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Pinguine

... bleiben immer cool!

Die bibbern garantiert nicht: Pinguine sind super an Kälte und Eiswasser angepasst und bevölkern zu Millionen die Küsten der Antarktis und der umliegenden Inseln.

Zwar kann die Lufttemperatur im Sommer am antarktischen Meer schon mal ein paar Grad Celsius über Null steigen. Doch meistens liegt sie weit darunter, im Winter bei etwa minus 30 Grad Celsius – im Landesinnern sinkt sie sogar bis minus 70 Grad. Die Wassertemperatur liegt meist bei etwa Null Grad oder ein wenig darunter.

Tricks gegen Tiefkühltemperaturen

Dem Pinguin macht die Kälte nichts aus. Er hat sogar eine Körpertemperatur von 39 Grad Celsius – damit hättest du schon kräftiges Fieber! 

Außerdem ist ein Pinguin gut gepolstert: Er besitzt eine zwei bis drei Zentimeter dicke Fettschicht unter seiner Haut. Darüber trägt er ein mehrlagiges Federkleid: Die feinen Daunen wirken wie „Thermo-Unterwäsche“. Darüber liegen dachziegelartig übereinander kurze Federn. Sie bilden den „Taucheranzug“. Um ihn wasserdicht zu halten, ölen die Pinguine ihre Federn immer wieder mit Fett aus ihrer Schwanzdrüse ein.

Das Federkleid der Pinguine ist außerdem extrem dicht und besteht aus sehr vielen Federn: Kaiserpinguine haben 30.000 Federn – so viel wie kein anderer Vogel. So wird ihnen nicht kalt.

Kuscheln gegen Kälte

Gegen die Kälte haben die Pinguine außerdem noch einen Trick entwickelt. Sie stehen dicht beieinander und wärmen sich so gegenseitig. Genauer: Die Tiere im Inneren der Gruppe kuscheln, die am Rand frieren zumindest an einer Seite. Deshalb lösen die aufgewärmten Pinguine aus der Mitte nach einer Weile die am Rand stehenden Tiere ab. Ohne dieses „Bäumchen-wechsel-dich“ bräuchte ein Pinguin doppelt so viel Energie, um nicht zu erfrieren. Manche Kolonien bestehen aus bis zu fünf Millionen Tieren!

Die Pinguine rund um den Südpol müssen aber nicht nur Eiseskälte aushalten. Im Winter ist es dort 24 Stunden am Tag dunkel. Dafür ist es im Sommer 24 Stunden lang hell.

Tauchen mit Turbo

Paddeln statt fliegen
Vermutlich haben sich die Pinguine vor etwa 45 Millionen Jahren aus Seevögeln entwickelt, die wie Kormorane im Meer nach Fischen tauchten. Im Lauf der Jahrmillionen haben sich deren Flügel in kräftige Paddel umgewandelt, indem sich die Knochen verdickten und die Ellenbogen versteiften. Die Pinguin-Flügel sind dadurch besonders stabil und kräftig. So können sie unter Wasser schnell schwimmen.

Tauchen mit Turbo
Pinguine legen unter Wasser je nach Art etwa fünf bis zehn Kilometer pro Stunde zurück. Superschnell ist der Felsenpinguin: Er rast mit bis zu 40 Stundenkilometern durchs Meer, also etwa so flott wie ein Auto in der Stadt.

Das gelingt, weil der Körper der Pinguine raketenartig schlank ist – auch wenn das an Land nicht ganz so aussieht. Sie tauchen dadurch glatter durchs Wasser als ein modernes U-Boot.

Kaiserpinguine können bis zu 18 Minuten lang tauchen und erreichen Wassertiefen von über 500 Metern. Das ist Rekord in der Vogelwelt.

Pfeilschnelle Springer
Trotz ihrer kurzen Beine kommen Pinguine scheinbar mühelos vom Wasser an Land – selbst wenn das Meer stürmisch und die Küste felsig ist. Sie schießen pfeilschnell auf die Küste zu und springen sie bis zu 1,80 Meter aus dem Wasser hoch.
 
„Frack“ als Tarnanzug
Alle Pinguinarten erkennt man leicht an ihrem „Frack“ – dem schwarzen Rücken und der weißen Bauchseite. Den tragen sie aber nicht aus festlichem Anlass, sondern zur Tarnung. Für ihre natürlichen Feinde wie Seeleoparden oder Orcas ist ihr weißer Bauch im Meer von unten gegen den hellen Himmel kaum sichtbar. Und der schwarze Rücken hebt sich von oben gesehen kaum vom dunklen Meeresboden ab.

