Elche

Schaufellader mit dicker Lippe

Der Elch ist die größte Hirschart, die es heute auf der Erde gibt. Er kann bis zu 2,30 Meter hoch und bis zu 3 Meter lang werden und mehr als 800 Kilogramm wiegen – so viel wie ein kleines Auto.

Elche leben fast überall auf der Nordhalbkugel der Erde, wo es Wälder und Sümpfe gibt und nicht allzu heiß ist. Biologen unterscheiden zwei Arten. Eine davon ist der Europäische Elch, der von Skandinavien bis Russland zu finden ist.

Hirsch mit Schwimmhaut

Elche gehören zu den Hirschen und den Paarhufern. Das bedeutet: Ihre Hufe bestehen aus zwei starken, schmalen und spitzen Klauen, die bis zu 18 Zentimeter lang werden können. Eine ganz besondere Sache jedoch haben nur die Elche: eine Schwimmhaut zwischen ihren Fußklauen!

Auf festem Boden bleiben die Klauen geschlossen. Doch auf feuchten, nassen Untergrund werden sie bis zu sieben Zentimeter gespreizt und die Haut dazwischen öffnet sich wie ein Fächer. Dadurch kann der Elch spielend Moore durchqueren, ohne tief im weichen Boden einzusinken. Genial!

Bei den Elchen tragen auch die Frauen einen Bart! Allerdings ist es mehr ein stark durchbluteter, fleischiger Hautlappen an der Kehle der Tiere, der bis zu 50 Zentimeter lang werden kann und von dem lange Haare herabhängen. Welche Funktion er hat, ist nicht bekannt.

Und noch etwas Lappriges prägt das Elchgesicht – die auffällige, überhängende, Oberlippe, der Muffel. Den braucht der Elch zum Äsen, also um Gras abzurupfen. Da er durch Knorpelgewebe verstärkt ist, kann er damit sogar Zweige abbrechen und die Rinde von Baumstämmen abstreifen.

Gleich links und rechts über dem Muffel öffnen sich die riesigen Nasenlöcher, mit denen der Elch viermal so gut riechen kann wie ein Schäferhund. Innen sind die Nasengänge stark verzweigt. Dadurch kann der Elch im nordischen Winter, wenn es bis zu minus 50 Grad Celsius kalt werden kann, die Luft beim Einatmen um etwa 15 Grad Celsius aufwärmen, bevor sie in die Lunge kommt. Das schützt ihn vor dem Erfrieren.

Giganten-Geweih

Elchmänner haben ein enormes Geweih, mit denen sie den Weibchen imponieren. Es besteht aus Knochensubstanz, die auch wie der restliche Körper durchblutet ist. Das heißt: Sie fühlen auch mit dem Geweih.

Das Herumtragen des Geweihs ist für Elchbullen erst mal wichtig, um in der Paarungszeit ein nettes Weibchen zu finden. Dann braucht das Männchen das Geweih, um anderen Männchen zu zeigen, wie stark sie sind. Elchbullen rammen dazu ihr Geweih ganz wild gegen Büsche und Bäume. Wenn sich ein anderes Männchen davon aber nicht beeindrucken lässt, kommt es auch zum Kampf – Geweih gegen Geweih.

Wie alle Hirscharten wirft auch der männliche Elch sein Geweih einmal pro Jahr nach der Paarungszeit ab. Das Abwerfen tut gar nicht weh, die Geweihstangen werden einfach locker und fallen irgendwann herunter.

Aber keine Sorge: Das Geweih wächst immer wieder nach. Elchgeweihe können bis zu 2,5 Zentimeter pro Tag wachsen – das ist Rekord im Tierreich!

Futter und Familie

Elche suhlen sich gerne im Schlamm der Moore. Außerdem sind sie gute Schwimmer. Sie tauchen ihren Kopf sogar unter Wasser, um Wasserpflanzen vom Seeboden abzugrasen. Und sie können durch eine Meeresbucht schwimmen. 

Wasserpflanzen und frisches Laub sind neben Gras die Lieblingsspeisen der Elche. Sie knabbern auch gerne Zweige, und – vor allem im Winter – an der Rinde von Baumstämmen. Im Sommer frisst ein Elch 15 bis 30 Kilogramm pro Tag, im Winter 10 bis 12 Kilogramm.

Elchkälber wiegen bei der Geburt etwa 15 Kilogramm. Sie können sofort laufen und sehen. Sechs Monate lang werden sie gesäugt. Dann wiegen sie bereits 200 Kilogramm – so viel wie drei erwachsende Menschen zusammen! Nach einem Jahr trennt sich die Kuh von ihren Kälbern und nach zwei weiteren Jahren können junge Elche selbst Eltern werden.

Elche in der Wildnis werden durchschnittlich 8 bis 10 Jahre alt, manchmal sogar 16 Jahre.

Elche in Deutschland

Früher gab es auch in Deutschland viele Elche. Sie wurden aber bereits im Mittelalter wegen ihres Fleisches intensiv gejagt und schließlich vor etwa 200 Jahren ausgerottet.

In den vergangenen Jahren wandern von Polen und Tschechien her vereinzelte Tiere wieder nach Deutschland. Vor allem in Ostdeutschland werden immer wieder Einzelgänger gesichtet. In Brandenburg gibt es bereits ein kleine, Standort-treues kleine Elchgruppe.

Dort und in Bayern, wo auch schon Elche gesehen werden, wurde bereits ein Elch-Plan aufgestellt, der den Umgang mit diesen großen Tieren regelt, falls diese einmal im Revier eine Jägers auftauchen. Darin steht, dass sie nicht abgeschossen werden dürfen. Für Elche herrscht also immer Schonzeit.

Damit außerdem beim Einwandern der Großen Tiere keine großen Schäden passieren, müssen wir Menschen mehr auf Elche aufpassen – vor allem im Straßenverkehr.

Wir sollten uns über jeden Elch freuen, der nach Deutschland einwandert!

Du möchtest dem Elch helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!