Gewinner und Verlierer

im Tierreich 2017

Zum Jahreswechsel schaut der WWF zurück: Für welche Tierarten waren die vergangenen 12 Monate gut gelaufen – und für welche Tierarten schlecht? Wir stellen dir die Gewinner und die Verlierer des Jahres 2017 vor.

Für Fluginsekten, Schuppentiere, den Waldelefant, Koalabär und die Seepferdchen war 2017 kein gutes Jahr: Ihre Bestände gehen weiter zurück, denn die Bedrohungen nehmen zu. Vor allem unter Wilderei, Lebensraumverlust, Klimawandel und Übernutzung leiden diese Tierarten – und mit ihnen die biologische Vielfalt weltweit.

Doch es gab auch gute Nachrichten. Mit denen fangen wir an.

Gewinner 2017

Meeresschildkröten (im Bild oben): Viele Bestände der Meeresschildkröten wachsen. Das fand ein internationales Forscherteam heraus – eine erfreuliche Nachricht. Doch noch immer sind von sieben Meeresschildkrötenarten sechs gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Das hat die Weltnaturschutzunion IUCN festgestellt. Zur siebten Art gibt es nicht genug Informationen. Die größte Bedrohung bleibt der Beifang. Dabei werden beim Fischfang ohne Absicht Meeresschildkröten und andere Tiere mitgefangen.

Mehr über Meeresschildkröten erfährst du hier.

Blaukehlara: Höchstens 300 dieser Aras mit blauer Kehle über gelboranger Brust leben noch in der freien Wildbahn – und zwar auf einer kleinen Fläche in der riesigen Moxos-Ebene in Bolivien. Dort wurde 2017 ein bisher unbekannter Brutplatz entdeckt. Nun müssen diese letzten Blaukehlaras besonders gut geschützt werden.

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Fischotter: Der Fischotter stand in Deutschland lange vor dem Aussterben. Wurde er früher vor allem als Schädling und Pelzlieferant bejagt, ist er heute durch die starke Zerschneidung der Landschaften bedroht. Doch mittlerweile vermehrt er sich wieder. Denn viele Gewässer wurden renaturiert und werden für Fischotter und andere seltene Arten vor Störungen geschützt.

Mehr über den Fischotter erfährst du hier.

Kaukasus-Leopard: Ungefähr nur noch 40 bis 60 Tiere leben in der Wildnis des Kaukasus-Gebirges. Umso schöner, dass gleich fünf Jungtiere 2017 in WWF-Kamerafallen tappten.Wo sie leben, hat der WWF mitgeholfen, die Wilderei zu bekämpfen und die Leoparden besser zu schützen. Damit sich die Kaukasus-Leoparden weiter vermehren, müssen sie jetzt auch in anderen Gebieten des Kaukasus streng geschützt werden.

Mehr über Leoparden liest du hier, mehr über den Kaukasus hier.

Der Irawadi-Delfin im Mekong-Fluss: Nur noch 80 Tiere leben in dem großen Fluss in Asien. Erfreulich: 2017 wurden dort gleich neun Delfinkälber beobachtet. Außerdem sterben weniger Tiere und der Bestand wächst langsam wieder. Der WWF setzt sich weiter für mehr Schutzmaßnahmen ein. Der Bau von Staudämmen, Wasserverschmutzung und die Fischerei mitihren Netzen bedrohen weiterhin das Überleben der Delfine.

Mehr über Delfine liest du hier.

Verlierer 2017

Fluginsekten: In den vergangenen 27 Jahren verschwanden mehr als drei Viertel aller fliegender Insekten in Deutschland. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler, die Ergebnisse aus 63 deutschen Naturschutzgebieten ausgewertet haben. Das ist sehr schlimm, denn ohne Insekten wie etwa Bienen können sich viele Pflanzen nicht vermehren. Ein Grund dafür ist die intensive Landwirtschaft. Der WWF warnt schon länger, dass wir unsere Landwirtschaft naturfreundlicher machen müssen.

Mehr über Bienen liest du hier.

Schuppentiere: Sie sind die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt. Der internationale Handel mit ihnen ist seit Januar 2017 komplett verboten. Dennoch beschlagnahmen die Behörden in Afrika und Asien weiterhin tonnenweise Schuppen und hunderte ganzer Schuppentiere, die geschmuggelt werden sollten. In den vergangenen 16 Jahren wurden weltweit mehr als 1,1 Millionen Tiere illegal gehandelt. Ungezählt bleiben die Tiere, die auf den lokalen Märkten Asiens landen.

Mehr über Schuppentiere erfährst du hier.

Waldelefant: Dramatisch ist die Situation der zentralafrikanischen Waldelefanten. Das zeigte eine Untersuchung in den Ländern Kamerun, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik und Gabun 2017. Im Untersuchungsgebiet sank die Zahl der Waldelefanten zwischen 2008 und 2016 um zwei Drittel auf weniger als 10.000 Tiere. Hauptgrund für den Rückgang ist der illegale Elfenbeinhandel und die damit einhergehende Wilderei.

Auch im restlichen Afrika bleiben Elefanten bedroht. In den letzten zehn Jahren sind afrikaweit die gesamten Elefantenbestände um mehr als 100.000 Tiere geschrumpft.

Mehr über Elefanten liest du hier.

Koala: Nach einer WWF-Untersuchung sind in einigen Regionen Australiens seit den 1990er-Jahren vier Fünftel der Koalas verschwunden. Die Ursachen: Straßen- und Siedlungsbau, Waldrodung und Klimawandel. Mit der Vernichtung ganzer Eukalyptuswälder treibt man die Baumbewohner in die Flucht – und oft in den Tod.

Mehr über Koalas liest du im neuen YOUNG PANDA-Aktuell und hier.

Seepferdchen: Die Bestände der beiden einzigen Seepferdchenarten Europas sind im Mittelmeer um bis zu einem Drittel gesunken. Zwar sind der Handel und der gezielte Fang verboten. Aber Seepferdchen landen als Beifang in den Fischernetzen. Überdüngung, Klimawandel und Grundschleppnetze zerstören außerdem ihren Lebensraum, den Meeresboden.

Mehr über Seepferdchen liest du hier.

Wozu eine große biologische Vielfalt wichtig ist, erfährst du hier.