sie mit bis zu 40 Zentimeter Körperlänge von Kopf bis Schwanz zu den Riesen unter den Eidechsen. Eigentlich sind sie rund um das Mittelmeer zu Hause. Aber man findet sie auch in warmen Regionen, vor allem in der Umgebung des Kaiserstuhls am Rhein.

Die Ähnliche: Die Östliche Smaragdeidechse sieht fast genauso aus wie die Westliche Samaragdeidechse. Sie kommt nur weiter östlich vor, nämlich in Brandenburg und in Bayern bei Passau. Auch die Östliche Smaragdeidechse wird mit Schwanz bis zu 40 Zentimeter lang.

Die Kleine: Die Waldeidechse wird nur etwa 18 Zentimeter lang und hat einen kleinen flachen Kopf (Bild oben). Ihre Schuppenhaut ist braun oder grau mit einem Strich aus schwarzen Flecken auf dem Rücken. Die Kehle ist weiß oder bläulich, der Bauch gelb, bei Männchen zur Paarungszeit oft auch orange getüpfelt. Die Waldeidechse bringt 2 bis 12 lebende Junge zur Welt, jedes 3 bis 4 Zentimeter lang. Sie ist in Europa weit verbreitet und lebt in sonnigen alten Steinbrüchen und Sandgruben sowie in Mooren, Heiden und Grasfluren.

Die Beinlose: Die Blindschleiche ist eine Echse ohne Beine, die ihren bis zu 54 Zentimeter langen Körper auf dem Bauch vorwärts schiebt (Bild oben). Auch sie kann ihren Schwanz abwerfen, wenn Gefahr droht. Er wächst allerdings nicht nach. An der Bruchstelle bildet sich lediglich ein runder Stumpf. Sie hat eine kurze gespaltene Zunge, mit der sie „züngelt“, wenn sie auf Beutefang ist, um den Geruch ihres Opfers aufzunehmen.

Die Exotische: Die Kroatische Gebirgseidechse lebt möglicherweise noch in den nördlichen Kalkalpen. Ganz sicher ist das aber nicht, denn seit 1990 wurde dort kein Exemplar mehr gefunden. Dafür leben Kroatische Gebirgseidechsen in Österreich, Norditalien und Slowenien. Sie sind schlank, meist hellgrau oder hellbraun auf der Oberseite und werden bis zu 18 Zentimeter lang. 

Der WWF kümmert sich darum, möglichst viele natürliche Lebensräume zu erhalten, in denen Eidechsen sich wohlfühlen – in Deutschland zum Beispiel in der Uckermark, am Schaalsee oder an der Ammer in den Alpen.

Auch du kannst etwas für Eidechsen tun und etwas für sie bauen. Lies mal hier!

Du möchtest den Eidechsen noch mehr helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!