Wie Haie geboren werden –

und warum so viele Haie sterben

Etwa ein knappes Drittel der Haie legt Eier, die zum Schutz vor Räubern in einer dicken Hülle stecken. Dank klebriger Fäden bleibt diese Hülle (10 bis 25 Zentimeter groß) dann im Seetang oder einer Felsspalte hängen. Bis das Junge schlüpft, dauert es je nach Art Wochen oder Monate.

Bei mehr als zwei Drittel aller Haie (wie beim Weißen Hai), schlüpfen die jungen Haie schon im Körper der Mutter aus dem Ei und reifen dann im Mutterleib heran. Bei manchen Haiarten wie dem Blauhai oder den Hammerhaien tun sie das sogar ganz ohne Ei, fast so wie bei Säugetieren. Nach bis zu zwei Jahren kommen je nach Art bis über 100 lebende Haibabys zur Welt.

Doch anders als bei Säugetieren werden junge Haie nicht gefüttert und müssen gleich selber auf die Jagd gehen. Vor allem die Jungen kleinerer Haiarten sind dann für größere Fische begehrte Beute. Deshalb bringen viele Haiarten wie der Zitronenhai ihren Nachwuchs meist in Mangrovenwäldern zur Welt, die mit vielen Wurzeln ins Wasser ragen. Denn dorthin gelangen keine großen Räuber.

Nicht der Hai bedroht den Menschen, sondern der Mensch den Hai. Jedes Jahr sterben bis zu 100 Millionen Haie – das sind drei Tiere in jeder Sekunde.

Haie werden getötet, weil ihre Flossen vor allem in asiatischen Ländern eine begehrte Delikatesse sind. Haie sterben auch in vielen Fischernetzen, die für andere Fischarten gedacht sind (als so genannter „Beifang“). Viele Hammerhaie und Blauhaie sind auf diese Weise bereits im Nordatlantik verschwunden.

Haie werden außerdem gejagt, weil Menschen aus ihren Knorpeln angebliche Wundermittel gegen Krankheiten herstellen, die aber wirkungslos sind. Und sie verschwinden durch die Vernichtung ihrer Lebensräume wie der Riffe.

Was der WWF tut

Deshalb kümmert sich der WWF zum Beispiel darum, dass Hai-Lebensräume wie das Große Barriere-Riff vor Australien geschützt bleiben und noch mehr Schutzgebiete dazukommen.

Der WWF arbeitet außerdem daran, dass der Haischutz in vielen Regionen der Erde verbessert wird. Im Jahr 2013 gelang dabei ein großer Erfolg: Da wurden auf der Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) fünf bedrohte Haiarten, darunter der Große Hammerhai, unter Schutz gestellt.

Was du für Haie tun kannst

• Beim Essen: Natürlich keine Haifischflossensuppe essen, klar. Auch keinen „Seestör“ oder „Kalbsfisch“ – das sind andere Namen für den Heringshai. Und keine Schillerlocken. Klingt so lustig, ist aber Fleisch vom Dornhai. Auch hinter der Bezeichnung „Seeaal“ versteckt sich in Wirklichkeit der Dornhai. Und der ist auch gefährdet.

• Beim Einkauf: Gehe beim Fischkauf auf Nummer sicher und entscheide dich nur für Fische mit dem MSC-Zeichen. MSC bedeutet, dass die Fische umweltfreundlich (mit wenig Beifang bedrohter Arten!) gefangen werden und dass so für die Haie noch genügend Nahrung bleibt. Wenn du mehr wissen willst hilft, dir der neue Einkaufsratgeber des WWF für Fische und Meeresfrüchte.

• Keinen Müll ins Meer werfen, vor allem kein Plastik: Denn wenn Fische davon fressen, werden sie krank.

Haie beobachten

Auch in der Nordsee gibt es Haie, zum Beispiel den Dornhai und den Großgefleckten Katzenhai. Und sogar den Riesenhai, im Bild oben. Mit etwas Glück kannst du ihn beobachten - zum Beispiel vor der spanischen oder schottischen Küste. Kleine Haie siehst du eher, weil sie sich manchmal ins Flachwasser verirren. Oder in vielen Meeresaquarien an der Nordsee, zum Beispiel im Multimar in Tönning und im Ozeaneum in Stralsund.

Mehr über Haie liest du hier oder zum Reinschnuppern im YOUNG PANDA-Aktuell 11/2014.

Du möchtest den Haien helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!