Riesenkalmar

Das unheimliche Wesen aus der Tiefsee

Der Riesenkalmar ist wohl das geheimnisvollste Tier der Tiefsee. Erst wenige Menschen haben ihn lebend gesehen, und über seine Größe gibt es die wildesten Fantasien. Kein Wunder, er lebt in finsterer, eisiger Tiefe, aus der er ganz selten nach oben in flacheres Meerwasser aufsteigt. Der im Bild oben ist nur zwei Meter lang.

Stell´ dir vor: Es ist stockfinster, eisig kalt und auf jedem Quadratzentimeter Deines Körpers – das ist etwa so groß wie Dein Daumennagel – lastet das Gewicht eines Autos. So brutale Umweltbedingungen herrschen in der Tiefsee. Trotzdem leben dort unten eine ganze Menge Tiere. Viele von ihnen sehen aus wie Monster.

„Mit tausend Mündern legt sich das Tier auf dich, es atmet dich ein, zieht dich an sich, du bist gefesselt, überschleimt, fühlst machtlos, wie du allmählich ausgeschüttet wirst in diesen furchtbaren Sack, der ein Ungeheuer ist.“

So gruselig hat der berühmte Schriftsteller Victor Hugo 1866 die Begegnung mit einem Riesenkraken beschrieben. Was natürlich reine Fantasie war.

Oder doch nicht?

Daniel und Theo entdeckten etwas Unheimliches im Wasser ...

Im Oktober 1873 entdeckten die Heringsfischer Daniel Squires und Theophilus Piccot vor der Küste Neufundlands etwas im Wasser. Als sie das treibende Ding mit einem Bootshaken näher heranzuziehen versuchten, rammte es plötzlich sein Maul in den Rand des Fischerboots und schlang einen Tentakel darum.

Mit aller Kraft hackte Tom, der zwölfjährige Sohn von Piccot, den Tentakel ab und rettete damit das Leben der Fischer. Dieser Saugarm war das erste Körperteil eines Riesenkalmars, das wissenschaftlich untersucht werden konnte.

133 Jahre später, am 22. Dezember 2006, dann die Sensation: Der japanische Forscher Tsunemi Kubodera fing den ersten lebenden Riesenkalmar, wissenschaftlich Architheutis, südlich von Tokio im Pazifik. Ein Jungtier, dreieinhalb Meter lang. Leider starb es kurz nach dem Fang.

Riesenkalmare sind wohl die geheimnisvollsten Tiere der Tiefsee. Greifen sie sogar Schiffe an? Sind sie intelligent? Nur wenig wissen wir sicher von unscharfen Videos und Körperteilen, die an Strände geschwemmt wurden. Demnach kann ein Architeuthis, ein Riesenkalmar, 12, vielleicht sogar 19 Meter lang werden. Da sind sich Biologen nicht einig. Denn wenn ein Fangarm am Strand verwest, können sich seine Muskeln in die Länge ziehen. Sicher aber ist aber: Er hat acht Arme und zwei Tentakeln, mit denen er seine Beute greift. Seine Augen sind so groß wie Pizzateller. Und er kann Lichtsignale aussenden – wahrscheinlich, um Partner anzulocken.

Aber es gibt auch kleinere Brüder und Schwestern des Riesenkalmars: Zum Beispiel Seioptheuthis im Bild oben. Er wird nur etwa 30 Zentimeter lang.

In den verborgenen Abgründen der Tiefsee hausen aber noch ganz andere seltsame Wesen, die es in keinem Zoo der Welt zu sehen gibt. Lies mal nach.

Hier geht´s in die Tiefsee!

Du möchtest dem Riesenkalmar helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!