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Leopard

Jäger in der Dämmerung

Er ist ein Meister im Anschleichen, kann enorm weit und hoch springen und extrem gut sehen: Kein Wunder, dass ein Leopard so erfolgreich jagt, besonders wenn es dunkel wird. Gerade dann sind in Afrika nämlich viele Beutetiere unterwegs. Für sie legt er sich auf die Lauer.

Lange, spitze Eckzähne, einen großen Kiefer und messerscharfe Krallen: Schon am Aussehen erkennst du, dass Leoparden Fleischfresser sind. Durch ihr schönes Fell hindurch siehst du ihre superstarken Muskeln besonders an Nacken und Schultern. Damit können sie sogar Tiere erbeuten, die größer und bis zu dreimal schwerer sind als sie selbst – zum Beispiel große Antilopen oder junge Giraffen.

Leo auf der Lauer

© subinpumsom/Getty Images/WWF

Leoparden gehen auf den Zehen. Besonders cool: Unter ihren Pfoten befinden sich dicke stoßdämpfende Sohlenpolster, mit denen sie lautlos auftreten können. Damit können sie sich manchmal bis auf wenige Meter an ihre Beutetiere heranschleichen, ohne dass sie bemerkt werden. Denn ihr Fell wirkt wie ein Tarnanzug. Leoparden verstecken sich dann auf einem tief liegenden Ast, im Gras oder zwischen Büschen und warten auf Beute.

Klugerweise legen sie sich dort auf die Lauer, wo sich das Warten lohnt. Zum Beispiel an einem Flussufer, wohin Wildtiere regelmäßig zum Trinken kommen. Zum Angriff schießen sie dann aus ihrem Versteck hervor, stürzen sich auf die Beute und reißen sie nieder.

Größere Tiere töten sie mit einem Biss in die Kehle, kleinere Tiere beißen sie in den Nacken. Mit ihren Eckzähnen schneiden sie das Fleisch vom Knochen ab. Was übrig bleibt, schaben sie mit ihrer rauen Zunge herunter. Von ihrer meist großen Beute fressen sie mehrere Tage lang. Pro Tag brauchen sie eine Portion von 2,9 bis 4,7 Kilogramm.

Dazu müssen sie allerdings ihr Beutetier vor größeren Löwen, aufdringlichen Hyänen und anderen Räubern in Sicherheit bringen. Das geht am besten auf einem Baum in mehreren Meter Höhe, wo Löwen und Hyänen nicht herankommen. Was bei großen Beutetieren ganz schön anstrengend ist. In Afrika wurde einmal ein Leopard beobachtet, der es geschafft hat, ein etwa 125 Kilogramm schweres Giraffenkalb bis in eine Höhe von 5,70 Meter zu schleppen.

Ein Leopard hat dazu nicht nur die Kraft, sondern auch das Geschick zum Klettern. Die seitlich verlagerten Schulterblätter und die hakenartigen Krallen helfen dabei. Leoparden können im Unterschied zu den meisten anderen Katzen sogar kopfüber abwärts klettern. Notfalls können sie aber auch springen: Das können sie nämlich ganz ausgezeichnet. Leoparden sind außerdem gute Schwimmer.

Wo es Leoparden gibt

Der Leopard ist von allen Großkatzen am weitesten verbreitet. Ihn gibt es von Südafrika bis Ostasien (der Schneeleopard in der Mongolei gehört übrigens nicht dazu, der ist gar kein echter Leopard!). Denn ähnlich wie der Tiger kann sich auch der Leopard an ganz verschiedene Lebensräume anpassen – von steinigen Halbwüsten bis zu dichten Regenwäldern, von der trocken-heißen Savanne bis zur feucht-kalten Taiga. Hauptsache: Es gibt genug zu fressen und genügend Deckung, um überhaupt erfolgreich jagen zu können.

Die allermeisten Leoparden leben in Afrika, besonders in den östlichen und südlichen Savannenwäldern. Es gibt insgesamt neun Unterarten:

• Mehr als 700.000 Afrikanische Leoparden
• 70 Amur-Leoparden
• 45 bis 200 Arabische Leoparden
• weniger als 500 Chinesische Leoparden
• 12.000 bis 14.000 Indische Leoparden in Indien
• weniger als 2.500 Indochinesische Leoparden
• weniger als 250 Java-Leoparden
• 800 bis 1.000 Persische Leoparden
• 700 bis 950 Sri-Lanka-Leoparden.

