Der Nebelparder

Das Phantom des Regenwaldes

Der Nebelparder ist so scheu, dass ihn selbst ein erfahrener Forscher kaum zu Gesicht bekommt. Kein Wunder, denn die Großkatze sieht auch ziemlich nebulös aus ...

Ihre schwarz umrandeten „Wolkenflecken“ auf dem ockergelben, gelbbraunen bis silbergrauen Fell tarnen sie im braun-grünen Tropenwald perfekt. Du siehst: Da passt der Name!

Noch ist wenig über den Nebelparder bekannt. Daher sind ihm Forscher auf der Spur, auch vom WWF, um mehr über ihn zu erfahren. Was man weiß: Der Nebelparder gehört zu den Großkatzen und lebt mit zwei Arten in Südostasien. Er mag dichte Wälder und ist dort meist nachts unterwegs.

Der Nebelparder klettert sehr gut in den Bäumen umher. Der lange buschige Schwanz dient ihm dabei als Balancierhilfe, die langen Krallen geben ihm Halt und die starken Hinterbeine die nötige Kraft, um sogar bis zu 5 Meter breite Lücken zu überspringen. Der Hammer: Er kann sogar kopfüber einen Baum herunterklettern oder kopfüber locker an einem dicken Ast entlanglaufen. Wegen seiner Kletterkünste nennen Einheimische den Nebelparder auch Baumtiger.

Auf den Bäumen jagt der Nebelparder Vögel, Reptilien oder Affen, am Boden ist er hinter Hirschen und Wildschweinen her.

Er wird bis zu einen Meter groß, sein Schwanz ist zusätzliche 90 Zentimeter lang und er wiegt zwischen elf und 23 Kilogramm. Der Nebelparder besitzt, im Verhältnis zu seiner Körpergröße, die längsten Eckzähne innerhalb der Katzenfamilie: Sie werden bis zu 4,5 Zentimeter lang.

Familie

Nach einer Tragzeit von etwa drei Monaten bringt das Weibchen drei oder vier Junge zur Welt, die zunächst noch blind sind erst nach zehn bis zwölf Tagen ihre Augen öffnen. Drei Monate lang werden sie von der Mutter gesäugt. Mit neun Monaten sind sie ausgewachsen und verlassen die Obhut der Mutter. In der Wildnis werden Nebelparder vermutlich etwa bis zu 10 Jahre alt.

Das Revier eines Nebelparders ierstreckt sich von vier bis zu 17 Quadratkilometern – das ist bis zu zehnmal so groß wie die Insel Helgoland.

Was der WWF tut

Um mehr über Nebelparder zu erfahren, setzten Forscher des WWF Fotofallen ein. Es sind digitale Kameras, die durch Wärme- und Bewegungssensoren ausgelöst werden. Sobald sich ein Tier der Kamera nähert, wird ein Foto gemacht - so wie das Bild oben.

Mit den Fotos der Tiere kann man ungefähr abschätzen, wie viele Tiere in einem Untersuchungsgebiet leben.

Fotofallen bieten den weiteren Vorteil, dass auch viele andere Arten fotografiert werden. So konnten wir zum Beispiel erste Aufnahmen einer Flachkopfkatze und vor kurzem einer Borneo-Goldkatze machen, zweier weiterer stark gefährdeter Katzenarten. Daneben erhalten wir auch Fotos von Beutetieren des Nebelparders. Und erfahren, zu welcher Tageszeit welche Tiere aktiv sind.  

So können wir zusammen mit Wildtier- und Forstbehörden dafür sorgen, dass dort, wo es noch viele Nebelparder gibt, auch baldmöglichst neue Schutzgebiete eingerichtet werden.

Denn trotz gesetzlicher Schutzbestimmungen wird die Art noch immer stark bejagt und unerlaubt gehandelt, so wie im Bild oben. Auf den Schwarzmärkten, also, dort, wo Dinge unerlaubt gehandelt werden, tauchen außerdem Nebelparderfelle häufig auf und auch Nebelparderknochen. Sie werden als Heilmittel geschätzt, auch wenn es keinen Beweis für ihre Heilkraft gibt.

In den letzten Jahren sind deshalb die Bestände in allen Verbreitungsgebieten stark zurückgegangen. Das größte Vorkommen findet sich noch auf der Insel Borneo.

Der WWF setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass geltende Artenschutzgesetze strikter eingehalten werden und die Abholzung der Wälder im Lebensraum des Nebelparders gestoppt wird.

Der WWF bildet außerdem Nationalparkmitarbeiter in der Betreuung der Schutzgebiete aus. Geschädigten Wald forsten wir mit einheimischen Baumarten wieder auf. Wir rüsten Wildhüter aus und entsenden sie in die Schutzgebiete. Sie stellen Wilderer, entfernen Fallen – und schlagen Alarm, wenn Holzfäller eindringen.

Du möchtest dem Nebelparder helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!