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Der Eisbär

König der Arktis

Er kann im Eiswasser tauchen und bis zu minus 60 Grad Celsius aushalten: Der Eisbär ist gewohnt an extrem kalte Lebensräume. Er lebt vor allem auf dem Packeis des Polarmeeres rund um den arktischen Nordpol und ist nach dem Kodiakbär das zweitgrößte Landraubtier der Erde.

Eisbär-Männchen werden bis zu zweieinhalb Meter groß und 500 Kilogramm schwer, Weibchen bis zu zwei Meter und 350 Kilogramm.

Eisbären gibt es nur in der Arktis auf der Nordhalbkugel der Erde. Insgesamt leben dort schätzungsweise noch 20.000 bis 25.000 Tiere, mehr als die Hälfte davon allein in Kanada. 

 

Eisbären verbringen die langen Winter auf dem Packeis – dem Eis, das auf dem Meer schwimmt. Hier jagen sie ihre liebste Beute: Eismeer-Ringelrobben und Sattelrobben. Eisbären lauern auf die Robben, wenn diese in Eislöchern im Packeis zum Luftholen auftauchen. Ihr helles Bärenfell ist eine perfekte Tarnung, die Robben können sie unter Wasser meist nicht erkennen.

Bei der Jagd sind Eisbären sehr geduldig: Sie warten oft stundenlang an einem Eisloch, bis eine Robbe zum Luftholen ihren Kopf aus dem Wasser streckt. Dann packen sie blitzschnell zu - mit ihren Pranken oder ihrem Gebiss.

Eisbären können sehr gut riechen. So können sie einzelne Robben in ihren Höhlen unter dem Eis aufspüren - und mit ihren riesigen Pranken ausgraben (was ihnen aber nur selten gelingt).

Außerdem machen Eisbären Jagd auf junge Walrosse, Belugawale, Narwale, Fische und Seevögel. Vom Beutetier fressen Eisbären meist nur nur Haut und Speck. Über den Rest machen sich Polarfüchse oder Seevögel her.

Vor der Winterzeit allerdings fressen sich Eisbären einen richtigen Speckgürtel an. Dann können sie bis zu 150 Kilogramm zunehmen. Von diesen Speckvorrat müssen sie aber manchmal auch wochenlang leben, wenn sie keine neue Beute machen.

Mit dem Tauwetter im Frühling und im Sommer beginnt das Packeis im Süden zu schmelzen. Die Robben folgen den Fischen nach Norden, und den Robben folgen die Eisbären. Manche können ihren Beutetieren aber nicht so leicht folgen und landen auf den eisfreien Festland. Da müssen sie sich von kleinen Säugetieren und Vögeln sowie von Gras, Moos und Beeren ernähren - und öfters mal hungern, weil sie da keine Robben oder Walrösser erwischen können.

Eisbären sind weiß? Eigentlich nicht!

Das weiße Fell des Eisbären ist eine optische Täuschung. Die Haare erscheinen durch Reflexion des Sonnenlichtes weiß, ähnlich wie Eis und Schnee. In Wirklichkeit sind seine Haare durchsichtig und hohl, um die Sonnenstrahlen nach innen bis auf die dunkle Haut zu leiten. Sie speichert die Sonnenwärme.

Außerdem hat der König der Arktis noch eine etwa zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die ihn vor den extrem kalten Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius prima schützt.

Eisbären sind sehr gute Schwimmer und können sogar bis zu zwei Minuten lang tauchen. Die Vorderbeine benutzen sie als Paddel und ziehen die Hinterbeine hinter sich her. Sie können sogar stundenlang im Eiswasser schwimmen, bis zu zehn Stundenkilometer schnell. Sie schaffen das auch deshalb gut, weil sie kleine Ansätze von Schwimmhäuten zwischen den Zehen der Vordertatzen haben.

Mir ihren dichtbehaarten Füßen und ihrer rauen Haut an den Fußsohlen können sie außerdem sicher auf glattem Eis laufen - sie rutschen nicht aus! Auf kurzer Strecke können sie sogar rennen, bis zu 30 Stundenkilometer schnell!

Eisbären bauen sich eine Schneehöhle im Winter. Sie halten aber keinen Winterschlaf, sondern ruhen nur. Das heißt, sie wachen auch mal auf und wandern umher. Die Schneehöhle ist für Weibchen der ideale Ort zum Kinderkriegen: Dort sind sie und ihre Jungen vor Kälte und Wind geschützt. Meistens bringen sie zwei Babys zur Welt.

Die Jungen sind höchstens 30 Zentimeter lang und noch blind und taub. Die ersten Monate in der Höhle werden sie gesäugt und wachsen sehr schnell. Erst mit drei Monaten verlassen sie die Höhle, dann sind sie schon etwa so groß wie ein mittelgroßer Hund.

Den Eisbären helfen

Mitte letzten Jahrhunderts waren die Eisbären durch die Jagd fast ausgerottet, vor allem das Fleisch und das Fell waren begehrt. Der WWF half mit, dass die Tiere durch mehrere Abkommen geschützt wurden. Seitdem haben sich die Eisbärbestände wieder erholt. Heute dürfen nur noch Eskimos (die Völker der Inuit und der Yupik), die in der Polarregion zu Hause sind, Eisbären jagen.

Eisbären im Treibhaus

Klimaforscher haben festgestellt, dass in den letzten 100 Jahren die Lufttemperatur in der Arktis um einige Grad Celsius angestiegen ist und dass die Ausdehnung des Packeises in den vergangenen 20 Jahren bereits etwas abgenommen hat. Das Eis schmilzt im Frühling früher und friert im Herbst später als gewöhnlich wieder zu. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der die Eisbären auf dem Packeis jagen können.

Wenn sie dann weniger zu fressen finden, schrumpft ihre wichtige Speckschicht. Vor allem trächtige Weibchen und der Eisbär-Nachwuchs leiden darunter. Schon heute überstehen weniger als die Hälfte der Jungen die immer länger werdende eisfreie Zeit.

Weil viele Tierarten und die Natur als ganzes unter dem Klimawandel leiden, setzt der WWF alles daran, dass alle Länder mehr gegen den Klimawandel tun, zum Beispiel auf der Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris.

Vom Eisbär gibt es auch ein tolles YOUNG PANDA-Poster, das alle Mitglieder zugeschickt bekommen haben. Hier kannst du es dir anschauen.

Du möchtest dem Eisbären helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!