Unsere tollen Käfer

Die haben einen Oscar verdient!

Der Stärkste: Der Rhinozeros- oder Nashornkäfer lebt in Eichenwäldern, frisst abgestorbenes Holz. Er kann das 800fache (!!!) seines eigenen Körpergewichts auf dem Rücken tragen. Auf dich übertragen hieße das: Wenn du 40 Kilogramm wiegst, könntest du schlappe 32.000 Kilogramm schleppen. So viel wie etwa 24 VW-Käfer Cabrio!

Der Kleinste: der nordamerikanische Flederflügelkäfer Nanosella fungi mit 0,25 Millimetern Länge! Da brauchst du ´ne Lupe!

Der Größte: Der Herkuleskäfer und der Riesenbockkäfer sind beiden die Größten. Sie sind bis zu 17 Zentimeter lang und 100 Gramm schwer. Unübersehbar! Zuhause sind beide im südamerikanischen Tropenwald.

Der Oscar für

• das „Beste Kostüm“ geht an den Maikäfer. Er wird 2 bis 3 Zentimeter lang, hat braune Flügel, ein schwarzes Halsschild sowie ein schwarzweißes Zickzackmuster an der Seite. Manche sind behaart. Super getarnt für den Laubwald, wo er wohnt.

Am spannendsten sind seine Fühler. An ihnen kann man Männchen und Weibchen unterscheiden: Maikäfer-Männchen haben Fühler mit sieben Blättchen, Weibchen nur sechs Blättchen, die deutlich kleiner sind. Auf ihnen sitzen Geruchs-Sensoren. Männchen sind die größeren Schnüffler: Sie haben 50.000, Weibchen nur 8.000. Maikäfer leben in ganz Mittel- und Nordeuropa und in den gemäßigten Klimazonen von Asien.

• ... den „Witzigsten Namen“ geht an Buchdruckkäfer, Gegürtelten Schnellkäfer, Pfirsichprachtkäfer, Teppichkäfer, Gemeinen Bienenkäfer, Waldgärtner, Erdbeerenwurzelrüssel und Pillendreher (im Bild oben). Die Käfernamen verraten, wie sie aussehen, von was sie sich ernähren oder wo sie leben.

Der Pillendreher in Afrika und Südamerika rollt sich aus den Häufchen von pflanzenfressenden Säugetieren richtige Kugeln, die er dann wegrollt und an einer für ihn passenden Stelle im Boden vergräbt. Wozu? Das Weibchen legt dann ihre Eier da hinein. Das ist sehr praktisch: Schlüpfen die Larven aus den Eiern, haben sie gleich reichlich was zu futtern ringsherum.

• ... die „Beste Nachtvorstellung“ geht an das Glühwürmchen in Mittel- und Südeuropa. Es leuchtet im Dunkeln. Dies kann es dank spezieller lichterzeugender Organe. Allerdings ist es damit sparsam: Das Glühwürmchen leuchtet nur, wenn es auf Partnersuche ist, meist Ende Juni bis Anfang Juli.

• ... den „Besten Käfer-Stunt“ geht an alle Käfer! Denn einen Käfer haut so schnell nichts von den Beinen. Er bleibt einfach kleben: Durch Poren an den Füßen sondert er eine ölige Flüssigkeit ab. Bei Versuchen hielten sich Käfer selbst auf Oberflächen, die sich 50 mal pro Sekunde drehten! Das kriegst du mit deinem Drehstuhl nicht hin.

• ... das „Coolste Aussehen“ geht an den zierlichen Prachtkäfer, 4,5 bis 7,5 Millimeter lang. Von den 15.000 meist tropischen Arten schillern die meisten metallisch. In Südamerika haben etwa die Inkas Schmuckstücke aus ihnen gemacht. Der Prachtkäfer ernährt sich meistens von Holz.

• ... die „Beste Action-Rolle“ geht zugleich an Atlaskäfer und Hirschkäfer. Der südostasiatische Atlaskäfer hat spitze Hörner, der Hirschkäfer ein „Geweih“ aus Kieferzangen. Mit denen kann er Gegner vom Ast stoßen oder wie ein Catcher aufs Kreuz legen.

Der Hirschkäfer ist mit bis zu 7,5 Zentimeter Länge der größte Käfer Europas, vom Aussterben bedroht und daher streng geschützt. Er lebt gern in Eichenwäldern.

Bevor aus der Hirschkäfer-Larve ein Käfer wird, lebt sie drei bis fünf Jahre in Baumstämmen. Wenn sie sich endlich verpuppt, verlässt sie das Holz und gräbt sich in den Boden. Die Hirschkäfer schlüpfen im Herbst und leben bis zum Sommer des kommenden Jahres. Sie sind in der Dämmerung aktiv und suchen ausfließenden Baumsaft als Nahrung. Hirschkäfer brauchen totes Holz, in einem unnatürlich aufgeräumten Wald kann er nicht leben.

• ... die „Beste Grusel-Rolle“ geht an den Totengräber-Käfer, der in Europa, Asien und Nordamerika lebt. Der 1 bis 2,4 Zentimeter große Käfer hat metallisch glänzende, schwarze Flügeldecken mit orangenen Flecken. Wenn er bedroht wird, richtet er seinen Hinterleib auf und scheidet einen Tropfen übelriechender Flüssigkeit aus. Pfuibäh! Totengräber heißt er, weil er kleine Tierkadaver zu einer Kugel rollt, eingräbt und Eier hinein legt. Nach fünf Tagen schlüpfen die Kleinen und werden von ihrer Mutter mit Tröpfchen aus dem Kadaver versorgt. Totengräber leben in Mittel- und Nordeuropa.

• ... die „Beste Räuber-Rolle“ geht an den 2 bis 3 Zentimeter langen Puppenräuber. Er schillert kupferfarben bis bunt. Keine Angst, du brauchst deine Puppen nicht zu verstecken! Larve und Käfer haben es auf die Raupen des Prozessionsspinners, eines Falters, abgesehen. Puppenräuber sorgen dafür, dass diese Falterart nicht überhand nimmt und den Wald kahl frisst. Ihm machen die feinen Gifthaare der Raupe nichts aus. Uns schon: Wir kriegen davon Ausschlag.

Der Puppenräuber lebt in Nord- und Osteuropa, Kleinasien, Syrien und Ägypten. In Deutschland vor allem in Brandenburg.

• Der Sonder-Oscar für Naturschutz geht an den echten Marienkäfer mit 7 Punkten. Seine Larven und er selbst ernähren sich von Blattläusen, die viele Pflanzen im Frühsommer befallen. Die Marienkäfer melken Blattläuse wie Kühe und sorgen dafür, dass diese sich nicht zu sehr vermehren. Wenn ein Marienkäfer auf dir landet, setze ihn bitte vorsichtig auf eine Pflanze ab! Marienkäfer werden bis zu 8 Millimeter lang.

Der Harlekinkäfer mit meist 19 Punkten ist eine eingeschleppte Art, die leider die Marienkäfer mehr und mehr verdrängt, weil sie bei uns keine natürlichen Feinde hat. Mehr über diese sogenannten Aliens liest du hier.

Allgemeines über Käfer liest du hier.

Was du für Käfer praktisch tun kannst, erfährst du hier!

Du möchtest den Käfern helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!