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Eulen

Die Vögel der Nacht

Manche Eulen können ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen. Das ist so, als könntest du deinen Kopf so weit nach links drehen, bis du deine rechte Schulter sehen kannst!

Mit solch einem „Schraubenkopf“ können Eulen Beutetiere besser als andere sehen und verfolgen. Sie können das, weil sie 14 Halswirbel haben. Alle anderen Wirbeltiere, auch wir Menschen, haben nur 7! Sie haben auch eine Wendezehe, die sie nach vorne und nach hinten drehen können. 

Eulen sind Vögel, denen wir tatsächlich in die Augen schauen können! Die meisten anderen Vögel haben nämlich ihre Augen an der Seite des Kopfes! Dazu kommt noch ihr Schnabel als „Nase“ und schon glauben wir, ein richtiges menschliches Gesicht vor uns zu haben.

Und sie haben noch zwei besondere Kennzeichen: Einen dicken Kopf und eine Wendezehe am Fuß, die sie nach vorne und nach hinten drehen können. Alle Eulen bilden eine eigene Vogelgruppe und sind nicht mit den Greifvögeln verwandt.

Was Eulen noch alles können

Im Dunkeln sehen: Damit Eulen auch bei wenig Licht jagen können, haben sie riesengroße, sehr lichtempfindliche Augen. Hättest du im Verhältnis zu deinem Gesicht solche Augen, dann wären sie so groß wie Äpfel!

Lautlos fliegen: Ihre Federn sind flauschig locker, weich wie Samt und an den Spitzen besonders gezähnt, ähnlich wie eine Briefmarke. Dadurch fliegen Eulen fast lautlos.

Super hören: Ihre Gesichtsfedern wirken wie Antennen, die alle Geräusche ihrer Umgebung auffangen und zu ihren Ohren leiten. So können Eulen super hören, ihre Beute orten und jagen. Ein Raufußkauz zum Beispiel erkennt eine kleine Maus aus bis zu 70 Metern Entfernung in völliger Dunkelheit – und sogar unter einem halben Meter Schnee.

Eulen können auch in der Dämmerung jagen. Denn ihr Gefieder tarnt sie: Oft sehen sie ähnlich aus wie ein alter Baumstamm. Die meisten Eulenarten jagen kleine Säugetiere wie junge Feldhasen, Kaninchen und Mäuse, Frösche, außerdem Vögel und Insekten.

Die auffälligen spitzen „Federohren“ oben auf dem Kopf von Waldohreule oder Uhu sind allerdings nur Federn und keine Ohren!

Spucken: Eulen verschlingen ihre Beute mit Haut und Haaren. Nach der Mahlzeit spucken sie Unverdauliches wie Knochen, Zähne oder Federn ihrer Beutetiere in grauen Klumpen wieder aus – den so genannten Gewöllen. Mehr dazu liest du hier.

Welche Eulen gibt es bei uns?

Eulen gab es schon vor 58 Millionen Jahren, also lange vor uns Menschen. Das verraten Fossilienfunde in den USA. Heute gibt es weltweit rund 200 Eulenarten, in Deutschland brüten zehn Arten: Waldkauz, Waldohreule, Schleiereule, Steinkauz, Rauhfußkauz, Sperlingskauz, Habichtskauz, Sumpfohreule, Zwergohreule und der Uhu, mit bis zu 75 Zentimetern und 1,70 Meter Flügelspannweite die größte deutsche Eule. Die Steckbriefe zu allen zehn Eulenarten findest du hier.

Mehr über den Europäischen Uhu erfährst du hier.

Harry Potters Schneeeule lebt zwar in Skandinavien, macht aber manchmal auch Winterurlaub im Wattenmeer. Weil es ihr dann im Norden zu kalt wird und sie dann dort nicht genug Nahrung findet. 

Leider sind viele Eulen selten geworden und einige sogar vom Aussterben bedroht. Zum Glück nicht überall: In der Uckermark, wo es jedes Jahr die Young Panda-Camps gibt, leben zum Beispiel die Schleiereule, der Waldkauz und der Steinkauz, der Uhu, die Waldohreule und die Sumpfohreule.

Bequeme Eltern, neugierige Junge

Die meisten Eulenarten bauen keine eigenen Nester – da sind sie ganz bequem. Sie suchen sich als „Nachmieter“ einfach verlassene Nester anderer Vögel oder nisten in Höhlen oder auf Dachböden. Ab April legen sie zwischen zwei bis zwölf Eier und brüten bis zu 34 Tage. Während die Eulenmutter brütet, übernimmt der Eulenvater die Nahrungsversorgung.

Die Jungeulen sind superneugierig: Sie verlassen ihr Nest lange bevor sie richtig fliegen können. Als so genannte Ästlinge hüpfen sie dann von Ast zu Ast, bis sie im Herbst richtig flügge werden. Erst dann sind die Jungen richtig flügge und suchen sich ein eigenes Revier. Solange füttern ihre Eltern sie weiter.

Was Eulen hilft

© Donné Beyer: Schleiereule in Falknerei

Weltweit sind viele Eulenarten selten geworden oder vom Aussterben bedroht, weil ihre Lebensräume – Wälder und Moore – zerstört wurden und es immer weniger Beutetiere gibt.

Heute stehen Eulen bei uns unter strengem Schutz. Doch viele ihrer Lebensräume wurden zerstört, zum Beispiel Moore trockengelegt. Durch intensive Landwirtschaft gibt es in manchen Gegenden nur noch wenige Mäuse und andere Kleintiere zum Jagen. Eulen sterben auch, weil sie auf manchen Stromleitungsmasten einen tödlichen Schlag bekommen.

Deshalb sind mehr Schutzgebiete und möglichst viele naturbelassene Flächen für Eulen wichtig, wo sie Brutplätze in alten Bäumen und genügend Beute finden können. Für beides setzt sich der WWF seit vielen Jahren ein.

Außerdem wurden seltene Eulen wie zum Beispiel Uhu und Habichtskauz aus der Nachzucht von Zoos in vielen Gebieten erfolgreich ausgewildert und vermehren sich wieder. 

Wichtig ist es auch, über Eulen zu informieren. Dazu sind auch Vorführungen von gelehrigen Eulen bei Falknereien hilfreich wie in den Bildern oben und rechts.

Welche Eulen es in Deutschland gibt, erfährst du hier.

Alles über den Uhu liest du hier.

Du möchtest den Eulen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!