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Robben

Pfeilschnell unter Wasser

Rätselfrage: Was haben Hund, Elefant, Leopard, Bär, Löwe, Pferd und Klappmütze gemeinsam? Gar nichts, denkst du? Doch. Flossen!

Es gibt nämlich Seehunde, See-Elefanten, Seebären, Seeleoparden, Seelöwen, Walrösser – und Klappmützen. Sie alle sind Robben und man unterteilt sie in drei Familien: Hundsrobben, Ohrenrobben und Walrösser. In allen drei Familien gibt es insgesamt 34 Arten.

Robben sind Säugetiere, die vor allem im Meer leben. Sie können, wie Fische, sehr weit schwimmen und tief tauchen. Doch anders als Fische brauchen sie Luft zum Atmen und müssen deshalb immer wieder an die Wasseroberfläche zurückkehren. 

Erst ausatmen, dann tauchen

An Land wirken Robben immer ein wenig unbeholfen. Ihre Hinterfüße sind nicht wirklich zum Laufen da, sondern zum Schwimmen. Unter Wasser jedoch werden Robben durch ihre Schwanzflosse und ihren glatten, stromlinienförmigen Körper zu richtigen Raketen mit bis zu 35 Stundenkilometern.

Viele Robben können etwa eine halbe Stunde lang tauchen, ohne ein einziges Mal Luft zu holen. Das machen sie mit einer ganz abgefahrenen Technik: Wenn du tauchen willst, dann holst du ganz tief Luft. Die Robben atmen dagegen erst einmal tief aus! So wird ihre Lunge leer. Das muss so sein, wenn die Robben bis zu 200 Meter tief tauchen. Denn in dieser Meerestiefe herrscht ein sehr hoher Wasserdruck, der eine Lunge voller Luft einfach zerquetschen würde. 

Wo aber bekommen sie dann ihren Sauerstoff her? Simsalabim: Aus den Muskeln, die speichern nämlich den Sauerstoff! Weil es im Meer oft ziemlich kalt ist, ist außerdem der Blubber enorm wichtig. Das ist eine dicke Fettschicht unter ihrer Haut, die vor Kälte schützt und zusätzlich Energie liefert. 

Keine Ohren, kleine Ohren?

Hundsrobben haben keine äußerlich sichtbaren Ohren, Ohrenrobben schon. Über ihre Schädelknochen nehmen sie die Schallwellen auf. So können sie im Wasser in alle Richtungen hören!

Alle Robben hören super gut! Man nimmt an, dass sie sich manche unter Wasser ähnlich wie Wale verständigen: Mit Klicklauten und einem Echolot-Orientierungssystem. 

Der Trick mit dem Bart

Weil es unten im Meer dunkel bis stockfinster ist, setzen Robben ihre Barthaare ein, um zu jagen. Mit diesen spüren sie die kleinsten Wasserbewegungen und können daher zappelnde Fische, ihre Leibspeise, ganz genau orten. 

Robben fressen aber auch so ziemlich alles, was ihnen vor die Schnauze kommt – neben Fischen auch Krebse, Muscheln oder Tintenfische. Jeden Tag können manche Robben etwa zehn Kilogramm Meerestiere verdrücken. 

Was für Robben gibt es?

Seehunde und Kegelrobben sind beide Hundsrobben und in der Nord- und Ostsee zuhause.Wenn du auf die Links klickst, erfährst du mehr über sie. Im jetzigen Winter 2017/2018 wurden auf Helgoland bereits 426 junge Kegelrobben gezählt – das ist ein neuer Rekord!

Die coolste Robbe ist das Walross (im Bild oben): Die bis zu 3,15 Meter langen und bis zu 1.500 Kilogramm schweren Tiere haben zwei etwa 50 Zentimeter lange Stoßzähne. Sie brauchen sie zur Verteidigung, als Kopfstütze, zum Aufbrechen von Atemlöchern im Eis oder zum Abstützen beim Verlassen des Wassers. Außerdem können sie mit ihren Hauern ganz schön angeben und andere Walrosse von ihren Ruheplätzen verdrängen. Sie eben sehr gesellig in den Nordmeeren.

Die außergewöhnlichste Robbe ist die Klappmütze: Die bis 3 Meter langen und bis zu 400 Kilogramm schweren Männchen haben einen aufblasbaren Nasensack, der wie eine Mütze aussieht! Sie leben im Nordatlantik.

Die schwerste Robbe ist der Südliche See-Elefant: Ein fünf Meter langes Männchen bringt bis zu 5.000 Kilogramm auf die Waage – das sind dreieinhalb Mittelklasseautos! Die Riesen leben in den kalten Südpolarmeeren.

Die Ringelrobbe lebt im Nordpolarmeer, baut Höhlen in Schnee und Eis und kann eine Stunde lang tauchen.

Was Robben bedroht

Robben wurden bei uns früher gejagt – vor allem wegen ihres tollen Fells. Zum Glück ist der Bestand vieler Robben dank Schutzmaßnahmen in manchen Ländern wieder intakt! Man sieht jetzt auch wieder öfter Robben bei uns an Nord- und Ostsee, vor allem im Wattenmeer und auf Helgoland. Dort leben heute etwa 40.000 Seehunde und rund 4.000 Kegelrobben.

Gefährdet sind Robben fast überall auf der Welt - vor allem durch Gifte, die das Wasser verschmutzen und die Abwehrkräfte der Tiere schwächen. Vielerorts werden sie auch noch verfolgt.

Auch die Fischerei ist eine Gefahr für sie, denn immer wieder geraten die Tiere in Fischernetze oder bekommen zu wenig zu fressen, weil von den Fischern zu viel weggefischt wird. 

Das tut der WWF

Der WWF Deutschland setzt sich schon seit Jahrzehnten für den Robbenschutz ein. Ein großer Erfolg war die Einrichtung der drei Nationalparks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen, die das Wattenmeer schützen. Hier haben Seehunde und Kegelrobben ein sicheres Zuhause.

An der deutschen Ostseeküste setzen wir uns dafür ein, dass Kegelrobben sich dort wieder ansiedeln können. Außerdem kämpft der WWF gegen die Überfischung der Weltmeere durch immer größere Fangflotten, auch damit Robben nicht verhungern müssen.

Robben beobachten

kannst du besonders gut auf Helgoland. Sie liegen dort auf den Stränden der Badeinsel Düne.
Mit etwas Glück kannst du Robben auch in den Wattenmeer-Nationalparks fast überall beobachten. Der sicherste Weg: Einfach mit dem  Ausflugsschiff eines „Nationalpark-Partners“ eine Seehundsfahrt unternehmen.

Megawichtige Regel

Nähere dich nie Robben am Strand oder fasse sie gar an! Sie können auch ganz schön zubeißen, wenn sie sich bedrängt fühlen. Lass’ sie einfach in Ruhe ruhen.

Auch allein gelassene Robbenbabys, die "Heuler", darfst du niemals anfassen. Die Mutter ist vermutlich jagen und kommt zurück. Wenn du dir unsicher bist, informiere die nächste Polizeidienststelle oder Naturschutzstation. Dort weiß man sicher Rat.

Es gibt auch ein WWF-Poster Meeressäuger im Wattenmeer, das kannst du hier herunterladen.

Du kannst es auch umsonst beim WWF bestellen unter dieser E-Mail-Adresse.

Du möchtest den Robben helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!