Drucken

Hasen

Meister im Wegrennen

Sie können Männchen machen, neugierig ihre "Löffel" (das sind die Ohren) aufstellen und sind ständig am schnuppern. Doch leider sieht man echte Feldhasen, die über unsere Äcker flitzen, immer seltener.

Feldhasen leben einzeln und sind vorwiegend in der Dämmerung oder nachts unterwegs. Bei Gefahr können sie bis zu 70 Stundenkilometer schnell flüchten. Und sie können bis zu drei Meter weit und zwei Meter hoch springen.

Noch besser: Sie können dabei Haken schlagen, das heißt, im Zickzack rennen und dadurch viele Verfolger abschütteln. Deshalb haben es Raubtiere wie der Fuchs schwer, einen Hasen zu verfolgen. Hat er ihn fast erreicht, so ändert der Hase einfach abrupt seine Richtung.

Feldhasen bewohnen keinen geschützten Bau, sondern scharren nur eine Mulde in den Boden, in der sie auch ihre Jungen aufziehen. Hasenjunge kommen bereits behaart zur Welt. Sie können sofort sehen und erkunden gleich ihre Umgebung. Sie werden etwa 30 Tage lang von der Mutter mit einer besonders fetthaltigen Milch gesäugt.

So sieht ein Hase aus

Hase oder Kaninchen? Den bis zu 75 Zentimeter große Feldhase kannst du auf den ersten Blick mit seinem kleineren Verwandten, dem Wildkaninchen, verwechseln. Aber auf den zweiten Blick siehst du: Der Feldhase hat längere Löffel und kann bis zu sechs Kilogramm schwer werden. Wildkaninchen erreichen höchstens nur 2,2 Kilogramm. 

Noch ein Unterschied: Wie die Hinterbeine ist auch die Schnauze des Feldhasen länger als beim Wildkaninchen (Mehr über Kaninchen liest du hier).

Der Schwanz des Feldhasen sieht von oben unauffällig dunkel aus. Hebt er aber seinen Schwanz, wird dieser zur auffällig weißen „Blume“ – und damit zum deutlich sichtbaren Signal für Artgenossen. Daher heißt der Feldhase auch „Meister Lampe“.

Möhren sind nicht alles

Alle Hasen und Kaninchen sind Pflanzenfresser. Sie mümmeln an Gräsern, Kräutern, Blättern und Blüten, aber auch an harten Wurzeln und Rinden. Weil diese Kost schwer verdaulich ist, machen Hasen und Wildkaninchen etwas, was wir Menschen ziemlich eklig finden: Sie fressen nämlich den weichen Teil ihrer ausgeschiedenen Häufchen noch einmal. Auf diese Weise holen sie mehr Vitamine und wichtige Spurenstoffe aus ihrer Nahrung.

Ausreichend Nahrung finden Feldhasen meist von April bis Juli. Danach, wenn das Getreide abgeerntet ist, müssen sie ganz schön nach Nahrung suchen, dazu immer weitere Strecken zurücklegen und dabei oft ihre sichere Deckung verlassen. Das kann für sie gefährlich werden!

Ihre natürlichen Feinde sind vor allem Fuchs und Dachs, Marder, Wiesel und Iltis sowie große Vögel wie Eulen, Raben, Krähen, Bussarde und Falken. Auch freilaufende Hunde und Katzen machen Jagd auf sie.

So passen sie auf

Weil  Langohren sich nur sehr vorsichtig aus ihren Bauten und Verstecken wagen und bei der geringsten Beunruhigung flüchten oder sich verstecken, wurden früher Menschen, die sich rasch vor etwas fürchten, „Angsthasen“ oder „Hasenfuß“ genannt.

Heute sagt man: Die Tiere sind einfach vorsichtig. Aus diesem Grund gehen sie typischerweise auch erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Sie warnen einander, wenn sie eine Gefahr wittern, und schlagen Alarm, indem sie mit den Hinterbeinen auf den Boden klopfen. Deshalb heißt der Hase in Disneys Bambi auch Klopfer.

Was Feldhasen bedroht

Der Name sagt es schon: Feldhasen leben vorwiegend auf Feldern, Wiesen und Äckern. Doch die intensive Landwirtschaft bietet ihnen kaum noch Nahrung und Verstecke. Immer größere Maschinen auf den Äcker gefährden außerdem die Junghasen. Hinzu kommen chemische Düngemittel auf den Äckern, die den Langohren schaden.

Was Feldhasen hilft

© Frank Gottwald / WWF

Der WWF setzt sich deshalb für eine Land- wirtschaft ein, die auf Hilfsmittel verzichtet, die der Natur schaden. Und die den Tieren genügend Büsche und Feldränder lässt, in denen sie sich verstecken können. Und wo zum Beispiel auch Kleegras angebaut wird, das Hasen besonders mögen. Feldhasen brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft und Nahrung!

Im Bio-Landbau haben sie beides. Durch die Aussaat von Wildkräutern haben die Tiere nicht nur extra Nahrung, sondern im Herbst und Winter auch Gebüsch, wo sie sich verstecken können.

Wenn man Bio-Produkte aus der Region kauft, unterstützt man also auch die Artenvielfalt bei uns auf dem Land.

Worin unterscheiden sich Hasen von Kaninchen?

Du möchtest den Hasen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!