Papageitaucher

Blitzschnelle Jäger mit Superschnabel

Zu den Papageitauchern muss man hochklettern – ziemlich hoch. Denn sie wohnen meist oben auf steilen Klippen. Dort haben sie sich Höhlen in die Erde gebaut und ziehen darin ihre Jungen groß.

Husch, schon wieder fliegt einer tief an uns vorbei, den Schnabel voller Fische.  Wo ist er hin? Wir sind jetzt auf den Felsen hochgeklettert, oben ist er platt und sieht aus wie ein riesiges Fußballfeld. Denn das Gras dort haben ganz viele Kaninchen schön kurz gefressen wie einen Teppich.

Und am Rand, wo es steil hinunter geht, da sind sie: Papageitaucher, vielleicht 10, 20, oder noch viel mehr, so genau kann man das gar nicht erkennen, weil immer welche in großen Erdlöchern verschwinden, andere herauskommen und wieder andere gerade im Anflug sind.

Ganz schön was los in der Brutkolonie

Hier ist echt was los, und unseren ersten Papageitaucher haben wir völlig aus den Augen verloren bei diesem wuseligen Kommen und Gehen. Aus einigen Erdlöchern schauen auch Kaninchen heraus. Sie scheinen mit den Papageitauchern klar zu kommen, jedenfalls sitzen sie friedlich nebeneinander. Papageitaucher nutzen nämlich gerne die Bauten der Kaninchen. Sie können aber auch selber Löcher in die Erde graben, bis zu 1,50 Meter lang.

Und wusch, wieder kommt ein Schwung Vögel mit gleich mehreren Fischen im Schnabel. Es sind kleine Sandaale und Sprotten, die Lieblingsfische der Papageitaucher. So flott sie fliegen, so lustig watscheln sie über Land, fast so wie Pinguine.

Hier auf der Vogelinsel Lunga an der schottischen Westküste können Papageitaucher ungestört brüten und ihre Jungen groß ziehen, denn hier leben keine Menschen und es gibt keine Hunde oder Katzen. Papageitaucher brüten überall an steilen Küsten Großbritanniens, Norwegens und Islands, wo sie gute Brutplätze auf Felsen und zugleich viele Fische im Meer vorfinden.

Gefahren für die Vögel

Aber auch anderswo ist es für Papageitaucher nicht mehr so einfach. Denn zum einen fischt der Mensch zu viele Sandaale weg. Und zum andern ändert sich das Klima. Die Hauptnahrung der Papageitaucher, Sprotte und Sandaal, laichen immer früher, weil das Ozeanwasser wärmer wird.  Die fehlen dann schon mal, wenn Papageitaucher mehr Futter für ihre Jungen brauchen. So gibt es immer öfters Jahre, in denen viele Jungtiere aus Futtermangel nicht überleben. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Papageitaucher deshalb 2015 als „gefährdete Art“ eingestuft.

Was der WWF tut

Der WWF kümmert sich darum, dass die Nordsee nicht mehr überfischt wird und der Klimawandel auf ein erträgliches Maß abgebremst wird. Beides hilft auch dem Papageitaucher.

Steckbrief Papageitaucher

Größe: 28 bis 34 Zentimeter, Männchen sind etwas größer als Weibchen. Der Schnabel ist 3 bis 4 Zentimeter groß.
Flügelspannweite: 50 bis 60 Zentimeter.
Gewicht: Bis zu 500 Gramm.
Alter: Bis zu 25 Jahre.
Stammbaum: Sie gehören zur Familie der Alkenvögel.
Verbreitung und Lebensraum: Im Norden von Labrador in Kanada über Grönland bis Norwegen und Russland, im Süden bis ans Mittelmeer.
Rufe: Sie klingen wie „orro-o“ oder „arra-ha“ und ähneln dem Knarren einer rostigen Tür.

Was sie fressen: Neben Sandaalen und Sprotten futtern Papageitaucher auch andere Fische, außerdem Krebse und Borstenwürmer. Insgesamt brauch jeder erwachsene Vogel rund 100 Gramm Nahrung am Tag.

Wie sie jagen: Hoch oben vom Felsen stürzen sie sich ins Meer und tauchen. Unter Wasser benutzen sie ihre Flügel wie wir unsere Arme. Mit dem großen Schnabel schnappen sie so viele Fische wie möglich und halten sie mit ihrer Zunge und hakenartigen Dornen im Schnabel fest.

Meist finden sie ihre Beute im seichten Wasser. Notfalls können sie aber sogar bis zu 70 Meter tief tauchen. Ein Tauchgang dauert meist weniger als 40 Sekunden, manchmal aber auch 120 Sekunden. Zwischen den Tauchgängen machen sie nur wenige Sekunden Pause.

Wie schnell sie fliegen: Bis zu 85 Stundenkilometer – obwohl  ihre Körper eher stämmig ist. Sie können bis zu 400-mal in der Minute mit den Flügeln schlagen.

Wann und wie sie brüten: Papageitaucher brüten meist von April bis August in riesigen Kolonien, oft sind es zehntausende Vögel auf engstem Felsenraum. Auf der norwegischen Insel Röst brüten zum Beispiel bis zu 350.000 Paare auf 90 Hektar – das ist weniger Platz als die Bahnsteighalle des Hamburger Hauptbahnhofs.

Wann sie flügge werden: Viele schon größere Jungvögel trainieren in der Dämmerung das Fliegen. Dann drehen sie für zwei Minuten ein paar Kurven.  Die meisten Jungvögel verlassen nach 40 bis 50 Tagen das Nest. Manche fliegen dann gleich los, andere laufen oder springen bergab zum Wasser und schwimmen von dort in die weite Welt. Die Altvögel bleiben danach noch etwa drei Wochen in der Kolonie.

Wohin sie ziehen: Außerhalb der Brutzeit, also von Ende August bis Anfang April, leben Papageitaucher nur auf dem offenen Meer. Wo genau die meisten den Winter über sind, wissen wir nicht. Das kann vom Nordatlantik bis zum Mittelmeer überall sein.

Du möchtest den Papageitauchern helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!