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Hyänen

Lachende Knochenbeißer

Hässlich sollen Hyänen sein. Tolpatschig, gierig, verfressen, dumm. So siehst du es in manchen Tiertrickfilmen. Alles Blödsinn.

Von einigen Völkern in Afrika werden sie ganz anders beschrieben. Weise sollen sie sein. Klug und gerissen. Aber auch gefährlich. Kein Wunder, denn mit ihren Zähnen können Hyänen ohne Probleme selbst solche Knochen durchbeißen, die Löwe und andere Raubtiere nicht klein kriegen. Kraackk!

Genau das macht sie so superwichtig: Hyänen sorgen für Hygiene! Sie vertilgen ratzeputz alles an toten Tieren, was irgendwie zur Keim- und Bakterienschleuder werden könnte.

Hyänen sind übrigens nicht nur Aasfresser, sondern auch ausgezeichnete Jäger.

Hyänen sehen Hunden recht ähnlich. Aber ... lass dich nicht täuschen! Hyänen sind ganz ferne Verwandte eurer Miezekatze.

Drei Hyänenarten gibt es: die Streifenhyäne, die Schabrackenhyäne (auch Braune Hyäne genannt) und die Tüpfelhyäne, die mit bis zu 90 Zentimetern Höhe die größte ist. Zur Familie der Hyänen zählt auch der Erdwolf, der allerdings ganz anders lebt als der Rest der Hyänen-Familie: Er frisst nämlich ausschließlich Termiten. 

Hyänen leben fast überall in Afrika, die Streifenhyäne außerdem in Vorderasien, Arabien und Indien. 

Hinten tiefer gelegt

Die Vorderbeine der Hyänen sind länger und muskulöser als ihre Hinterbeine. Deswegen fällt ihr Rücken auch nach hinten hin ab. Genau daran kann man Hyänen erkennen. Und an ihren starken Krallen, mit denen sie alles klein kriegen – und die sie im Gegensatz zu unserer Hauskatze nicht einziehen können. 

Die besten Zähne im Tierreich

Schabrackenhyänen (wie die im Bild oben) und Streifenhyänen stehen mehr auf tote Tiere. Tüpfelhyänen (wie die in den Bildern ganz oben und unten) verspeisen gerne Frischfleisch. Sie sind sehr flink und rennen lange Strecken mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 50 Stundenkilometern. So können sie auch große und schnelle Gnus, Antilopen und Zebras erfolgreich jagen. Das tun sie meist nachts. 

Das Fressen geht dann ultrafix: Eine einzelne Hyäne kann 15 Kilogramm Beute in einer halben Stunde verputzen – und zwar mit Haut, Haar und Knochen! Die Reste von Geweihen, Haaren und Hufen erbrechen Hyänen wieder als kleine Kugeln.

Ansonsten kann ihr Magen so ziemlich alles verdauen. Weil ihre kräftigen Kiefer und Zähne alles zermahlen – mit einem Druck von bis zu 800 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Das entspricht dem Gewicht eines Elefantenfußes auf deinem Daumen! Indem Hyänen vor allem kranke Tiere und Kadaverreste fressen, verhindern sie, dass sich Bakterien und Krankheiten ausbreiten. 

Wer zuerst lacht ...

Hyänen lachen meist dann, wenn sie begeistert und hastig ein Beutetier zerreißen, verschlingen und sich dabei zanken. Was aber überhaupt nicht klug ist. Denn dieses Lachen lockt Löwen an: Für die heißt das: „Essen ist fertig“. Denn oft genug verjagen Löwen dann die Hyänen und fressen deren Beute auf. Die Hyänen müssen dann in sicherer Entfernung warten, bis sie die übrig gelassenen Reste verputzen können. 

Hyänen lachen aber nicht nur. Sie können ihre Gefühle auch durch Gesten, Schnuppern, Düfte, Berührungen und andere Laute ausdrücken. Wie Hunde „sprechen“ sie zum Beispiel mit ihrem Schwanz.

Viel Milch für die Kleinen

Nach einer Tragzeit von rund 100 Tagen bringen sie in ihrer Höhle ein bis vier Junge zur Welt, jedes wiegt höchstens 1,5 Kilogramm. Ungewöhnlich: Die Hyänenmutter säugt die Kleinen bis zu 15 Monate lang – auch wenn sie schon Fleisch fressen. Hyänen können in der Wildnis bis zu 20 Jahre alt werden. 

Du möchtest den Hyänen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!