Steckbrief

Der Leopard erreicht mit Schwanz eine Länge bis zu 2,40 Meter und wird im Durchschnitt 45 Kilogramm schwer. Die Grundfarbe des Fells ist gelblich und hat an Flanken und Rücken schwarze Flecken. Die Dichte der Flecken und die Grundfarbe können recht verschieden sein Steppenleoparden haben eine eher helle, Waldleoparden eine tief dunkle Grundfarbe. Schwarze Leoparden werden auch Panther genannt. Sie sind also keine eigene Art.

Jeder Leopard hat ein eigenes Fellmuster, das ihn von allen anderen Leoparden unterscheidet. So kann man auf Fotofallenbildern erkennen, ob ein oder zwei oder mehrere Tiere vorbeigelaufen sind.

Lebensweise

Leoparden sind Einzelgänger und leben meist in festen Revieren. Je weniger Beute es gibt, desto größer sind sie: in Russland zum Beispiel bis zu 62 Quadratkilometer, das ist halb so groß wie Schwerin. Manchmal auch bis zu 500 Quadratkilometer, das ist größer als Köln. Auf der Suche nach Nahrung legen sie täglich mehrere Kilometer zurück.

Das Revier markieren sie mit Kratzern an Bäumen oder mit ihrem Pipi. Sie reiben sich auch mit ihrem Fell an Bäumen,. Alles nur, um Eindringlingen klar zu machen: Hier herrsche ich, zieh Leine! Durchquert trotzdem ein anderer Leopard das Revier eines ansässigen Tieres, kann es zu ernsthaften Kämpfen kommen.

Leoparden-Kinder

Leoparden lieben das Alleinsein. Jedes Weibchen und jedes Männchen lebt für sich. Von Zeit zu Zeit schließen sich aber männliche und weibliche Tiere kurz zu Paaren zusammen, um Nachwuchs zu zeugen. Um die Kinderaufzucht kümmert sich später nur die Mutter.

Die Tragzeit dauert ungefähr 96 Tage. Die Leopardenmütter ziehen sich für die Geburt gern in ein Versteck zurück, zum Beispiel eine Höhle. Geboren werden meist ein bis drei Junge. Sie sind blind und nackt und wiegen 500 bis 600 Gramm – so viel wie eine Müslipackung oder ein Brot.

Erst nach einer Woche öffnen sie ihre Augen. Nach etwa zwei Wochen beginnen sie, in ihrem Unterschlupf umher zu krabbeln. Mit drei Monaten wagen sie sich erstmals aus ihrer Kinderstube heraus und begleiten ihre Mutter auf Streifzügen durch ihr Revier. Dann gehen sie bei ihr in die Leo-Schule: Sie lernen, zu schleichen, zu lauern und zu  jagen.

Nach 12 bis 18 Wochen kommen sie schon alleine zurecht und im Alter von 15 bis 36 Monaten (je nach Unterart) verlassen sie ihre Mutter und suchen sich ein eigenes Revier. Leoparden werden in der Wildnis meist bis zu 18 Jahren alt.

Gefahren für Leoparden – und was der WWF dagegen tut

Leider sind Leoparden in vielen Gebieten bereits ausgestorben. Dafür gibt es ähnliche Gründe wie bei vielen anderen großen Säugetieren: Ihr Lebensraum geht verloren, weil Wald abgeholzt oder Grasland zu Ackerland wird. Leoparden werden außerdem verbotenerweise gejagt. Wegen ihres Fells oder ihrer Knochen, die manche Menschen in Asien als Heilmittel ansehen.

Aber auch wenn Menschen die Beutetiere der Leoparden jagen, bekommen die Großkatzen ein Problem, weil sie dann nichts mehr zu fressen finden.

Deshalb kümmert sich der WWF darum, Schutzgebiete für Leoparden und andere Tiere zu schaffen und dafür zu sorgen, dass sie dort gut geschützt sind. Außerdem versucht der WWF, die Menschen in den Leopardengebieten dafür zu gewinnen, mehr Rücksicht auf die Tiere zu nehmen und ihnen mit Geld zu helfen, falls eine Katze doch mal ein Nutztier reißt. Der WWF kämpft außerdem gegen den kriminellen Handel mit Leopardenknochen.

Mehr über den Amur-Leoparden liest du hier.

Du möchtest dem Leoparden helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!