Neu entdeckte Arten:

Harry-Potter-Wespen und Vampirfledermäuse

Stell dir vor: Eine Vampir-Fledermaus mit riesigen Fangzähnen! Oder einen Frosch, der seine Farbe wechselt – je nachdem, ob es Tag oder Nacht ist und welche Stimmung er gerade hat. Oder eine Wespe, die ihre Opfer mit einem Nervengift lähmt und bei lebendigem Leib aussaugt – iiiih!

Alle drei Tiere sind keine Märchenwesen, nein, es  gibt sie wirklich. Sie gehören zu insgesamt 139 Tier- und Pflanzenarten, die Forscher in der Region rund um den Fluss Mekong in Südostasien 2014 neu entdeckt haben. Der WWF hat sie Ende Mai 2015 mit einer großen Studie vorgestellt.

Die Mekong-Region ist eine der letzten weitgehend unerforschten Ecken der Erde, seine Regenwälder sind besonders artenreich.  Doch die WWF-Wissenschaftler sind auch besorgt. Denn, so schreiben sie in ihrer Studie, bedrohen immer mehr Straßen, Stauanlagen und schnell wachsende Städte die Artenvielfalt am Mekong-Strom. Daher drohen dort zahlreiche Arten drohen zu verschwinden, bevor sie überhaupt entdeckt sind.

Deshalb kümmert sich der WWF darum, dass die Heimat all dieser Tiere in der Mekong-Region über Ländergrenzen hinweg geschützt wird. Die Mekong-Region erstreckt sich über Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und Chinas südwestliche Provinz Yunnan. Seit 1997 wurden hier weit über 2.000 neue Arten entdeckt – das sind  im Durchschnitt jede Woche drei neue Arten!

Unter den 139 Neuentdeckungen 2014 finden sich 90 Pflanzen, 23 Reptilien, 16 Amphibien, 9 Fische und ein Säugetier. Wir stellen dir die acht interessantesten Tierarten vor.

Dorniger Laubfrosch

Ein bisschen sieht er aus, als sei sein Rücken von Sandpapier überzogen: Gracixalus Lumarius heißt er mit wissenschaftlichem Namen.

Reptil Nummer Zehntausend

Die Entdeckung dieses Geckos in einer Felsspalte in Laos war etwas ganz Besonderes, denn damit ist das Tier die zehntausendste wissenschaftlich beschriebene Reptilienart.

Cyrtodactylus vilaphongi lautet der lateinische Name dieses neu entdeckten Bogenfingergeckos. Er wurde nur 500 Meter neben einem im Wald angelegten Maisfeld entdeckt. Das zeigt, wie wenig wir noch über Arten wissen, die direkt neben uns leben.

Das zweitgrößte Insekt der Welt

 

Diese riesige Stabheuschrecke misst 54 Zentimeter von den Hinterbeinen bis zur Spitze. Sie ist damit das zweitgrößte heute bekannte Insekt der Welt. Gefunden wurde die Heuschrecke mit dem lateinischen Namen Phryganistria heusii yentuensis in Vietnam.

Das größte bekannte Insekt der Welt ist ebenfalls eine Stabheuschrecke aus dem Indonesischen Borneo.

Bitte lächeln!

Für eine kleine Fledermaus hat dieses Tier ein recht beeindruckendes Gebiss. Die großen Reißzähne gaben der neu entdeckten Fledermausart dann auch ihren Namen: Langzahnzwergfledermaus.

Auch wenn sie wirklich etwas furchterregend aussieht, muss die Fledermaus uns Menschen viel mehr fürchten als wir sie: Weil Menschen die Lebensräume der Tiere zum Beispiel Wälder abholzen, um mehr Äcker anzulegen, finden die Fledermäuse immer weniger Unterschlupf.

Eine Wespe wie aus einem Harry-Potter-Roman

Ampulex dementor lautet der lateinische Name dieser Wespe – und er ist tatsächlich auf die Seelen-saugenden Dementoren aus den Harry-Potter-Romanen zurückzuführen. Denn nach der Entdeckung der neuen Grabwespenart aus Thailand durften Besucher des Museums für Naturkunde in Berlin über einen passenden Namen abstimmen. Die Wahl fiel auf „Dementor“. Denn die Wespe nimmt ihrer Beute – vor allem Schaben – wie die unheimlichen Figuren aus den Romanen den eigenen Willen, indem sie ihnen Gift einspritzt. Die Schaben bleiben weiterhin mobil, sind aber willenlos und werden von der Wespe dann einfach in ihr Nest gelenkt.

Gut getarnt

Das Muster auf der Haut der Victoria-Wolfszahnnatter erinnert an fliegende Fledermäuse und ist  eine ganz besondere Tarnung. Bisher wurde erst ein einziges Exemplar entdeckt – in den südwestlichen Kardamom-Bergen in Kambodscha.

Krokodilmolch in Gefahr

Gerade entdeckt, schon landete dieser Krokodilmolch mit dem lateinischen Namen Tylototriton shanorum in den ersten asiatischen Zoohandlungen. Doch nicht nur der illegale Handel bedroht diese neu entdeckte Art. Vor allem ihr Lebensraum ist bedroht.

Noch mehr neuentdeckte Arten findest du hier.

Du möchtest den neu entdeckten Tierarten helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!