Flussperlmuschel

Selten und geheimnisvoll

Die 8 bis 14 Zentimeter große Flussperlmuschel war früher heiß begehrt, weil einige wenige Exemplare tatsächlich wertvolle Perlen enthielten.

Die Flussperlmuschel oder Bachmuschel lebt im Süßwasser, wird bis zehn Zentimeter groß, ist oval, mit schwarzbrauner Kalkschale, außen häufig wie zerfressen,  innen blauweiß mit oliven Flecken und Perlmut-Glanz. Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa, Nordosteuropa bis Nordrussland, östliches Nordamerika und Japan. In Deutschland vor allem in der Pulsnitz in Sachsen, im Perlenbach in der Eifel und in der Regnitz in Bayern.

Die Flussperlmuschel kann bis zu 280 Jahre alt werden! Deshalb dauert es auch zwanzig Jahre, bis sie erwachsen ist und sich vermehren kann. Und das geht so: Männliche Muscheln geben Samenzellen ins Wasser ab.  Die Weibchen ziehen sie mit ihrem Atemwasser ein und schicken dann bis zu vier Millionen (!) Minilarven ins Wasser. Diese „Glochidien“ sind nur 0,05 Millimeter groß, haben aber schon eine zweiklappige Larvenschale!

Ohne Bachforelle keine Kinder

Jetzt heißt’s auf die Bachforelle warten! Die soll sie aber nicht fressen, sondern bewirten: Die Glochidien heften sich nämlich an ihre Kiemen, wo sie mehrere Monate wachsen und von Essensresten der Bachforelle miternährt werden. So einen Wirtsfisch brauchen übrigens alle Jungmuscheln in Bächen und Flüssen. Wenn sie 0,5 Millimeter groß sind, fallen sie ab und leben dann drei bis vier Jahre tief im Sandboden. Erst dann stecken sie ihre Klappe raus.

So einfach ist das alles aber nicht: Von vier Millionen Muschellarven finden nur 40 eine Bachforelle.

In Deutschland ist die Flussperlmuschel vom Aussterben bedroht, weil Bäche verschmutzt wurden und es immer weniger Bachforellen gibt. Und weil es neue Fressfeinde gibt: Eingeschleppte Bisamratten und Waschbären. Deshalb steht sie unter strengem Naturschutz!

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Du möchtest der Flussperlmuschel helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!