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Ringelgänse

Auftanken im Wattenmeer

Noch vor 50 Jahren waren die Ringelgänse vom Aussterben bedroht. Mehrere Länder beschlossen dann, die Gänse gemeinsam zu schützen. Dadurch gibt es heute wieder 200.000 bis 300.000 dieser Tiere – ein großer Erfolg für den Naturschutz.

Ringelgänse sind ein bisschen größer als Stockenten, die du aus jedem Park kennst. Sie sind schwarzgrau mit einem graubraunen Rücken. Sogar ihr Schnabel ist dunkel. Bei erwachsenen Ringelgänsen sind einige der Federn am Hals weiß, so dass es aussieht, als hätten sie einen weißen Ring um den Hals. Daher bekamen sie ihren deutschen Namen. Die Stimme der Ringelgans klingt wie honk“ oder „rott-rott-rott“.

Ringelgänse sind viel auf Reisen

Ringelgänse sind Zugvögel. Sie brüten meist zwischen den Schnee- und Eisresten in der Tundra auf der sibirischen Taimyr-Halbinsel. Die Vögel müssen sich mit dem Brüten beeilen, denn der Polarsommer ist sehr kurz. Ihre Nester bauen sie aus Gräsern, Flechten und Moos und polstern es dann mit Dunen aus. Dunen sind sehr weiche Federn, die sich die Gänse aus ihrem Bauchgefieder zupfen. Ringelgänse legen zwischen drei und sechs Eier. Aber die sehen nicht aus, wie die Eier, die du kennst, sondern sind olivgrün. Nach 24 bis 26 Tagen schlüpfen die kleinen Gänse, die dann gleich von den Eltern zum nächsten Gewässer geführt werden. Die Ganter (das sind die männlichen Gänse) helfen bei der Aufzucht ihres Nachwuchses, die nur etwa 40 Tage dauert.

Gefahren für die Jungen

Während dieser Zeit lauern viele Gefahren auf die Ringelgänse. Polarfüchse und Schneeeulen machen sehr gerne Jagd auf Gänse-Eier und junge Gänse. Besonders erfolgreich brüten Ringelgänse übrigens, wenn es viele Lemminge in der Tundra gibt, weil die Polarfüchse und Schneeeulen dann lieber diese kleinen Nagetiere fressen. Ringelgans-Paare bleiben ein ganzes Leben lang zusammen und kehren jedes Jahr zum selben Brutplatz zurück. Und auch die meisten der jungen Gänse werden an den Ort ihrer frühen Jugend zurückkehren, um dort zu brüten. 

Ein Fest für Ringelgänse

Im Herbst legen sie dann eine bis zu 7.000 Kilometer lange Reise zurück, um an den Küsten Frankreichs, der Niederlande und Großbritanniens zu überwintern. Dort bleiben sie, bis sie sich im Frühjahr wieder auf den Weg nach Sibirien zu ihren Brutgebieten machen. Diese lange Strecke können die Gänse aber nicht an einem Stück bewältigen. Am wichtigsten für die Gänse ist deshalb ihr Rastgebiet im Wattenmeer, wo man sie von März bis Mai und auf ihrer Rückreise von Ende September bis Oktober beobachten kann. Auf den großen Salzwiesen des Wattenmeeres finden sie reichlich Gräser und Kräuter, um genügend Reserven für ihre weitere Reise zu „tanken“. Wenn sich dort so viele Gänse auf einmal aufhalten, ist das ein riesiges Spektakel. Deshalb findet jedes Jahr auf den Halligen im Frühjahr ein Fest zu Ehren der Ringelgänse statt.

Du möchtest der Ringelgans helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!