Der Maulwurf

Der kleine König der Unterwelt

Seine Armmuskeln hätten alle Sportler gern: Der Maulwurf kann Erdhaufen schaufeln, die 20-mal so viel wiegen wie er selbst! Seine Bauarbeiten bringen allerdings so manchen Gartenbesitzer zur Verzweiflung: Denn wenn er gräbt, dann nimmt er auf Blumenbeete keine Rücksicht.

Dabei ist der Maulwurf überhaupt kein Pflanzenschädling. Er futtert vor allem Regenwürmer, aber auch Ringelwürmer, kleine Insekten, Käferlarven, Spinnen und ganz selten sogar Mäuse. Viele Beutetiere hebt er sich auch in bis zu zehn Speisekammern auf, die durch zahllose Gänge miteinander verbunden sind.

Denn Tunnel zu graben ist seine Hauptbeschäftigung. Ganz selten nur kommt er ans Tageslicht. Und wenn, dann nur um die Erde aus seinen Gängen herauszuschaufeln. Das sind dann die berühmten Maulwurfshaufen.

Wohnzimmer unter der Erde

© Getty Images

Der Maulwurf lebt unterirdisch und an seine dunkle Welt hat er sich bestens angepasst. Seine Augen braucht er da unten nicht, er kann daher nur hell und dunkel unterscheiden.

Seine Hände sind wie kleine Schaufelbagger. Mit ihnen gräbt er sich durch die Erde und schafft ein Labyrinth aus Gängen. Außerdem legt er Vorratskammern und eine Schlafkammer an und polstert einen weiteren Raum mit Pflanzenmaterial für seine Jungen aus (ein Bild der Babys siehst du weiter unten). Diese Kammer für die Jungtiere liegt gut geschützt einen halben Meter unter der Erde.

Der Maulwurf hört und riecht sehr gut, auch seinen Tasthaaren entgeht nicht die kleinste Erschütterung. Hört oder spürt er Insekten, Käferlarven, Regenwürmer oder andere Tiere, die in seine Gänge geraten sind, flitzt er sofort hin. Das ist oft sehr sportlich, denn seine Tunnel sind insgesamt bis zu 200 Meter lang!

Ständig fressen

Maulwürfe leben in Nordamerika, Europa und Teilen Asiens. Der Europäische Maulwurf ist einer von weltweit 35 Arten und steht unter Naturschutz. Er gehört zu den Insektenfressern.

Jeden Tag muss er mindestens halb so viel fressen, wie er wiegt (bis zu 120 Gramm). In einem Jahr kann ein einziger Maulwurf bis zu 30 Kilogramm Beutetiere verputzen. Eigentlich muss ein Maulwurf fast ständig fressen. Denn er hat kaum Fettpolster, auch wenn er so knuffig aussieht. Findet er mal einen Tag lang nichts, muss er verhungern.

Steckbrief Europäischer Maulwurf

Größe: Meist 14 bis 16 Zentimeter
Gewicht: Bis zu 120 Gramm
Kopf: Langgestreckt und flach
Nase: Beweglich, rüsselförmig
Augen: Sehr klein und teilweise von Haut überdeckt
Ohren: Nicht zu sehen, aber da
Schnauze: Dort besitzt er viele Tastsinneszellen. Damit kann er vermutlich auch elektrische Reize spüren. Zum Beispiel schwache elektrische Felder, die bei der Muskelbewegung von Beutetieren entstehen.
Lebensweise: Einzelgänger
Lebensraum: Wiesen, Äcker, Wälder
Alter: 3 bis 6 Jahre
Schlafen: Das tun Maulwürfe auch mal tagsüber, denn als Bodenbewohner halten sie sich nicht so sehr an Tag und Nacht.
Natürliche Feinde: Eulen, Greifvögel, Fuchs, Marder und Wildschwein können dem Maulwurf am Maulwurfshügel auflauern. Doch unter der Erde ist niemand größer als er, da bedroht ihn niemand. Dort ist so etwas wie der König der Unterwelt.

Nachwuchs

Nach bis zu 50 Tagen Schwangerschaft kommen bis zu neun Junge zur Welt. Die sind erst mal
unbehaart und hilflos, wachsen aber schnell. Nach drei bis acht Wochen werden sie bereits von der Muttermilch entwöhnt. Ein Jahr nach der Geburt können sie dann selbst Junge bekommen.

Schon gewusst?

Maulwürfe halten keinen Winterschlaf. Sie ziehen sich in tieferen Bodenschichten zurück und legen sich zuvor einen Vorrat an Regenwürmern zu.

Der Name "Maulwurf" bedeutete früher im Althochdeutschen vermutlich so viel wie "Haufen werfen". Na, das passt ja ziemlich gut!

Der Maulwurf ist gut für den Boden

Maulwürfe stehen in Deutschland unter Naturschutz. Sie dürfen aber von Grundstücken mit natürlichen Mitteln (Buttermilch, Pfefferminzwasser) vertrieben werden.

Doch eigentlich kann sich jeder über Maulwürfe freuen, denn wo sie sind, ist der Boden gesund  und reich an Kleinleb ewesen, die der Maulwurf frisst. Auch weil er sehr gerne Schädlinge wie Schnecken oder Schnakenlarven frisst, ist er ein eher ein Nützling im Garten.Außerdem durchmischt er den Boden, durchlüftet ihn und bringt wertvollen Humus in untere, humusfreie Bodenschichten.

Obendrein erfreulich: Der Europäische Maulwurf ist nicht bedroht.

Mehr über den Boden erfährst du hier.

Du möchtest dem Maulwurf helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!