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Nashörner

Dickhäuter mit Supernasen

Sie sind groß, stark, bullig und gelten als unberechenbar: Kaum ein Pflanzenfresser verschafft sich so viel Respekt bei Tier und Mensch wie die Nashörner. Das verdanken sie vor allem ihren Hörnern auf der Nase, ihrem Erkennungsmerkmal. Nashörner tragen je nach Art ein oder zwei Nasenhörner.

Wenn sie zwei Hörner haben, ist das vordere das größere. Es wächst aus dem Nasenbein, das hintere aus dem Vorderschädel. Die Hörner sind super hart, bestehen aus Keratin, einem Eiweiß, das auch in deinen Haaren und Nägeln vorkommt. 

Ihre Spitze bekommen die Hörner durch das Abwetzen am Boden oder durch Kämpfe. Nashörner verteidigen energisch ihr Revier gegen Artgenossen. Ansonsten ist das Nasenhorn nur für Feinde der Nashörner gefährlich. 

Die Rhino-Familie

Die Familie der Nashörner umfasst fünf Arten:

Das Dickköpfigste

Das indische Panzernashorn (Bild oben) hat den größten Kopf. Außerdem erkennt man es an einer dicken Nackenfalte und zwei Hautfalten, die bei Vorder- und Hinterbeinen über den ganzen Körper laufen. Es wird 1,85 hoch, mehr als zwei Tonnen schwer und bis zu 45 Jahre alt.

Noch knapp 3.300 Tiere leben im südlichen Nepal und in Indien. Dort, wo es sumpfige Überflutungsgebiete mit hohem Gras sowie Trocken- und Savannenwälder gibt. Das Panzernashorn schwimmt sehr gerne!

Das Kleinste

Das Sumatranashorn erreicht 1,10 bis 1,30 Meter Schulterhöhe, ist 500 bis 800 Kilogramm „leicht“ und wird bis zu 40 Jahre alt.

Es lebt in den dichten Regenwäldern auf den Inseln Sumatra und Borneo. Es ist meist nachts unterwegs und hat als einziges Nashorn ein dünnes Fell. Außerdem hat es im Gegensatz zu seinen beiden asiatischen Verwandten zwei Hörner und starke Eckzähne, die es als Waffe benutzen kann.

Es gibt nur noch etwa 100 Sumatra-Nashörner! Sie sind vom Aussterben bedroht. Der WWF setzt alles daran, ihr Überleben zu sichern.

Das Größte mit den größten Hörnern

Das Breitmaulnashorn hat ein breites Maul und frisst am liebsten Gras: Zum Rupfen sind ihre breiten Lippen sehr praktisch. Es kommt in vielen Ländern Afrikas vor und lebt gern in warmen Gras- und Buschsavannen. Beim Breitmaulnashorn werden zwei Unterarten unterschieden:

Das Südliche Breitmaulnashorn lebt in Südafrika, Botsuana, Namibia, Swaziland, Simbabwe, Kenia und einige wenige Tiere in Uganda, Mosambik und Sambia. Insgesamt gibt es von ihm knapp 20.000 Tiere.

Vom Nördlichen Breitmaulnashorn (Bild oben) gibt es nur noch fünf Tiere!!! Zwei davon leben in Zoos und die drei anderen in Kenia im Reservat Ol Pejeta. Dort werden sie streng bewacht.

Das Breitmaulnashorn ist nach dem Asiatischen und Afrikanischen Elefanten das drittgrößte Landsäugetier. Männchen sind mit 1,90 Meter Schulterhöhe etwas größer als die Weibchen.

 

Das letzte Einhorn

Marco Polo, der große Entdecker (1254 bis 1324), glaubte tatsächlich, dass er das legendäre Einhorn entdeckt habe! Dafür hielt er nämlich das Javanashorn, das er im heutigen Myanmar in Asien sah. Es wird 1,70 Meter hoch, bis zu zwei Tonnen schwer und 40 Jahre alt.

