Kraniche

Die größten Vögel Europas

Hast du schon einmal einen Kranich über dich hinweg fliegen sehen? Hast du die Kraft gespürt, wenn er mit über zwei Meter Flügelspannweite über dich entlang schwebt – und dabei ein Ohren betäubendes „Kruu“ ausstösst?

Noch nicht? Dann schaue jetzt im Februar einmal öfters nach oben. Denn jetzt fliegen die Grauen Kraniche von ihrem südlichen Winterlager zu ihren Brutplätzen im Norden. Manche Vögel fliegen bis zu 8.000 Kilometer weit! Jedes Jahr fliegen bis zu 400.000 Kraniche über Deutschland hinweg.

Wie erkennst du Kraniche? Eine Gruppe fliegt meist in V-Form. Kraniche sind größer als Wildgänse. Sie haben lange Federn an den Flügelenden. Ihre langen Beine ragen über die Schwanzfedern hinaus – anders als bei Gänsen.

Kraniche schnattern auch nicht wie Gänse, ihr Ruf „Krru“ klingt mehr wie nach Trompete. Daher haben sie auch ihren Namen, denn Kranich kommt vom altdeutschen „Krua“ und bedeutet „heiserer Rufer“.

Du kannst sie also kaum mit anderen Vögeln verwechseln, so groß sind sie – und so laut. Vielleicht fliegen einige auch über dein Haus. Das ist ganz schön beeindruckend.

Kraniche sind mit einer Größe von bis zu 1,30 Meter die größten Vögel Europas und gehören zu den besten Langstreckenfliegern der Welt. Sie fliegen bis zu 130 Stundenkilometer schnell und 300 bis 1.000 Meter hoch.

Bei uns in Europa ist der Graue Kranich heimisch. Weltweit leben 15 verschiedene Kranich-Arten. Viele von ihnen sind heute in ihrem Lebensraum bedroht. Am seltensten ist der Schreikranich: Nur noch etwa 350 Tiere leben in Nordamerika.

Kraniche fressen fast alles
Kraniche sind nicht wählerisch: Sie futtern Kleinsäuger, Reptilien und kleine Fische genauso wie  Frösche, Schnecken, Würmer und Insekten. Außerdem mögen sie Mais- und Getreidekörner, Sonnenblumenkerne, Erbsen, Bohnen bis hin zu Erdnüssen, Beeren oder Kartoffeln.

© WWF

Ein sicheres Nest im Sumpf
Kraniche mögen feuchte Wiesen und die Nähe von Seen, Bächen oder Mooren. Dort finden sie am meisten Nahrung. Und dort suchen sie sich Ende März auch die trockenste Stelle, um ihr Nest zu bauen. Ausreichend Wasser drum herum schützt ihren Nachwuchs vor hungrigen Wildschweinen oder Füchsen.

Kranichkinder werden schnell erwachsen. Bereits einige Stunden nach dem Schlüpfen verlassen sie als flauschige, zimtbraune Wuschels das Nest und folgen den Eltern schwimmend durchs Wasser. Bereits nach zehn Wochen sind die Kranichkinder dann selbstständig und suchen alleine Futter. In der Wildnis werden Kraniche bis zu 25 Jahre alt.

Brutpaare werden bewacht
Die Weibchen legen ein bis drei Eier und brüten, abwechseln mit dem Männchen, etwa 30 Tage. In dieser Zeit und während der Jungenaufzucht sind die Kraniche sehr empfindlich gegen Störungen. Der WWF berät deshalb Förster und Landeigentümer, damit die Vögel dann so wenig wie möglich gestört werden. Der WWF kauft außerdem Flächen an, um entwässerte Feuchtgebiete wieder unter Wasser zu setzen und hilft bei der Einrichtung von Naturschutzgebieten.

Warum Kranichschutz so wichtig ist

Wo Kraniche sich wohl fühlen, ist die Natur in Ordnung, fühlen sich auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wohl. Deshalb sind Kraniche für Naturschützer so etwas wie lebende Anzeiger für intakte Feuchtgebiete.

Bis vor wenigen Jahren stand der Graue Kranich in Deutschland noch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Heute glücklicherweise nicht mehr. Seine Zahl ist auf mehr als 9.000 Brutpaare an gestiegen, mehr als viermal so viel wie vor 25 Jahren, sagt das Kranichinformationszentrum in Groß-Mohrdorf. Die meisten Kraniche leben in Nord- und Ostdeutschland.

Mehr über wandernde Tierarten erfährst du hier.

Übrigens: Ein Kranich kann sogar richtig tanzen – zu jeder Gelegenheit und Jahreszeit. Dabei vollführt er erstaunliche Sprünge, läuft mit halb geöffneten Flügeln in Schleifen und verbeugt sich sogar vor seinen Artgenossen.

Du möchtest den Kranichen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!