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Greifvögel

Augen und Krallen extrascharf

Superschnelle Falken ergreifen ihre Beute im Sturzflug. Habichte und Sperber können ihre Opfer auch von unten überraschen. Und Aasfresser wie die Geier segeln mit ihren riesigen Flügeln mühelos stundenlang, um Tierkadaver zu erspähen. Kein Wunder, dass viele Menschen greifvögel superspannend finden.

Welcher Greifvogel ist in Deutschland am weitesten verbreitet? Der Adler natürlich! Den findest du nämlich auf den deutschen Ein- und Zwei-Euro-Münzen. Aber nicht nur da, sondern überall, wo es um Deutschland geht! Auf Regierungsgebäuden, im Bundestag und auf Fahnen. Warum? Weil der Adler das deutsche Wappentier ist! Der Greifvogel steht für Mut, Kraft und Freiheit.

Trotzdem gehören die verschiedenen Arten von Adlern, Falken, Habichte und Bussarde zu den weltweit am stärksten bedrohten Tierarten. Als Deine Eltern noch Kinder waren, standen einige Arten wie der Seeadler sogar kurz vor dem Aussterben.  Als „Raubvögel“ wurden sie mit Flinte, Falle und Gift verfolgt, weil Menschen dachten, sie nehmen ihnen Wild weg. Das ist aber Unsinn.

Durch intensive Schutzmaßnahmen erholten sich einige Greifvogelarten. Zum Beispiel begann 1968 der WWF, die letzten Seeadlerhorste vor kriminellen Horsträubern, Heute brüten wieder rund 600 Seeadlerpaare in ganz Deutschland. Außerdem konnte der Bartgeier, der in den Alpen bereits ausgestorben war, mit WWF-Hilfe aus Zoo-Aufzuchten wieder in Freiheit angesiedelt werden.

Auf der ganzen Welt verbreitet

Greifvögel leben auf der ganzen Welt, außer in der Antarktis. In Mitteleuropa gibt es zwei Familien: die Falkenartigen und die Habichtartigen. Habichtartige sind unter anderem Adler, Habicht, Bussard, Milan, Weihe und Geier. Falkenartige sind – genau: die Falken. Die meisten Greifvögel bauen in Bäumen oder auf Felsen einen „Horst“, das ist ihr Nest – die Weihen hingegen im Schilf oder auf dem Boden.

So ein Horst kann bei Adlern ganz schön groß und schwer werden – beim Seeadler sogar bis zu 600 Kilogramm! Großgreife wie der Steinadler legen nur ein bis zwei Eier, ein kleinerer Turmfalke sogar sechs Eier. Geierjunge sind Nesthocker und leben drei Monate im Horst. Turmfalkenkinder sind bereits nach 30 Tagen flügge und können dann alleine fliegen und jagen.

Die schärfsten Fern-Seher

Alle Greifvögel haben Adleraugen. Sie können sich zum Beispiel aus 50 Metern Höhe gezielt auf eine Maus stürzen. Wie das geht? 

1. Sehgeheimnis: die Netzhaut. Du hast eine Netzhautgrube, die das Licht in Nerveninformationen für dein Gehirn umwandelt. Die Greifvögel haben gleich zwei Netzhautgruben, deswegen können sie gleichzeitig nach vorne und seitlich sehen.

2. Sehgeheimnis: die Zapfen. Sie sitzen auf der Netzhaut und sind fürs Farben- und Scharfsehen verantwortlich. Du hast etwa 200.000 Zapfen auf einem Quadratmillimeter, die Greifvögel über eine Million! Das gibt ein klar schärferes Bild.

3. Sehgeheimnis: die Linse. Du kannst deine Linse nicht bewegen, die Greifvögel schon. So erkennen sie aus großer Höhe nicht nur die Maus, sondern können sie im Sturzflug – selbst wenn sie wegrennt – ganz genau im Blick behalten.

So erkennst du Greifvögel

1.   Kräftiger, gedrungener Körper mit breiter Brust.

2.    Gebogener Schnabel mit Hakenspitze. Achtung: sehr scharf!

3.    Kräftige Krallen: Kräftige Beine mit langen Zehen und großen Krallen: Ein Steinadler mit bis zu 2,30 Meter Spannweite kann durchaus ein Steinbockjunges erbeuten. Ihre Beine tragen meist Federn und sehen aus wie Hosen.

4.   Besondere Umrisse im Flug wie sichelförmige oder gefingerte Flügel, gegabelter oder langer Schwanz.

Was tut der WWF?

Früher wurden viele Greifvögel abgeschossen, vergiftet oder ihre Eier geklaut. Der WWF hat mitgeholfen, dass Greifvögel heute geschützt sind und zugleich weniger Gift in die Umwelt kommt, das die Eier zerstört. Jetzt geht es darum, natürliche Lebensräume für die Greifvögel zu schützen oder wiederherzustellen. Zum Beispiel am Schaalsee oder im Naturpark Uckermärkische Seen: Dort werden mit Hilfe des WWF Wälder gekauft sowie Moore und Wiesen wieder unter Wasser gesetzt, damit die Greife genügend Nahrung finden. 

Du möchtest den Greifvögeln helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!