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Libellen

Ufos aus der Urzeit

Teufelsbolzen, Satansnadeln, Augenstecher: Schlimme Dinge wurden früher den Libellen nachgesagt. Alles Humbug! Heute wissen wir: Libellen sind für Menschen ungefährlich, sie stechen nicht, sie beißen nicht und sie sind nicht giftig. Sie sind sogar nützlich, denn die überschnellen Jagdflieger halten uns manche Mücke vom Halse.

Libellen sind älter als die Dinosaurier: Sie leben bereits seit etwa 250 Millionen Jahren auf der Erde. Heute gibt es auf der Welt etwa 4.500 Arten, 78 davon in Deutschland.

Feuchte Wiesen und Wälder, Seen, Bäche, Moore und Flüsse bieten Libellen ideale Lebensräume – wie zum Beispiel der Quelljungfer im Bild unten.

Schillernde Flugakrobaten

Libellen sind Jäger, die ihre Beute im Flug fangen. Durch ihre riesigen vorgewölbten Augen – wie das Cockpit eines Hubschraubers – haben sie eine besonders gute Übersicht.
Und Libellen sind turboschnell: Mit maximal 40 bis 50 Stundenkilometer knallen die Jagdflieger auf ihr Beutetier – für beide ein gewaltiger Aufprall. Deshalb besteht ihre Brust aus schräggestellten Panzerplatten, die den Stoßdruck über den Körper verteilen und dafür sorgen, dass die Libelle nicht aus dem Gleichgewicht gerät.
Außerdem formt die Libelle rechtzeitig ihre Beine zu einem Fangkorb, was den Crash ebenfalls glimpflich ausgehen lässt – zumindest für die Libelle.

 Die Prachtlibellen sind bei uns die Größten: Sie werden bis zu fünf Zentimeter lang. Unter den Vorfahren der Libellen gab es zu Urzeiten aber auch Brummer mit 70 Zentimeter Flügelspannweite. 

Vom Ei zum Fluginsekt

Libellen legen ihre Eier meist auf Wasserpflanzen ab. Nach wenigen Wochen oder nach einer Überwinterung schlüpft aus dem Ei die Larve. Mit dem Schwanzstachel sprengt sie die Hülle weg und das Larvenleben beginnt. Das kann je nach Art einige Wochen bis zu fünf Jahre dauern.

Auch die Libellenlarve ist ein Jäger. Allerdings einer, der sich an seine Beute wie Wasserflöhe, Mückenlarven, Fliegen und Würmer langsam anpirscht. Die Umwandlung von der Larve zur geflügelten Libelle zwingt das Tier zu einer Ruhezeit. Denn seine Organe müssen umgebaut werden. Dazu steigt die Larve aus dem Wasser auf eine Pflanze. Dann wird es irgendwann gruselig: Der Rücken platzt x-förmig auf, und aus dem die Riss steigt die fertige Libelle wie ein Taucher aus seinem Gummianzug.

 Sie hat jetzt einen lang gestreckten, meist auffällig gefärbten Körper mit zwei Flügelpaaren. Viele Libellen bewegen ihre Vorderflügel entgegengesetzt zu den Hinterflügeln. Dadurch können sie in der Luft stehen oder sogar rückwärts fliegen! Leider leben Libellen nur wenige Tage bis einige Wochen.

Wie den Libellen geholfen wird

Viele Lebensräume der Libellen wurden besonders im letzten Jahrhundert großflächig vom Menschen trockengelegt. Bäche und Flüsse wurden begradigt. Deshalb setzen heute Naturschützer gezielt einst trockengelegte Gebiete wieder unter Wasser und lassen Bäche wieder frei fließen.

Wusstest du, dass es zu den Libellen eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 5/14.

Du möchtest den Libellen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!