Heute lebt es nur noch in einem Schutzgebiet im Regenwald auf Westjava in Indonesien (das Bild und das Video oben entstanden mit einer Fotofalle). Dort gibt es Sümpfe zum richtig schönen Suhlen. Leider existieren dort nur noch höchstens 50 Javanashörner!

 

Das Gefährlichste

Das Spitzmaulnashorn (im Bild oben und ganz oben) erreicht 1,80 Meter Schulterhöhe, wird 1,4 Tonnen schwer und kann 50 Jahre alt werden. Es lebt ebenfalls in Gras- und Buschsavannen im zentralen, östlichen und südlichen Afrika. Im Unterschied zum Breitmaulnashorn bevorzugt es allerdings Zweige. Die kann es mit seinem spitzen Maul gut abreißen.

Es gilt als sehr aggressiv: Die Nashornbullen gehen mit ihren zwei Hörnern aufeinander los und fügen sich gegenseitig blutige Wunden zu. Die Hälfte aller Kämpfe endet für einen der Bullen tödlich! Beim Spitzmaulnashorn gibt es drei Unterarten mit insgesamt etwa 4.480 Tieren. Vor 50 Jahren waren es noch etwa 70.000 Spitzmaulnashörner. Eine vierte Unterart ist schon ausgestorben.

Begehrtes Nasenhorn

In Asien und Afrika gibt es insgesamt vermutlich noch etwa 25.000 Nashörner. Leider sind sie alle bedroht. Warum? Du ahnst es schon: Es ist wie bei fast allen seltenen Tieren – ihr Lebensraum wird von Menschen verkleinert oder zerstört.

Außerdem werden in Afrika seit 2007 besonders viele Tiere gewildert. Im Jahr 2014 wurden dort 1.215 Nashörner getötet.

Die Tiere werden gewildert, um an ihr Nasenhorn zu bekommen. Das bringt den Schmugglern viel Geld. Denn in Asien gilt Nasenhornpulver für einige Leute als „Medizin“. Alles Aberglaube: Nashornpulver besteht fast nur aus Keratin. Das ist der gleiche Stoff, aus dem deine Fuß- und Fingernägel sind. Dafür zahlen manche Menschen leider enorme Summen – mehr als für Gold.

Was der WWF tut

Der WWF hängt manchen Nashörnern wie oben auf dem Bild in Nepal Sender um, um mehr über ihre Lebensweise und ihre Wanderungen zu erfahren.

Der WWF bildet außerdem Wildhüter aus, setzt sich für mehr Schutzgebiete ein, bekämpft die Wilderei und den illegalen Handel mit Nasenhörnern. In China und in Vietnam wiederum wendet sich der WWF direkt an Regierungsvertreter, um sie zu überzeugen, stärker gegen den illegalen Wildartenhandel vorzugehen und Verstöße künftig hart zu bestrafen. Außerdem versucht der WWF, Menschen in Asien zu überzeugen, kein Nashornpulver mehr zu benutzen.

Was Nashörner lieben

Wenn's zur Mittagszeit richtig heiß ist, liegen die Dickhäuter am liebsten im Schatten an Wasserlöchern. Dort suhlen sie sich und bekommen so eine dicke Lehmkruste auf der Haut. Die pflegt schön und hält gleichzeitig Insekten und Parasiten fern.

Nashörner trinken bis zu 80 Liter Wasser am Tag. Die afrikanischen Arten können aber auch vier bis fünf Tage ohne Trinken auskommen. Auf ihrer Speisekarte stehen täglich je nach Art bis zu 50 Kilogramm Pflanzen: Blätter, Zweige, Früchte und sogar Dornenbüsche. Was Nashörner zu einer Art Landschaftsgärtner macht: Denn wenn es keine Nashörner gibt, wächst alles mit dornigen Pflanzen zu und andere Tiere kommen nicht mehr durch.

Nashörner schlürfen auch gern salzigen Mineralschlamm, damit sie lebenswichtige Mineralien bekommen, die ihnen bei ihrer einseitigen pflanzlichen Ernährung fehlen. 

Du möchtest den Nashörnern helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!