Plattfische

Schau mir in die Augen, Kleiner!

Im Sand ist sie fast unsichtbar. Doch ihre Glubschaugen sind wachsam: Die Scholle hat alles im Blick. Vor allem, ob etwas Fressbares im Anmarsch ist. Lies mal, wie aus einem runden Fischbaby ein Plattfisch wird.

Plattfische heißen so, weil sie sich ganz dünne machen können. Wie die Scholle im Bild oben zum Beispiel. Oder die Seezunge im Bild unten, die Flunder oder der Steinbutt. Sie alle können sogar ihre Hautfarbe der Umgebung anpassen und sich dadurch fast unsichtbar machen.

Da bist du platt

Die Plattfische erobern im Sommer das Wattenmeer. Dann sind von drei Fischen zwei platt. Im Winter ziehen sie sich in das wärmere Wasser der offenen Nordsee zurück.

Als Babys sind die Plattfische noch gar nicht platt und sie haben, wie andere Fische auch, ihre Augen rechts und links am Kopf. Erst als Teens verwandeln sie sich in flache Fische und leben am Meeresboden.

Und weil dann, eingebuddelt im Sand, ein normales Augenpaar irgendwie unpraktisch wäre – denn sie wollen ja sehen, was am Meeresgrund so passiert – „wandern“ ihre Augen, während sie wachsen, ganz allmählich auf eine Seite des Kopfes. So können sie dann bequem aus dem Sand glubschen.

Der Körper wird in der Zwischenzeit immer flacher, bis tatsächlich seine eine Seite zum Bauch wird. Die meisten Plattfische sind übrigens richtige Räuber, die am liebsten Würmer, kleine Krebse, Muscheln und sogar kleine Fische fressen. Naja, so gut getarnt im Meeressand können sie ihrer Beute auch gut auflauern.

Fisch-Kindergarten im Wattenmeer

Plattfische wie Schollen und Seezungen, aber auch zum Beispiel Heringe legen ihre Eier in der offenen Nordsee ab (sie laichen). Ihre jungen Larven gelangen dann mit dem Flutstrom ins Wattenmeer. Hier finden sie reichlich Nahrung und sind relativ sicher, denn ins flache Wasser zur Ebbezeit können ihnen viele Feinde aus dem Meer nicht folgen. Aber für Vögel sind sie dort eine leichte Beute.

Junge Schollen verbringen ihr erstes Frühjahr bei Niedrigwasser in nur wenigen Zentimeter tiefen Pfützen. Im späten Frühling flüchten sie dann vor der zunehmenden Wärme in die tieferen Wasserrinnen, die man im Watt „Priele“ nennt. Bei Flut kommen sie aber wieder ins Flache, um zu fressen.

Die Scholle ist die am häufigsten gefangene Plattfischart im gesamten Nordostatlantik. Bis zu 200.000 Tonnen werden jedes Jahr gefangen.

Weltweit gibt es etwa 675 verschiedene Arten von Plattfischen – von tropischen bis zu kalten Meeren oder im dortigen Brackwasser. Zehn Arten leben sogar nur im Süßwasser, darunter eine Seezungen-Art.

Du möchtest den Plattfischen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!