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Großer Panda

Es gibt wieder mehr WWF-Wappentiere

Das war eine gute Nachricht: Insgesamt 1.864 Bambusbären wurden 2015 in freier Wildbahn gezählt – 264 Tiere mehr als bei der Zählung im Jahr 2004.

Den WWF freut das besonders, denn es zeigt: Wenn man stark bedrohte Tiere über längere Zeit gut schützt, dann vermehren sie sich auch wieder. Dazu gehört auch, dass sie mehr Lebensraum zur Verfügung haben, insgesamt über 2,5 Millionen Hektar - das ist eine größere Fläche als das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Doch nur rund die Hälfte davon ist geschützt. Deshalb gibt es noch viel zu tun, damit der Große Panda sich noch weiter vermehren kann.

 

Der Große Panda (wissenschaftlicher Name: Ailuropoda melanoleuca) wirkt nicht nur superknuffig, er ist auch absolut ungewöhnlich: Denn von seiner Abstammung her ist er ein Raubtier, er gehört zur Familie der Bären.

Doch der Große Panda ist hauptsächlich Vegetarier. Er frisst fast nur Bambus, und zwar jede Menge: Erwachsene Tiere schaffen 9 bis 18 Kilogramm am Tag! Damit sind sie 14 bis 15 Stunden beschäftigt!

Der Bär der Bambuswälder

 

Einst bewohnten Große Pandas den größten Teil Chinas sowie den Norden Burmas und Vietnams. Heute leben nach der letzten Zählung 1.864 wildlebenden Bären in einem halben Dutzend voneinander isolierten Bergregionen im Südwesten Chinas. Dort bewohnen sie die nebelfeuchten und bambusreichen Bergwälder in Höhen zwischen 1.200 und 4.000 Metern.

Zwar wird es dort im Winter empfindlich kalt und es liegt auch oft Schnee. Aber mit ihrem dichten Pelz sind die Großen Pandas gut gegen Kälte und Feuchtigkeit geschützt. Sie halten auch keine Winterruhe, denn ihr Bambus wächst das ganze Jahr über. Trotz ihrer Größe von bis 1,80 Meter und einem Gewicht bis zu 120 Kilogramm können sie recht geschickt auf Bäume klettern.

In diesen Bergwäldern gibt es viele Reservate, zurzeit 67, in denen Große Pandas streng geschützt sind. Aber ein Drittel der Tiere leben außerhalb der Schutzgebiete. Das bedeutet: Risiko, denn da sind sie nicht so gut geschützt.

Bambus-Korridore für mehr Pandas

Bedroht werden sie, weil viele ihrer Bambuswälder abgeholzt wurden und noch immer abgeholzt werden. Und weil es noch immer skrupellose Wilderer gibt, die Huftiere fangen wollen und dafür Fallen auslegen, in die dann auch Pandas treten und sich verletzen.

Außerdem sind Pandas Einzelgänger. Ihre Reviere, meist 5 bis 15 Quadratkilometer groß (etwas so groß wie Gibraltar oder der Tegernsee) liegen teilweise weit voneinander entfernt. Wenn die Pandas sich fortpflanzen wollen, haben sie deshalb teilweise Schwierigkeiten, einen Partner zu treffen. Auch wenn Große Pandas in ihrem Revier Duftmarken hinterlassen.

Außerdem sind die Weibchen nur wenige Tage im Jahr fruchtbar. Sie werden zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr geschlechtsreif und bekommen dann etwa alle zwei bis drei Jahre ein Jungtier.

Der WWF setzt sich deshalb für den Ausbau der Reservate ein. Die Schutzgebiete sollen außerdem durch grüne Korridore, also „Straßen“ aus Bambuswald, miteinander verbunden werden, damit sich die isolierten Pandas wieder treffen können - und hoffentlich häufiger fortpflanzen. 

Der WWF bildet außerdem neue Wildhüter aus, die auf die Pandas aufpassen. Und er hilft den Menschen, die in der Nähe der Reservate leben, neue Jobs zu finden, damit sie nicht mehr ihre Wälder abholzen müssen, um Geld zu verdienen. 

Viel Arbeit ist noch zu tun. Aber es lohnt sich: Immerhin konnte der WWF in mehr als 50 Jahren mithelfen, dass der Große Panda nicht ausgestorben ist.

Pandababys sind so leicht wie eine Tafel Schokolade

Das Jungtier auf dem Bild ist schon zwei Monate alt. Es lebt in einer Aufzuchtstation und wird gerade gewogen. Frisch geboren sind Große Pandas viel kleiner, etwa so groß wie ein Hamster. Die Jungen wiegen  ungefähr 80 bis 200 Gramm, also gerade mal so viel wie ein bis zwei Tafeln Schokolade.

Außerdem sind sie zunächst nackt und blind und sehen ohne Fell noch ganz rosa aus. Sie haben dann noch keinerlei Ähnlichkeit mit einem ausgewachsenen Großen Panda. 

Große Pandas besitzen übrigens einen verlängerten Handwurzelknochen an den Vorderpfoten, der aussieht wie ein Daumen. Es ist ein "falscher Daumen", Wissenschaftler nennen das „Pseudo-Daumen“.

Die Mutter trägt das Kleine während der ersten drei Wochen ständig bei sich. Später versteckt die Bärenmutter ihr Pandajunges in einem selbstgebauten Nest, einem hohlen Baumstamm oder einer Felshöhle.

Insgesamt säugt sie ihr Baby etwa fünf Monate lang. Danach gibt's Bambus! Nach eineinhalb bis zwei Jahren schließlich geht der junge Panda seiner eigenen Wege. In freier Wildbahn werden Große Pandas bis zu 1,50 Meter lang, haben einen 12 Zentimeter langen Stummelschwanz und werden bis zu 20 Jahre alt.

In Aufzuchtstationen werden Große Pandas zwar mit Erfolg nachgezüchtet. Für die Wiederauswilderung dieser Tiere mangelt es jedoch an geeigneten Lebensräumen, die zugleich wenige oder keine Pandas beherbergen. Deshalb wurden seit 2006 erst drei Tiere ausgewildert, von denen zwei bis heute überlebt haben.

Erfreulich ist aber, dass der geschützte Wald für Große Pandas auf drei Millionen Hektar ausgedehnt werden soll – das ist eine Fläche so groß wie Belgien.

Wusstest du, dass es zum Großen Panda eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 5/13.

Wenn du ein Referat über den Großen Panda machen willst, haben wir dir hier wichtige Infos zum Herunterladen zusammengestellt.

 

 

Du möchtest dem Großen Panda helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!