Jäger im Eiswasser
Pinguine haben Spezialaugen, mit denen sie im Meer superscharf sehen – so wie eine Eule im Dunkeln. Dort jagen und fressen sie verschiedene Arten von Fischen – vom antarktischen Silberfisch über Sardellen und Sardinen bis hin zu Tintenfischen, außerdem Kleinkrebse wie Krill. Die Beute wird noch unter Wasser verschluckt. Kaiserpinguine können bei einem Beutezug bis zu 10 Kilogramm Fisch fressen. Sie müssen aber auch wochenlange Fastenzeiten aushalten – wenn sich ihr Federkleid erneuert oder wenn sie brüten.

Der lange Marsch der Kaiser
Kaiserpinguine in der Antarktis brüten im Winter in großen Kolonien bis zu 200 Kilometer vom Meer entfernt auf dem Eis in grimmiger Kälte und Dunkelheit. Die Weibchen legen jeweils nur ein Ei, das die Männchen sofort auf ihre breiten Füße legen und unter ihre Bauchfalte schieben, so dass es warm bleibt. Wochenlang harren sie dann aus, hüten das zerbrechliche Ei, ohne sich viel zu bewegen und zu futtern. Die Weibchen wandern währenddessen zurück zum Meer, um sich fett zu fressen und Nahrung für die Küken zu holen. Die sind dann bereits geschlüpft und hungrig, wenn die Mütter nach Wochen zur Kolonie zurückkehren.

Die Kaiserpinguin-Männchen halten beim Brüten oder in der Mauser, wenn sich ihr Federkleid erneuert, 2 bis 6 Wochen ohne Fressen aus.

Pinguin-Kindergarten

Sobald die Küken der Kaiserpinguine fünf Wochen alt sind, bilden sie Kindergärten. Die grauen, flaumigen Jungvögel drängen sich dicht aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen, wenn die heftigen Winterstürme über das Eis hinwegfegen. 

Parade der Pinguine
Von den insgesamt 18 Pinguin-Arten auf der Erde leben nur acht auf dem antarktischen Kontinent und den rundum gelegenen Inselgruppen – doch hier gibt es die größten Kolonien mit den meisten Tieren. Die anderen, meist kleineren Arten leben an der Südspitze Afrikas (Brillenpinguine) und Südamerikas (Magellan- und Humboldt-Pinguine) sowie in Südaustralien und Neuseeland (Gelbaugen- und Zwergpinguine).

Pinguine leben gerne mit vielen anderen Pinguinen zusammen. Große Brutkolonien können bis zu 5 Millionen Tiere umfassen. Das hat zwei Vorteile: So sind sie besser gegen Raubmöwen aus der Luft geschützt. Und sie kühlen nicht so schnell aus.

Der Kaiserpinguin in der Antarktis ist die größte Art – 1,30 Meter hoch und bis zu 50 Kilogramm schwer. Der kleinste Pinguin ist der Zwergpinguin in Neuseeland. Er erreicht höchstens 40 Zentimeter und ein Gewicht von 1,2 Kilogramm.

Je nach Art werden die Pinguine 10 bis 20 Jahre, maximal 25 Jahre alt.

Was Pinguine bedroht

Weil es in der Antarktis noch sehr viele Fische gibt, zieht es immer mehr der großen Fischfangflotten in den kalten Ozean rund um die Antarktis. Sie machen den Pinguinen, die auf ihren Beutezügen oft Hundert Kilometer und weiter aufs offene Meer hinausschwimmen, Konkurrenz. Die Nahrung für die Tiere wird knapper. Deshalb kämpft der WWF gegen die Überfischung der Meere  um die Antarktis herum.

Auch die Erderwärmung macht den Pinguinen zu schaffen. Das zeigt sich vor allem auf der westantarktischen Halbinsel. Die Krillkrebse, die unter dieser Meereisdecke leben und sich vermehren, werden weniger. Esels- und Zügelpinguin finden daher nicht mehr genug zu fressen. Deshalb will der WWF auch den Klimawandel so weit abbremsen, dass die Folgen für Mensch und Natur nicht zu dramatisch werden.

Außerdem hat sich der WWF mit Erfolg für den Schutz des Lebensraums Antarktis eingesetzt. Der Abbau von Rohstoffen wie Erdöl oder Metalle – ist mindestens bis zum Jahr 2041 verboten.

Ein großes Info-Poster über Pinguine zum Herunterladen findest du hier.

Mehr Infos über flugunfähige Vögel allgemein erfährst du hier.

Du möchtest den Pinguinen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!