Drucken

Hai-Tech

Haie haben Superkräfte

Starrer Blick und scharfe Zähne: Haie sind wirklich keine Kuscheltiere. Dafür aber mächtig erfolgreich: Denn Haie leben bereits seit mehr als 400 Millionen Jahren auf der Erde – und überlebten sogar die Dinosaurier. Vermutlich, weil ihr Körper so perfekt ist.

Haie haben ähnlich wie Superhelden eine Art „Spezialanzug“ mit echten Superfähigkeiten. Denn sie besitzen keine Schuppen wie die meisten Fische, sondern eine Haut mit zahllosen Minizähnen.

Diese Zähnchen helfen nicht nur, dass sich keine Seepocken oder Algen auf dem Haikörper ansiedeln. Sie machen Haie auch ganz schön schnell, manche Arten so schnell wie Motorboote: So saust der Makohai mit bis zu 50 Stundenkilometern durchs Wasser. Das ist die Höchstgeschwindigkeit für Autos in der Stadt!

Haie spüren auch Schallwellen, die Tiere durch Bewegungen erzeugen – über hundert Meter weit. Genauso weit können Haie das Blut eines verletzten Tieres riechen.

Zum Aufspüren von Beutetieren besitzen sie außerdem noch eine Spezialtechnik: An ihrer Schnauze sitzen geheimnisvolle dunkle Punkte, die Lorenzinischen Ampullen. Es sind versteckte Antennen, mit denen Haie elektrische Signale aufspüren können, die Beutetiere zum Beispiel durch ihren Herzschlag aussenden. Außerdem können sich Haie damit wahrscheinlich im Meer orientieren – so wie Menschen mit einem Kompass.

Nie zum Zahnarzt

Die Zähne im Maul eines Hais wachsen, anders als bei dir, lebenslang nach. Verliert der Hai einige davon beim Angriff auf seine Beute, wandern von hinter aus dem Kiefer neue Zähne nach vorne – wie auf einem Förderband an der Supermarktkasse.

Ihren Oberkiefer stülpen Haie beim Fressen heraus. So können sie besonders kräftig zubeißen: hundertmal kräftiger als ein Mensch!

Haie sehen außerdem im Dämmerlicht noch besser als Katzen. Doch Superkräfte allein machen keine erfolgreichen Jäger. Ein bisschen Grips gehört auch dazu. Haie lernen zum Beispiel aus Erfahrungen und können ihre Angriffsweise ändern. Gar nicht dumm, oder?

Sind Haie Menschenfresser?

Nein, Haie mögen keine Menschen als Mahlzeit. Trotzdem werden jedes Jahr weltweit etwa 70 bis 80 Menschen von Haien angegriffen und ungefähr 5 bis 15 von ihnen getötet. Weshalb? Wissenschaftler haben bislang nur Vermutungen:

1. Der Hai verteidigt sein Revier.
2. Der Hai verwechselt Menschen auf Surfbrettern mit rudernden Robben.
3. Der Hai ist neugierig und probiert mit einem Biss, ob der Mensch schmeckt – und verletzt ihn damit bereits oft schon lebensgefährlich.
4. Ein Schwimmer oder Taucher kommt einem Hai zu nahe und ärgert ihn dadurch. Tatsächlich reagieren manche Arten wie der Graue Riffhai dann mit Drohgebärden.

Was Haie wirklich fressen

Fast jeder Hai hat sich auf eine andere Form des Jagens oder Fressens spezialisiert. So entstanden mehr als 440 Arten, zum Beispiel diese:

• Der bis zu 14 Meter lange Walhai (Bild oben) und der bis zu 10 Meter lange Riesenhai sind die größten Fische der Welt. Trotzdem verspeisen sie, wie der kleinere Riesenmaulhai, nur winzige Krebse, Fische und Fischeier die sie mit Hilfe besonderer Kiemen aus dem Wasser sieben. Ein Riesenhai kann bis zu 2.000 Tonnen Wasser pro Stunde filtern!

• Der bis zu sechs Meter lange Weiße Hai (Bild oben) ist der größte Raubfisch der Welt. Er jagt Tintenfische, Thunfische, Robben und kleine Wale. Die tötet er meist mit einem Biss, bevor er sie frisst.

• Der bis zu 5,5 Meter lange Tigerhai frisst alle möglichen Meerestiere und ist so etwas wie der Müllschlucker unter den Haien. Von Stiefeln bis zu Blechdosen hat man schon alles in seinem Magen gefunden. Mit seinen Sägezähnen kann er sogar den dicken Panzer von Meeresschildkröten zerlegen!

• Andere Haie wie der bis zu 4,30 Meter lange Ammenhai (Bild oben) saugen Krabben, Kraken oder Fische aus Felsspalten oder Korallenriffen wie ein Staubsauger heraus.

• Der bis zu 1,60 Meter große Großgefleckte Katzenhai kann außerhalb des Wassers wie eine Katze fauchen. Er ist meist nachtaktiv und fängt kleine, vorwiegend Tiefsee bewohnende Fische, Krebse und Würmer.

Viele Haie fressen nur alle vier bis sieben Tage. Dazwischen verdauen sie. Unverdauliches wie eine Blechbüchse können sie wieder auswürgen.

Wo Haie leben

Haie leben in fast allen Meeren: Vom Flachmeer bis in 3.600 Metern Tiefe, vom warmen tropischen bis zum kalten Eismeer. Manche Haiarten können sogar im Süßwasser von Flüssen schwimmen wie der Bullenhai (im Amazonas in Brasilien und im Ganges in Indien).

Knorpel statt Knochen

Die typischen Fische haben ein Skelett aus Knochen: ihre Gräten. Das Skelett der Haie besteht aus Knorpel – wie deine Ohrmuschel. Das hat Vorteile: Knorpel ist zäh und elastisch – und leichter als Knochen.

Lies weiter, wie Haie auf die Welt kommen und was sie bedroht.

Du möchtest den Haien helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!