Nasenbären:

Die Superschnüffler

Sie sind clever, mutig und können mächtig gut klettern. Doch berühmt sind die Nasenbären, ihr Name verrät es schon, wegen ihres außergewöhnlichen Riechorgans.

So eine Nase hättest du bestimmt auch gerne: Voller winziger Geruchsantennen, mit der du alles Essbare erschnüffelst. Und mit vielen kleinen Muskeln, die sie so biegsam machen wie einen kleinen Rüssel. Damit können Nasenbären ihre langgezogene Nase auch in Erdlöcher und Felsspalten stecken – und wenn es sein muss, auch mal um die Ecke riechen! 

Ob Früchte oder Käfer – nur her damit

Nasenbären mögen Früchte und Salat genauso wie Eier. Beides bekommen Zootiere wie der Nasenbär im Bild oben reichlich. In der Wildnis aber müssen sie ihr Fressen suchen. Dazu schnüffeln den ganzen Tag nach Essbarem herum – in der Erde, unter Steinen oder Wurzeln und in der Rinde alter Bäume. Finden sie etwas, graben sie es mit ihren scharfen Krallen aus - zum Beispiel Samen oder Raupen, Insekten und Schnecken.

Gerne verputzen sie auch süße Früchte vom Baum. Oder sie jagen kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Ratten. 

Sie können sogar stachlige Tiere wie Taranteln erbeuten. Dazu rollen sie die Spinnentiere einfach mit den Händen auf dem Boden hin und her, bis deren unangenehmen  Brennhaare abgefallen sind. Nasenbären haben offenbar wenig Angst. Auch nicht vor Wasser, im Gegenteil: Sie sind sogar recht gute Schwimmer. So gut, dass sie nach Muscheln tauchen und Fische fangen können. Du siehst: Nasenbären sind wirklich Allesfresser. Und wenn sie fressen, dann schmatzen sie dabei ganz schön laut.

Kopfüber klettern

Nasenbären sind auch im Klettern stark. Ihre Krallen greifen tief in die Baumrinde und geben ihnen Halt. So laufen sie mit ihren kräftigen Armen und Beinen einen Baumstamm fast mühelos nach oben.

Oben auf den Bäumen hilft ihnen ihr langer Ringelschwanz dabei, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Dort schlafen Nasenbären nachts in Nestern, die sie aus Blättern gebaut haben.

Interessanter ist der Rückweg vom Baum herunter: Nasenbären laufen kopfüber nach unten. Dabei können sie die Gelenke ihrer Vorder- und Hinterpfoten besonders gut dehnen und haben so festen Halt.

Nasenbären-Steckbrief

Die drolligen Schnüffler gehören wie die Waschbären zu den Kleinbären. Die meisten Wissenschaftler unterscheiden drei Arten vor allem an unterschiedlichen Fellzeichnungen: den Südamerikanischen Nasenbären, den Weißrüssel-Nasenbären und den Bergnasenbären. Alle drei leben vor allem in feuchten und trockenen Wäldern Südamerikas und Mittelamerikas.

Nasenbären werden bis zu 70 Zentimeter groß – weitere 70 Zentimeter misst ihr Schwanz. Typisch: Die Vorderbeine sind kurz, die Hinterbeine lang. Gewöhnlich sind die Männchen größer als die Weibchen. 

Die Tiere erreichen ein Gewicht bis zu 6 Kilogramm und rennen bis zu 27 Stundenkilometer schnell – also wie ein flotter Radfahrer. In der Wildnis werden sie meist bis zu 7 Jahre alt, in Tierparks bis zu 14 Jahre.

Männchen allein, Weibchen in Gruppen

Die Weibchen leben mit Jungtieren in Gruppen von bis zu 25 Tieren zusammen. Die erwachsenen Männchen sind Einzelgänger. Meist kommen sie nur zur Paarungszeit zusammen. Dazu muss das Männchen ausgiebig das Fell eines Weibchens kraulen und pflegen. Nach der Paarung verjagt das Weibchen das Männchen wieder.

Dann beginnt die Tragzeit. Nach 10 bis 11 Wochen sondert sich das Weibchen von ihrer Gruppe ab und bringt in einem Baumnest zwei bis sieben Junge zur Welt. Die Jungen wiegen bei der Geburt nur 100 bis 180 Gramm (das sind so viel wie 1 bis 2 Tafeln Schokolade) und öffnen erst nach etwa 11 Tagen die Augen. 

Aus dem Nest den Baum hinunter

Bereits etwa fünf Wochen nach der Geburt verlassen die Nasenbärenkinder das Nest. Dazu müssen sie gleich eine Mutprobe bestehen: Nämlich zum ersten Mal alleine kopfüber den Baum hinabklettern. Wenn sie das geschafft haben, kehrt die Mutter mit ihnen zu ihrer alten Gruppe zurück. 

Nun gehen sie mit ihr gemeinsam auf Futtersuche. Damit sie dabei im dichten Wald nicht verloren gehen, fiept die Mutter immer wieder nach ihnen.

Die Weibchen in den Gruppen leben sehr sozial. Sie putzen sich gegenseitig, sorgen gemeinsam für die Jungen und spielen auch viel zusammen. Und sie bewachen gemeinsam ihre Jungen gegen Fressfeinde wie Greifvögel, Riesenschlangen und Raubkatzen.

Vier Monate lang werden die jungen Nasenbären von ihrer Mutter gesäugt. Nach zwei Jahren sind sie erwachsen. Während die Weibchen in der Gruppe bleiben, suchen sich die Männchen dann ein eigenes Revier.

Mutige Nasenbären

Jeder Nasenbär verteidigt sein Revier. Dringt ein anderer Nasenbär in seinen Lebensraum ein, droht er ihm zunächst. Dazu hebt er seine lange Nase in die Luft und grunzt. Zeigt sich sein Gegner davon unbeeindruckt, schnappt der Nasenbär nach ihm  und beißt manchmal sogar zu. Ausgewachsene Nasenbären können sogar Fressfeinde wie Greifvögel, Schlangen oder Pumas in die Flucht geschlagen. 

In der Weibchen-Gruppe warnen sich die Tiere gegenseitig bei Gefahr und stoßen laute Alarmrufe aus. So können sie Fressfeinde gemeinsam vertreiben. Falls das aber nicht gelingt, flüchten alle Nasenbären auf einen Baum.  

Von Menschen werden Nasenbären manchmal gejagt, weil sie auf Feldern oder in Vorratsspeichern Schäden anrichten oder Hühnerställe plündern. Denn Vögel fressen sie auch. Nasenbären gehören aber nicht zu den bedrohten Tierarten, sondern sind bis heute noch in Süd- und Mittelamerika weit verbreitet.

Du möchtest bedrohten Tieren helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!