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Knutts

Überflieger mit Power

Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst machen Millionen Vögel Zwischenstation im Wattenmeer an der Nordseeküste. Denn hier ist das bedeutendste Rastgebiet für Wasservögel in ganz Europa. Einer von ihnen ist der Knutt.

Wenn sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, fallen entlang der Nordseeküste kilometerlange Wattflächen frei. Das ist für Vögel wie ein großer, gedeckter Tisch. In jedem Quadratmeter des matschigen Meeresbodens leben tausende Würmer, Muscheln und Schnecken.

Langstreckenflieger wie die Knutts machen deshalb gern im Wattenmeer Rast. Mehrere Wochen im Jahr lang fressen sie sich hier Fettreserven an, die sie auf ihrem Weiterflug gut gebrauchen können. 

Strandläufer auf Muschelsuche

Knutts sind etwa so groß wie Amseln und haben einen kurzen dünnen Schnabel, mit dem sie kleine Muscheln aus dem Watt herauspicken können. Diese Muscheln schlucken die Knutts im Ganzen herunter. Erst in ihren kräftigen muskulösen Mägen werden sie mit Schale zerquetscht und verdaut. 

Ab in den hohen Norden

Im Sommer fliegen viele Knutts in die arktischen Tundren Sibiriens, wo es richtig kalt und auch nur wenige Wochen schnee- und eisfrei ist. Sie legen zwar einen weiten Weg zurück, doch dafür gibt es dort im Sommer besonders viele Insekten, von denen sie sich ernähren können. Dort in Nordsibirien brüten auch die Knutts. Ihre Nester sind nur kleine Mulden im Boden, in die sie vier Eier legen. Beide Eltern brüten abwechselnd die Eier aus.

Schon kurz nach dem Schlüpfen verlassen die Küken das Nest, um sich selbst ihre Nahrung zu suchen. Aber natürlich passen die Eltern noch gut auf sie auf und wärmen sie regelmäßig. Sowohl auf dem Hinweg in die arktischen Brutgebiete als auch auf ihrem Rückweg Richtung Afrika, wo viele Knutts überwintern, legen sie im Wattenmeer eine Pause ein. Das Wattenmeer ist daher für viele Vögel ein wichtiger Lebensraum. Dies ist einer von vielen Gründen, warum der WWF sich für den Schutz dieses Lebensraums stark macht. 

Der Ostatlantische Zugweg

… ist die Flugroute vieler Wasservögel von den arktischen Tundren Nordost-Kanadas, Grönlands, Skandinaviens und Nordsibiriens bis nach Südafrika. Auf ihrem Zug um die Welt ziehen und rasten die meisten der Vögel entlang der Küsten. Dabei sind sie stets auf ganz bestimmte Feuchtgebiete angewiesen, in denen sie dann zu Hunderttausenden rasten und brüten.

Knutts und andere Strandläuferarten zum Beispiel können zwei bis drei Tage lang ununterbrochen fliegen und bis zu 4.000 Kilometer zurücklegen. Für die insgesamt 16.000 Kilometer von Taimyr in Nordsibirien bis nach Südafrika – also die einfache Strecke – benötigen sie etwa drei Monate.

Mehr dazu erfährst du hier.

Du möchtest dem Knutt helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!