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Füchse sind clever

und überall zu Hause

Füchse gibt es auf der ganzen Welt: Sie leben in der Arktis und in Sandwüsten, in Gebirgen und Wäldern genauso wie in Städten. Überall haben sie sich perfekt an ihre Umgebung angepasst – sogar an uns Menschen. Wir stellen euch drei der 23 Fuchsarten vor.

Der Polarfuchs

Bis zu minus 50 Grad Celsius herrschen im Winter in der Arktis. Dort ist es mindestens doppelt so kalt wie in Eurer Gefriertruhe! Es gibt keine Bäume, nur Moose und Flechten. Das ist die bibberkalte Heimat des Eis- oder Polarfuchses. Er lebt am Polarkreis von Kanada über Skandinavien bis nach Sibirien. Im Winter legt er auf Beutesuche fast 1000 Kilometer zurück!

Der bis zu 70 Zentimeter lange Polarfuchs (mit seinem bis zu 35 Zentimeter langen Schwanz) ist ein Meister im Nicht-gesehen-werden: Im Winter ist sein dickes Fell weiß oder blaugrau und „verschwindet“ so in Schnee und Eis. Im Sommer trägt er braun und grau und ist vor Felsen und Erde kaum zu erkennen (auf dem Bild ganz unten kannst du das sehen). Das schützt gegen Feinde wie den Eisbären oder Wolf und hilft ungemein bei der Jagd!  

Seine kurze Schnauze und seine kurzen Ohren verhindern, dass er zu viel Körperwärme verliert. Außerdem hat er einen besonderen „Heizkreislauf“: Warmes Blut, das vom Körper in die Beine fließt, heizt das kalte Blut, das aus den Beinen zurück in den Körper fließt. So bleibt der Körper schön gleichmäßig warm. Und es klebt kein Eis an den kalten Füßen. 

Der Polarfuchs ist ein cleverer Jäger: Nagetiere, Vögel, Fische sind seine Beute. Besonders mutig wird er im Winter, wenn es nicht genug zu fressen gibt. Dann wird er zum Polardetektiv: Er verfolgt – gaaanz unauffällig – Eisbären und frisst, was die dicken Kumpels übrig lassen. Dabei muss er höllisch aufpassen, denn nicht jeder Eisbär mag es, wenn man von seinem Essen was stiebitzt.

Babys im Fuchsbau

Für ihre Kinder legen Polarfuchspaare im späten Winter einen Tunnelbau in halbwegs weichen Boden entlang von Flussufern an – mit bis zu acht Eingängen. Nach 50 Tagen Tragzeit werden die Jungen im Mai oder Juni geboren. Sie sind zunächst blind und taub und tragen dunkelbraune Pelzhaare, die rasch wachsen und zunehmend aufhellen. Nach drei bis vier Wochen wagen sich die Jungfüchse aus der Geburtshöhle, nach etwa sechs Wochen werden sie bereits von der Mutter entwöhnt. Den nächsten Winter müssen sie bereits allein überstehen.

Der Rotfuchs

Rotfüchse leben fast überall auf der Welt – in Wäldern, auf Wiesen, in Gebirgen und auch in Wüsten. Da sie vor Menschen keine große Angst haben, besuchen sie auch Bauernhöfe, Vorstädte und sogar größere Siedlungen. Leider lassen sie dabei auch häufig etwas „mitgehen“ – von Kleinvieh bis Abfall.

Ein Rotfuchs wird bis zu 70 Zentimeter groß (plus 40 Zentimeter Schwanz) und ist ein schlauer Jäger, der meist alleine unterwegs ist. Was er so aufstöbert, kommt auf seinen Speiseplan: Nagetiere, Kaninchen, Vögel, Frösche, Fisch, Würmer und andere Kleintiere. Aber, Überraschung: Im Herbst wird er fast zum Vegetarier. Seine Hauptnahrung sind dann Hagebutten der Heckenrose! 

Der dicke Fuchsschwanz dient zum Balancieren. Er kann – wie beim Polarfuchs – auch pelzige Zudecke für kalte Nächte sein. Oder Sprachrohr, damit die anderen Füchse wissen, was abgeht: Komm mir nicht zu nah!

Gejagt aus Angst vor Tollwut

Der Hauptfeind des Rotfuchses ist und bleibt der Mensch. Früher wurden die Tiere wegen ihres herrlichen Pelzes gejagt, heute ist die Angst vor Tollwut der Hauptgrund zur Verfolgung der Tiere. In Deutschland wurden zur Bekämpfung dieser Krankheit vor mehr als 20 Jahren viele Füchse abgeschossen.

Eine bessere Methode ist es inzwischen, Köder mit Impfstoff auszulegen, den die Füchse fressen und sie so immun gegen Tollwut machen.

Der Wüstenfuchs Fennek

Er lebt in der Sahara und anderen heißen Gebieten Nordafrikas und Arabiens und ist der kleinste aller Füchse: Gerade mal 45 Zentimeter groß und höchstens 1,5 Kilogramm leicht – samt superlangem Fuchsschwanz (25 Zentimeter!). Dafür hat er 15 Zentimeter lange Riesenohren! Sie sind nicht nur klasse Hörgeräte, sondern auch eine prima Klimaanlage in der Wüste, weil sie gut Hitze aus dem Körper wieder abgeben können.

Sein dickes, langes Fell schützt ihn ebenfalls vor der Hitze und wärmt ihn zugleich in den kalten Wüstennächten. Denn in der Sahara kann es tagsüber bis zu 58 Grad Celsius heiß und nachts bis zu minus 10 Grad kalt werden. 

Der Fennek ist nachtaktiv und frisst, was er entdeckt: Pflanzen, Nagetiere, Eier, Reptilien, Insekten. Er kann es sehr lange ohne Wasser aushalten. 

Das Fell an die Füßen schützt ihn vor dem Einsinken und dem tagsüber superheißen Wüstensand. Außerdem lässt sich damit sehr gut ein Bau graben: Der Wüstenfuchs lebt in kühlen unterirdischen Höhlen und in kleinen Gemeinschaften von bis zu zehn Tieren.

Fuchsregeln

Füchse haben Regeln wie ihr in eurer Klasse. Wenn zwei Füchse spielen und der eine zu grob wird, geht der andere einfach demonstrativ weg. Dann kommt der Grobklotz nach und zeigt, dass er sich dem anderen unterwirft – zum Beispiel durch Hinlegen oder Hin- und Herrollen – und dass er sich jetzt besser benehmen wird. 

Füchse leben als Paar und ziehen die Kleinen auch gemeinsam groß. Manchmal kommen auch andere Füchse dazu, um zu helfen. In der Regel jagen Füchse allein.

Was der WWF tut

Der WWF schützt vor allem die Lebensräume der wichtigsten und seltensten Füchse weltweit und sorgt dafür, dass die Fleischfresser nicht übermäßig gejagt werden.

Du möchtest den Füchsen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!