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Kegelrobben

kehren zurück

Deutschlands größte Raubtiere waren an der deutschen Ostseeküste lange Zeit ausgerottet. Jetzt sind sie zurückgekehrt. Auch im Wattenmeer der Nordsee gibt es wieder mehr Kegelrobben. Ihre Jungen bekommen sie mitten im Winter.

Besonders zwischen der Insel Rügen und dem Festland, im so genannten Greifswalder Bodden, kann man inzwischen das ganze Jahr über Kegelrobben beobachten. Im Frühjahr sogar viele Tiere gleichzeitig.

Waren vor rund zehn Jahren gerade mal 6 Kegelrobben an der deutschen Ostseeküste zu sehen, sind   2016 bereits 68 Tiere zu beobachten gewesen! Jetzt sind wir sehr gespannt, ob bei uns bald auch mal eine kleine Kegelrobbe geboren wird.

Deutschlands größtes Raubtier

Männliche Kegelrobben können bis zu 2,30 Meter groß und bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Damit sind sie auch deutlich größer als Seehunde. Und sie haben, ihr Namen verrät es schon, eine herausragende Besonderheit: Nämlich einen kegelförmigen Kopf!

Noch ist das Auftauchen von Kegelrobben ein ganz besonderes Ereignis an der deutschen Ostseeküste. Doch bald schon könnte das ganz normal werden, denn sie kehren tatsächlich zurück.

Das ist schon ein Wunder, denn es sah einen Zeitlang ganz anders aus. Vor etwa 100 Jahren, zu Zeiten deiner Urgroßeltern, glaubten Ostsee-Fischer nämlich, dass ihnen Kegelrobben die Fischbestände wegfressen. Tatsächlich verputzen sie jeden Tag bis zu sieben Kilogramm Fisch. Deshalb wurde Jagd gemacht auf die Kegelrobben. Trotzdem gab es immer weniger Fische in der Ostsee. Denn es waren die Fischer selbst, die immer mehr die Ostsee leer fischten.

So wurden die Robben gerettet

Bald gab es in der südlichen Ostsee keine einzige Kegelrobbe mehr – und an der Nord- und Ostküste nur noch rund 2.000 Tiere! Um diese letzten Exemplare zu retten, wurden Schutzgebiete eingerichtet und das Robbenjagen verboten. Auch wurde die Ostsee etwas sauberer, weil die Einleitung bestimmter Schmutz- und Giftstoffe aus der Industrie und der Landwirtschaft verboten wurde.

Dank dieser Überlebenshilfen gibt es heute wieder geschätzte 30.000 Kegelrobben in der Ostsee! Immer mehr Tiere werden auch an der deutschen Ostseeküste gesichtet.

Die Hoffnung an der Ostsee wächst

 

Das lässt hoffen, dass die Kegelrobbe auch an die deutsche Ostseeküste dauerhaft zurückerobert. Sichtungen ganzer Gruppen vor allem um Rügen werden immer häufiger gemeldet. Der WWF hilft mit, die Meeressäuger zu schützen und klärt Fischer und Touristen auf, mehr Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. Denn noch immer verfangen sich Kegelrobben in Fischernetzen.

Im Wattenmeer ist die Rückkehr schon gelungen

Auch im Wattenmeer (Seite mit Wattenmeerposter) waren Kegelrobben in der vergangenen Jahrhunderten ausgerottet worden. Doch seit das Gebiet unter Schutz steht, kommen sie langsam zurück – vermutlich von der britischen Küste, wo die Art überlebt hatte. Inzwischen sind es an der Nordseeküste von Dänemark bis zu den Niederlanden schon wieder etwa 5.400 Tiere, die anders als die Seehunde im Winter ihre Jungen bekommen. Die Wurfsaison der Kegelrobben im Wattenmeer dauert von Mitte November bis Ende Februar.

Im Winter 2016/2017 wurden auf Helgoland 352 Jungtiere gezählt – das war ein neuer Rekord!

Steckbrief Kegelrobbe

Länge: Bis 2,30 Meter.
Gewicht: Bis zu 300 Kilogramm. Die Weibchen sind kleiner und leichter.
Besonderes Kennzeichen: Kegelförmiger Kopf.
Lebensraum: Vor allem nördlicher Nordatlantik, subarktische und temperierte Gewässer.
Gruppengröße: Bis zu Hunderte während der Ruhephasen.
Nahrung: Vor allem Fische und Tintenfische.
Nachwuchs: Von November bis Januar, meist ein Jungtier.

Bestand: Etwa 200.000 weltweit, davon die Hälfte vor England und Schottland. Einst gab es in der Ostsee etwa 100.000 Kegelrobben, im Jahr 2000 nur noch 10.000! Inzwischen leben in der nördlichen Ostsee wieder rund 30.000 Tiere. Im Wattenmeer waren Kegelrobben ausgerottet worden, doch seit dessen Schutz kehren sie auch dort zurück. Inzwischen sind es an der Nordseeküste von Dänemark bis zu den Niederlanden schon wieder rund 5.400 Tiere.

Das tut der WWF

Der WWF Deutschland setzt sich schon seit Jahrzehnten für den Robbenschutz ein. Ein großer Erfolg war die Einrichtung der drei Nationalparks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen, die das Wattenmeer schützen. Hier haben neben Kegelrobben auch Seehunde wieder ein sicheres Zuhause. An der Ostseeküste setzen wir uns dafür ein, dass Kegelrobben sich dort wieder ansiedeln können.

Außerdem kümmert sich der WWF darum, dass weniger Kegelrobben in Fischernetzen hängen bleiben. Helfen könnten neue Fischernetze, die für Kegelrobben ungefährlich sind. Oder Meeresgebiete, in denen zu bestimmten Zeiten weniger gefischt werden darf.

Auch gegen die Überfischung der Weltmeere kämpft der WWF, damit auch für die Robben und andere Tiere noch genug Fische übrigbleiben.

Das kannst du tun

Allein gelassene Kegelrobbenbabys darfst du niemals anfassen. Die Mutter ist wahrscheinlich jagen und kommt bald zurück. Wenn du dir unsicher bist, informiere die nächste Polizeidienststelle oder Naturschutzstation. Dort weiß man sicher Rat.

Mehr über Robben allgemein erfährst du hier.

Du möchtest der Kegelrobbe helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!