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Jaguar

Sheriff des Regenwaldes

Nach dem Tiger und dem Löwen ist der Jaguar die drittgrößte Raubkatze der Welt. Von Kopf bis Schwanzende kann er bis zu 2,60 Meter erreichen.

Jagen, was gerade kommt

Jaguare hetzen ihre Beute nicht wie Geparden oder Löwen. Das ist im dichten Dschungel auch vernünftig, weil man nur wenig sehen kann.

Es gibt auch kaum Chancen für lange Verfolgungsjagden. Jaguare schleichen sich deshalb dort an, wo sie interessante Geräusche hören. Oder sie legen sich auf die Lauer. Und das meist nachts. 

Weil Jaguare so ziemlich jedes größere Tier angreifen, treffen sie meist auf die Beutetiere, die sich am stärksten vermehren. Das sind vor allem Wasserschweine, die bis zu acht Jungen pro Jahr großziehen, außerdem Pekari-Waldschweine.

Der Jaguar reißt aber auch große Tapire und kleine Nagetiere, selbst Fische und Kaimane. Denn er kann gut schwimmen! Insgesamt 85 Arten frisst er – eine ganz schön große Auswahl!

Je öfter und leichter Jaguare Beute machen können, desto besser geht es ihnen. Und desto mehr Nachwuchs bringen sie zur Welt.

Der Jaguar ist die größte Raubkatze Amerikas. Er lebt in ganz Süd- und Mittelamerika, von Mexiko bis nach Argentinien. Im Regenwald des Amazonasbeckens ist er heute noch am meisten verbreitet. Die Großkatze lebt aber auch in offenen Gras- und Buschlandlandschaften oder
Schilfdickichten.

Gesetz der Natur

Viele Jaguare fressen auch andere Beutetiere wie das Aguti und den Kleinen Nasenbären. Der wuschelige Baumkletterer ist ein Vogelnesträuber. Wo Jaguare fehlen, vermehrt sich der Kleine Nasenbär stark. So stark, dass er so manche Vogelart ausrotten könnte. 

Die Samen fressenden Agutis wiederum können, wenn sie zu zahlreich werden, ganze Regionen leer plündern, so dass bestimmte Baumarten sich nicht mehr verbreiten können.

Da ist es für die Natur gut, wenn der Jaguar dafür sorgt, dass sich Agutis und Kleine Nasenbären nicht allzu sehr vermehren. Klingt brutal, ist aber ein Gesetz der Natur.

Der Jaguar braucht den Regenwald – und umgekehrt

So eng verknüpft ist das Schicksal aller Tiere und Pflanzen des Regenwaldes. Das heißt: Dort, wo der Jaguar noch umherstreift, ist der Lebensraum Regenwald meist noch intakt. Der Jaguar ist also eine Art Sheriff des Regenwaldes – und kein Killer, wie ihm manche Viehzüchter gerne unterstellen. Denn die erschießen – obwohl verboten – öfters einen Jaguar, weil die Wildkatze ab und zu auch mal ein Rind oder eine Ziege erlegt.

Noch schlimmer für den Jaguar ist aber, dass sein lebensraum schrumpft, vor allem der Regenwald. Der natürliche Lebensraum des Jaguars hat sich in den letzten Jahrzehnten um mehr als die Hälfte verkleinert.

Daher müssen auch immer mehr Jaguare auf den neu geschaffenen Weideflächen nach Beute suchen. Denn ein bisschen Regenwald reicht ihnen nicht: Ein einziger Jaguar braucht ein Revier von bis zu 500 Quadratkilometern, um jeden Tag satt zu werden. Das ist die Fläche einer Großstadt.

Auch deshalb versucht der WWF, so viele Regenwälder wie möglich in Süd- und Mittelamerika unter Schutz zu stellen und zu erhalten.

Ein Jaguar-Weibchen wiegt etwa 70 Kilogramm, ein Männchen bis zu 115 Kilogramm. Die Großkatzen werden bis zu 28 Jahre alt.

Wusstest du, dass es zur Jaguar-Heimat Brasilien eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 4/14.

Weitere spannende Tiere aus Brasilien stellen wir dir hier vor.

Du möchtest dem Jaguar helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!