Gorilla-Zwillinge

im WWF-Projekt Dzanga-Sangha

Doppeltes Glück: Im Januar 2016 wurden zum ersten Mal in unserer Gorilla-Gruppe in Dzanga-Sangha Zwillinge geboren. Jetzt sind die beiden Kinder von Mutter Malui und Vater Makumba zwei Jahre alt und es geht ihnen gut.

Am Morgen des 25. Januars 2016 fanden unsere Mitarbeiter Malui im dichten Regenwald. Das Gorillaweibchen sah aus, als würde es hinken. Doch als die Kollegen näher kamen, bemerkten sie, dass sie ein Baby auf ihrem Arm hielt.

Tage später erlebten sie eine noch größere Überraschung: Sie entdeckten Malui auf einer hellen Waldlichtung, wie sie Gräser fraß und gleich zwei Babys an ihrer Brust säugte – beide fast noch nackt.

Das war die Sensation: die erste Zwillingsgeburt im Schutzgebiet von Dzanga-Sangha seit 16 Jahren. Dass die Babys so früh danach in der Wildnis beobachtet werden konnten, haben wir unseren Mitarbeitern vom Volk der BaAka zu verdanken. Mit ihrer Hilfe haben wir über Jahre die Gorillagruppe von Malui und ihrem Partner Makumba an Menschen in ihrer Nähe gewöhnt.

 

Im Frühjahr 2016 haben dann mehr als 5.000 Gorilla-Freunde abstimmt: Die neugeborenen Gorilla-Zwillinge heißen Inganda und Inguka. Diese schönen Namen hatten die indigenen BaAka-Mitarbeiter unseres Gorilla-Programms in Dzanga-Sangha vorgeschlagen.

Inganda sind Sträucher, die für Gorillas von großem Nutzen sind. Malui hat mit den Blättern ein Kissen für die Geburt der Babys gebaut. Inguka sind ebenfalls Sträucher, deren Blätter die Gorillas vor allem zum Ende der Trockenzeit ernähren. Die hochschwangere Malui aß sehr viel Inguka.

Im Kinderzimmer der Gorillas

Sechs Monate später hatte Ilka Herbinger vom WWF das große Glück, die Gruppe einige Tage im Regenwald zu beobachten.

"Nach einem längeren Fußmarsch saß ich still im Wald und lauschte den Geräuschen. Ich musste nicht lange auf unsere Gorilla-Familie warten: Wachsam bahnte Makumba den Weg durch das Dickicht für Malui und die Kleinen, die wie Kletten an ihrer Mutter hingen.

Seit der Geburt der Zwillinge bleibt die Gruppe immer dicht zusammen und die stolzen Eltern zeigen einen starken Beschützerinstinkt. Vor allem Mutter Malui ist sehr fürsorglich. Stets achtet sie darauf, dass keines ihrer Kinder sich zu weit von ihr entfernt.

Doch auch kleine Affenkinder sind neugierig. So konnte ich beobachten, wie die beiden Jungtiere mit sechs Monaten schon sehr aktiv ihre Umgebung erkunden. Festgeklammert an der Mutter greifen sie ständig nach Blättern, Stängeln und anderen Dingen. Vor allem Inguka, der größere Zwilling, reitet gerne auf dem Rücken von Malui, während Inganda, der kleinere der beiden, an Mutters rechtem Arm schwingt, sobald diese sich bewegt."

Stürmische Geschwister

Auch die beiden älteren Geschwister Tembo und Sopo sind ganz vernarrt in die Zwillinge, deren Geschlecht wir noch nicht kennen. Sie wollen auch mal „Eltern“ spielen. Wann immer sich ihnen die Gelegenheit bietet und Mama Malui – etwa beim Fressen – abgelenkt ist oder schläft, versuchen sie sich gegenseitig auszutricksen, um an die Zwillinge heranzukommen. Gerne klemmt sich Sopo, die sechs Jahre alte Halbschwester, eines der Kleinen vor den Bauch und läuft stolz wie Oskar brusttrommelnd auf zwei Beinen durch den Wald.

Doch spätestens wenn Sopo oder Tembo mit den Zwillingen außer Sichtweite geraten und Inganda oder Inguka wegen der oft eher rauen Umgangsart ihrer älteren Geschwister etwas gequält quieken, dann wird es Mama Malui zuviel. Mit einem hundeartigen lauten Bellen warnt sie die beiden halbstarken Sprösslinge und nimmt die Babys wieder zu sich. Und wenn Tembo und Sopo beim Kuschelspielen sich zu sehr auf die Babys werfen, schimpft Makumba und weist sie zurecht.

Auf die Gorillakinder wird gut aufgepasst

Mutter Malui hat die Zwillinge am 25. Januar 2016 geboren und trägt sie seitdem eng mit sich umher, während Vater Makumba, der Silberrücken, immer in ihrer Nähe aufpasst.

Seit 17 Jahren arbeitet der WWF im Schutzgebiet Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik mit den Westlichen Flachlandgorillas, um diese seltenen Menschenaffen besser zu verstehen und zu schützen.

Die Fotos und das Video, die du auf dieser Seite siehst, sind etwas ganz Besonderes: Denn normalerweise gehen Gorillas Menschen strikt aus dem Weg. Doch Makumba und Malui gehören zu den Gorillas, die über lange Zeit an die Nähe von Menschen gewöhnt wurden. Deshalb ließen sie sich so bereitwillig filmen und fotografieren.

Zum Glück sind die beiden Babys in einem vom WWF betreuten und streng geschützten Nationalpark geboren worden. In anderen, nicht geschützten Gebieten sind Gorillas wie viele andere Regenwaldtiere stark von Wilderern bedroht.

Mehr über Gorillas erfährst du hier.

© Gesa Koch-Weser: Gorilla-Zwillinge mit Mutter Malui

Du möchtest den Gorillas helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!