Was Regenwürmer mögen

und was sie bedroht

Regenwürmer fressen nicht wahllos durch den Boden, sondern sie haben einen feinen Geschmack. Neben abgestorbenen Pflanzen mögen sie auch bestimmte Bodenpilze sehr gern. Und interessanterweise fressen sie solche Pflanzenreste besonders gerne, auf denen sich gefährliche Schädlingspilze vermehren.

So machen Regenwürmer zahlreiche krankmachende Pilzarten unschädlich. Damit helfen sie auch Obstbäumen, weniger krank zu werden. Vor allem, wenn sie im Herbst deren Laub rasch verputzen.

Steckbrief

Alter: Meist bis zu 2 Jahren, manchmal sogar bis zu 20 Jahre wie der Badische Riesenregenwurm.

Name: Früher wurde er „reger Wurm“ genannt, weil er so fleißig gräbt frisst. „Rege“ bedeutet so viel wie „lebhaft“ oder „aktiv“.

Lieblingstemperatur: Zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Im Frühjahr und im Herbst sind Regenwürmer deshalb am aktivsten. Wird es ihnen im Sommer zu trocken oder im Winter zu kalt, graben sie sich tief in die Erde hinein, ringeln sich zusammen und schlafen.

Paarung: Regenwürmer sind Zwitter. Das heißt: Jeder von ihnen besitzt Hoden und Eierstöcke. Geschlechtsreife Tiere haben eine Hautverdickung im vorderen Drittel des Körpers, den so genannten Gürtel. So weißt du auch: Die Spitze, die näher am Gürtel liegt, ist der Kopf.
Regenwürmer pflanzen sich hauptsächlich im Frühling und im Herbst fort, meist nach Regenfällen.

Nachwuchs: In 20 bis 140 Schleimkokons wachsen die Eier heran. Je wärmer der Boden ist, desto schneller schlüpfen die Würmer. Im besonders warmen Komposthaufen passiert das bei 25 Grad schon nach 16 Tagen, im Boden dauert es mindestens vier Monate.

Regen und Feinde

Ist dir aufgefallen, dass der Regenwurm besonders nach einem Regenguss an die Erdoberfläche kriecht?  Amseln wissen das schon lange, denn sie fressen Regenwürmer und warten auf sie, wenn es nass ist. Die Vögel sind klug, und so kommen sie auch dann an Regenwürmer, wenn es nicht regnet. Sie trippelt einfach auf dem Boden herum und ahmt so aufprallende Regentropfen nach. Schwupps tauchen Regenwürmer auf. Und schmatz werden sie von der Amsel verschlungen. Ganz schön raffiniert!

Unsere Regenwürmer sind bedroht

Deutschlands Regenwürmer geht es leider in vielen Orten schlecht, hat der WWF festgestellt. Zum Beispiel auf Äckern, wo nur Mais angebaut wird. Da finden die Regenwürmer kaum was zu fressen. Auch zu viel Gülle (das sind die Ausscheidungen von Nutztieren) schadet ihnen und das häufige Durchpflügen des Bodens ist für sie lebensgefährlich.

In Äckern, auf denen sehr schwere Landmaschinen häufig im Einsatz sind und wo viele giftige Pflanzenschutzmittel gespritzt werden, gibt es oft gerade mal 30 Regenwürmer auf einen Kubikmeter Boden (das ist 1 Meter hoch, lang und breit). Auf wenig gepflügten Öko-Äckern sind es dagegen über 450 Würmer pro Kubikmeter.

Der WWF warnt deshalb: Wo nur wenige Regenwürmer leben, wird der Boden immer schlechter. Und so ein Boden kann weniger Wasser speichern – weil die vielen Wurmtunnel fehlen. Bei starken Regenfällen reagiert er dann wie ein verstopftes Sieb. Dann gibt es Hochwasser und Erde wird weggeschwemmt.

Wofür der WWF sich einsetzt

© Frank Gottwald/WWF

Deshalb setzt sich der WWF für eine Landwirtschaft ein, die besser den Boden schont und die Regenwürmer schützt. Mit mehr natürlichem Bodenaufbau, ohne schwere Landmaschinen, die den Boden verdichten und ohne giftige Pestizide (so nennt man chemische Mittel in der Landwirtschaft, die gegen Schädlinge und Krankheiten eingesetzt werden).

Auch du kannst dem Regenwurm helfen und den Boden schützen. Schau mal nach.

Hier geht's zur Hauptseite über Regenwürmer.

Du möchtest den Regenwürmern helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!