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Fledermäuse

Batmans echte Brüder

Sie kommen, wenn es dunkel wird: Wie Ufos schießen Fledermäuse lautlos mit irrwitziger Geschwindigkeit auf dich zu – und weichen im letzten Augenblick aus. Dabei haben sie es nicht auf dich oder dein Blut abgesehen, nein: Sie sind hinter umherschwirrenden Insekten her. 

Früher glaubten Menschen, dass Fledermäuse Blut saugende Vampire seien. Tatsächlich gibt es Vampirfledermäuse in Süd- und Mittelamerika, die sich von Blut ernähren. Aber erstens saugen sie nur an Rindern und Pferden. Und zweitens nur etwa 20 Milliliter. Das merken die meisten „angezapften“ Tiere noch nicht einmal.

Alle anderen Fledertierarten auf der Welt fressen nachtaktive Insekten oder leben sogar vegetarisch - sie fressen Früchte und Blüten und naschen Nektar. Wie beispielsweise die Flughunde in den Tropen (im Bild unten).

Die sind mit bis zu 1,70 Metern Spannweite die größten unter den Fledertieren. Und wiegen trotzdem nur so viel wie ein großes Brot: rund 1,5 Kilogramm! Weltweit gibt es mehr als 900 Arten von Fledermäusen, in Deutschland 22 Arten.

Mückenzeit wie im August heißt: Fledermauszeit. Jetzt ist die beste Gelegenheit für Bat-Watching. Auch in der Stadt kannst du die lautlosen Kunstflieger beobachten, sobald es dunkel geworden ist – ganz besonders in Parks, Gärten oder an Flüssen oder Seen. Oder an der Straßenlaterne, wo abends besonders viele Käfer, Nachfalter und Mücken herumfliegen – lauter Leckerbissen für Fledermäuse.

Du kannst auch etwas für sie tun. Zum Beispiel, wenn du Besitzer alter Häuser gut kennst, könntest du sie überzeugen, dass sie Einfluglöcher im Dach oder Keller offen lassen. Oder indem du den Fledermäusen eine richtig schicke Wohnung baust. Wie das gehen kann, zeigen wir dir in unserem Bastel-Tipp.

Fledermaus-Rekorde

Fledermäuse
• können in völliger Dunkelheit bis zu 50 Stundenkilometer schnell fliegen;
• im Winterschlaf ihre Körpertemperatur auf nur zwei Grad Celsius abkühlen und im Sommer im Flug auf bis zu 41 Grad erhöhen;
• haben die besten Ohren unter den Säugetieren: Manche wie die Großblattnasen können Insekten auf Blättern laufen hören!
• bilden die größten Versammlungen von Wirbeltieren: Mehr als 20 Millionen Guano-Fledermäuse wurden in der Bracken-Höhle bei Austin im Süden der USA gezählt!

Flug mit Haut und Händen

Alle Fledermäuse fliegen eigentlich mit den Händen: Betrachtet man einen Flügel genauer, sieht man deutlich die fünf Finger, die von einer Flughaut umspannt werden. Der Daumen ragt über die Flughaut hinaus, besitzt eine Kralle und dient der Fledermaus als Halt beim Klettern.

Die Hinterbeine der Fledermäuse haben ebenfalls Krallen. Damit können sie so richtig abhängen – kopfüber von einem Ast oder Felsen, wenn sie ruhen oder Winterschlaf halten. Besonders pfiffig: Ihre Krallenfüße haben an ihren Sehnen eine besondere „Schließ-Automatik“, so können die Tiere im Schlaf nicht herunterfallen.

Fledermäuse und Flughunde sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Mit nagenden Mäusen sind sie nicht verwandt – mit Hunden schon gar nicht –, sondern eher mit den Spitzhörnchen. Aber weil sie Mäusen etwas ähnlich sehen, entstand ihr deutscher Name „Fledermaus“.  Das englische Wort „Bat“ wiederum kennt jeder, der schon einmal Comic-Held Batman aus seiner Bathöhle mit seinem Batmobil hat sausen sehen.

Was das Echo verrät

Fledermäuse haben die Fähigkeit entwickelt, ihre Umwelt zu hören – wie den Eingang zur Höhle oder ihre Beute. Mit ihrem Kehlkopf stoßen die Fledermäuse ganz hohe, vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbare Töne aus. Diese so genannten Ultraschalltöne werden von festen Gegenständen genauso wie von fliegenden Insekten als Echo zurückgeschallt und von der Fledermaus mit ihren riesigen Ohren gehört. 

Das Besondere: Jedes Echo ist verschieden – der Chitinpanzer des Fluginsekts anders als die Kleider eines Menschen oder das Blech eines Autos. So erkennt die Fledermaus am Echo ihres Rufs, was da im Dunkel vor ihr fliegt, läuft oder fährt. Fledermäuse können daher in völliger Dunkelheit bis zu 50 Stundenkilometer schnell fliegen.

Fledermäuse sind bedroht

Viele der 22 Arten von Fledermäusen in Deutschland sind stark bedroht, drei gelten bereits als ausgestorben. Denn es gibt nicht mehr so viele naturnahe Landschaften. Und immer weniger alte Häuser mit offenen Dachböden, offene Kellergewölbe, Brunnenschächte und Höhlen. Genau das aber sind ideale Fledermausquartiere. Zugleich wurden durch den Einsatz giftiger Holzschutzmittel und anderer Umweltgifte viele Fledermäuse getötet. Auch die Störung des Winterschlafes durch Menschen schwächt die Tiere.

Unsere heimischen Fledermäuse brauchen deshalb mehr Schutz. Wir vom WWF kaufen zum Beispiel wertvolle Naturgebiete wie am Schaalsee und schützen sie. So werden zum Beispiel alte Bäume erhalten, in denen Fledermäuse gerne Unterschlupf suchen. Fleißige Helfer bauen auch extra Fledermausquartiere aus Holz.

Mehr über Fledermäuse

Du möchtest den Fledermäusen noch mehr helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!