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Igel

Insektenfresser und Winterschläfer

Auch wenn sie stachlig sind, wirken Igel supersüß und sympathisch. Im Herbst sind sie unterwegs, um sich ordentlich Fett anzufressen für den harten Winter. Den verschlafen sie in einem kuscheligen Versteck.

Igel werden erst in der Dämmerung munter. Das ist auch die beste Zeit, um sie zu beobachten. Du sieht sie nicht gleich, aber du kannst sie hören: Wenn geheimnisvoll das Laub raschelt und Ästchen knacken oder wenn sie laut schmatzen. Und auch in der Stadt siehst du sie mit etwas Glück den Bürgersteig entlanglaufen.

Igel gehören zu den Insektenfressern und damit zu den erdgeschichtlich ältesten Säugetierarten auf der Erde. Fossilfunde verraten uns, dass es Igel ähnliche Arten schon gegen Ende der Kreidezeit gegeben hat. Das war vor etwa 65 bis 75 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausstarben.

Die Stacheltiere beherrschen einen Trick, mit dem sie sich bei Gefahr schützen: Sie können sich zu einer stacheligen Kugel zusammenrollen. Pech für den Fuchs, da holt er sich nur eine blutende Schnauze.

Igel hören sogar Ultraschall und finden ihr Essen „mit der Nase“. Sie fressen am liebsten alles, was keine oder mehr als vier Beine hat – wie Regenwürmer, Larven und Schnecken sowie Spinnen, Käfer und andere Insekten. Ihre Lieblingsspeise sind Ohrwürmer.

Die Stachler bekommen zwischen Mai und September etwa vier bis sieben Junge. Die kleinen Igel sind kaum größer als ein Daumen, haben aber schon kleine Stacheln. Die Mutter säugt sie, bis sie etwa sechs Wochen alt sind.

Nicht nur Kälte macht den Igel müde

Im Winter schützen sich manche Tiere durch ein dickes Fell. Nicht so der Igel: Er „fährt sein System herunter“, würden Computerfachleute sagen. Er setzt seinen Körper auf Sparflamme. Seine Körpertemperatur sinkt um fast 30 Grad auf etwa 4 bis 5 Grad Celsius ab. Statt 40- bis 50-mal atmet er nur noch drei- bis viermal pro Minute. Kein Wunder, dass der Igel dann wie tot erscheint. Er verschläft ganz einfach die kalte Jahreszeit. So spart er Energie. Ganz schön tricky!

Der Winterschlaf beginnt bei den Igeln im Oktober oder November und endet im März oder April. Auslöser ist nicht nur die fallende Temperatur: Auch der geringere Lichteinfall macht Igel müde. Wenn die Nächte länger werden, dann produziert nämlich ihr Gehirn mehr Melatonin. Das ist ein Stoff, der offenbar schläfrig macht, sagen Forscher – angeblich auch Menschen, gähn ...

Doch Ausruhen kostet auch Energie: Igel verbrauchen das vorher angefressene Fett. Am Ende des Winterschlafes sind die meisten Igel dann wieder erheblich leichter als zuvor im Herbst. 

Überwintern im Freien

Bevor sich Winterschläfer wie Igel für mehrere Monate aufs Ohr hauen, müssen sie sich erst einmal ein flauschig-lauschiges Plätzchen suchen – am besten in einem hohlen Baumstamm, im Kompost, unter einem Steinhaufen oder in einer Erdhöhle. Je tiefer, desto wärmer.

Wichtig: Hier darf kein Frost rein! Hat der Igel einen perfekten Platz zum Überwintern gefunden, so sammelt er Laub, Gras und Moos zusammen und baut sich daraus ein gemütliches Nest. Er polstert sein Schlafquartier mit seiner ganz eigenen „Bettwäsche“ kuschelig aus – mit Heu, Stroh, Blättern, Haaren, Wolle und vielem anderen, was man so in der Natur zusammensammeln kann.

Du kannst dem Igel seine Vorbereitungen für den Winterschlaf erleichtern: Wenn du einen Garten hast, lasse ab Oktober alle Laub- oder Ästehaufen oder Kompostkisten möglichst in Ruhe. Denn dort ziehen sich Igel am liebsten zum Winterschlaf zurück.

Dort schlafen sie dann wie betäubt. Es gibt nur kurze Wachphasen. Die dürfen aber nicht zu oft vorkommen, denn Aufwachen strengt sie furchtbar an. Deshalb: Störe niemals Tiere im Winterschlaf!

Du möchtest dem Igel helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!