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Rochen

Die Schattengleiter der Meere

Mit ihren flügelgroßen Flossen gleiten Rochen elegant durchs Wasser. Bis zu 8 Meter lange Teufelsrochen wie die Mantas können dabei richtig „teuflisch“ wirken – mit ihren riesigen schwarzen Flossen und kleinen „Hörnern“ auf dem Kopf.

Von unten betrachtet jedoch wirken Rochen sehr freundlich: Die meisten haben ein richtiges Engelsgesicht. Gefährlich für uns Menschen sind die meisten Arten nicht, auch nicht der Teufelsrochen. Einigen Rochen aber sollte man nicht zu nahe kommen. Denn sie haben giftige Stacheln und verteilen Stromschläge. Deshalb sollte man sie lieber aus sicherer Entfernung beobachten.

Die meisten der 630 Rochenarten leben in den Weltmeeren bis zu 3.000 Meter Wassertiefe, einige aber auch küstennah in Flussmündungen. Viele Rochen graben sich gern im Meeresboden ein – zum Ausruhen, Verstecken und zum Lauern auf Beute wie Krebse, Schnecken oder Seesterne. Sie jagen aber auch kleinere Fische. Manche „grasen“ gemütlich den Meeresgrund nach Futter ab.

Andere „fliegen“ ihrer Beute direkt unter der Wasseroberfläche hinterher. Rochen haben keine Knochen, sondern Knorpel. Deshalb sind sie sehr leicht und können gut durchs Wasser schweben. Sie atmen durch Kiemenspalten auf der Unterseite ihres Körpers. Dort sitzt auch der Mund des Rochens. Daher kann er auch nicht genau sehen, was er frisst.

Navi, Sensor und innere Uhr

Braucht er auch nicht: Im Meer ist es ab 30 Meter abwärts sowieso stockdunkel. Also haben die Rochen einen speziellen Tast- und Riechsinn sowie ein elektrisches Ortungssystem entwickelt. Damit können sie wie mit Antennen Stromimpulse empfangen, die von den Muskeln ihrer Beutetiere abgegeben werden. 

Fischforscher nehmen an, dass Rochen außerdem eine Art inneren Kompass haben: Ein eingebautes Navigationssystem, mit dem sie vermutlich das Erdmagnetfeld wahrnehmen. So finden sie wichtige Plätze, zum Beispiel zum Paaren, immer wieder. 

Ganz sicher haben sie eine innere Uhr: In manchen Zoo-Aquarien stellen sich Rochen zum Füttern an, wenn es Zeit zum Fressen ist.

Nie zum Zahnarzt

Die Zähne der Rochen wachsen wie beim Hai in mehreren Reihen hintereinander. Das Tolle: Fällt einer aus, wächst ein neuer nach. Und zwar innerhalb weniger Stunden!

Am Körper tragen viele Rochenarten außerdem so genannte Hautzähne, die dornenförmig nach hinten gebogen sind. Schwimmt der Rochen bei einem Angriff dann schnell rückwärts, kann er damit seinem Gegner die Haut aufreißen. Aua!

Wie entstehen Rochenbabys?

Bei manchen Rochenarten entwickeln sich die Jungen zwar in Eiern, bleiben aber im Bauch der Rochenmutter. Dort werden sie ausgebrütet und schlüpfen auch. Bei der Geburt gleiten die Minirochen dann mit dem Schwanz voran ins Wasser. Diese Rochen bekommen – je nach Rochen-Art – zwischen einem und 60 Jungen pro Jahr. 

Andere Rochenarten legen Eier. Doch die sehen nicht so rundlich aus wie unsere Frühstückseier, sondern sind viereckig und haben eine Kissen-Form. Diese Eier besitzen an ihren Ecken so etwas wie Ranken, mit denen sie sich nach der Ablage wie von selbst an Pflanzen oder Steinen befestigen. Durch ihre dunkle Farbe sind die Eier gut getarnt. Daraus schlüpfen die kleinen Rochen –  je nach Art – in vier bis 14 Monaten. 

Rochen-Steckbriefe

Der Teufelsrochen oder Mantarochen

Er ist der größte Rochen. Manta ist spanisch für „Große Decke“. Kein Wunder, denn er kann bis zu sieben Meter Flügelspannweite haben und bis zu zwei Tonnen wiegen. Also fast soviel wie zwei Kleinwagen! Mit seinen Flossen scheint erdurch die tropischen Ozeane zu fliegen. Er kann sogar aus dem Wasser springen und mit einem lauten Knall aufklatschen. Sieht echt cool aus – ist aber eher Verzweiflung: Meist quälen ihn kleine Fische, die sich gern an ihn dranheften. Durch das Herausspringen versucht der Manta, die lästigen Schmarotzer abzuschütteln.

Er bewohnt vor allem die Hochsee. Dort schwimmt er meist mit geöffnetem Maul, um möglichst viele kleine Krebse und Fischchen in sein Maul zu schaufeln. Ein eingebautes Sieb in seinen Kiemen hilft ihm dabei.

Erkennungszeichen sind seine Kopfflossen, die wie Hörner aussehen. Er hat keine Giftstachel.

Nachwuchs: Nur ein bis zwei Jungrochen. Die sind bei der Geburt schon bis zu 1,5 Meter breit und 10 Kilogramm schwer.

Der Stechrochen

lebt in warmen, flachen Gewässern. Der Amerikanische Stechrochen im Bild zum Beispiel im küstennahen Meer.

Stechrochen haben einen rautenförmigen Körperumriss mit breiten, flachen Brustflossen. Einige Arten können mehr als 1,5 Meter Spannweite erreichen. Der Süßwasserstachelrochen (auch Feuerflunder), der in europäischen Küstengewässern lebt, sogar 2,5 Meter!

Der Stechrochenschwanz sieht aus wie eine Peitsche und hat an seinem Ende scharfe, manchmal mit Widerhaken versehene Stacheln. Die sind sehr giftig! Damit kann er auch Menschen schmerzhafte Verletzungen zufügen. Er frisst Schalentiere, die er mit seinen stumpfen Zähnen knackt.

Du möchtest den Rochen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!