Schafe

Das große Määäääh

Du hörst ein langgezogenes Määääääää und du weißt sofort Bescheid: Das ist ein Schaf! Kein Wunder: Schafe gehören zu den bekanntesten Tieren, denn sie sind weltweit als Nutztiere verbreitet – und das bereit seit langer Zeit.

Aus wilden Ziegen und Schafen züchteten Menschen vor ungefähr 8.000 bis 13.000 Jahren die allerersten Haustiere. Dafür hatten sie gute Gründe: Ziegen geben viel Milch, Schafe auch noch Wolle und beide liefern Fleisch. Außerdem sind Schafe und Ziegen auch mal mit wenig Nahrung zufrieden, halten Hitze und Kälte aus und können leicht gezähmt werden. Und ihre Häufchen lassen sich praktischerweise noch als Dünger verwenden. Das sind ganz schön viele Vorteile auf einmal!

Je kälter die Heimat, desto größer die Hörner

Schafe gibt es fast überall auf der Welt, auch in kalten Regionen. Erstaunlich: Je kälter es ist, desto größer werden die Tiere und ihre Hörner – und desto heftiger die Kämpfe der Männchen. Die gehen während der Paarungszeit beim Kampf um die Weibchen mit gesenkten Köpfen aufeinander los. Und da sie sehr kräftig sind, kann es dabei auch schon mal Verletzte geben.

Wilde Schafe im Steckbrief

Meist werden Schafe in 5 Arten eingeteilt: das Wildschaf mit der Unterart Mufflon, das  Argali oder Riesenwildschaf, das Kamtschatka- oder Schneeschaf, das Dall-Schaf und das Dickhornschaf.

Das größte Schaf ist das männliche Argali oder Riesenwildschaf in der Mongolei und Tibet. Es wird bis zu 2 Meter groß und 180 Kilogramm schwer.

Die größten Hörner hat ebenfalls das Argali mit bis zu 1,90 Meter Länge.

Wo leben wilde Schafe? Die meisten leben in Gebirgen bis zu 6.000 Metern Höhe wie das Argali, manche auch in Wüsten wie das Dickhornschaf.

Und auf welchen Kontinenten? Wilde Schafe kommen in Asien (zum Beispiel im Himalaja) und in Nordamerika vor, außerdem im südöstlichen Europa.

Wie leben sie? Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs oft in Gruppen, die Männchen sind Einzelgänger oder bilden Junggesellengruppen. Nur zur Paarungszeit kommen die Männchen mit Weibchen zusammen.

Babys: Nach einer fünf- bis sechsmonatigen Tragzeit kommen meist im Frühling ein bis vier Jungtiere zur Welt.

Wie alt werden sie? Meist bis zu 13 Jahren.

Hausschafe

Erste Haustiere aus wilden Schafen wurden vermutlich im Vorderen Orient, etwa zwischen Libanon und dem Iran, gezüchtet – vor 8.000 bis 13.000 Jahren. Die Hausschafe stammen vermutlich von Wildschafen in Armenien, Turkmenistan und Iran ab.

Auf der Welt gibt es heute ungefähr eine Milliarde Hausschafe, die meisten in Asien, Australien und Neuseeland. Insgesamt gibt es rund 600 gezüchtete Hausschaf-Rassen auf der Welt. Allein in Deutschland leben mehr als 50 Rassen. 19 davon sind gefährdet.

Die Wolle der Schafe

Das Schaf half den Menschen, aus Wolle Kleidung herzustellen. Allerdings hatten die ersten Hausschafe noch keine richtige Wolle, nur im Winter feine wärmende Haare. Erst durch geschicktes Züchten entwickelten Hausschafe ein dauerhaftes Wollkleid.

Vor allem wegen ihrer Wolle werden Schafe auch heute gezüchtet. Einmal im Jahr, meist zwischen Frühjahr und Sommer, werden sie geschoren. Das macht ihnen nichts aus, denn die Wolle wächst bis zum Winter wieder nach. Im Durchschnitt liefert jedes Schaf je nach Rasse und Alter heute 3,5 Kilogramm Wolle im Jahr. Daraus lassen sich etwa 6 bis 8 Kinderpullover stricken. Wusstest du, dass Schafswollpullover auch dann wärmen, wenn sie nass sind?

Landschaften in Form fressen

Viele Landschaften bei uns werden von Schafen richtig gestaltet. Denn sie sorgen mit ihrem Trampeln und Fressen dafür, dass artenreiche Wiesen nicht verbuschen. So wie die Heid- und Moorschnucken in der Lüneburger Heide. Woanders sorgen Wanderschäfer mit ihren Herden dafür, dass Wiesenlandschaften nicht zuwuchern und artenreich bleiben.

Kluge Schafe?

Schafe können sich Gesichter merken – von Schafen und genauso von Menschen. Und sie können sie sogar nach zwei Jahren noch wiedererkennen. Das haben britische Forscher herausgefunden.

Sie sind auch clever genug, einen Zaun zu überwinden, wenn auf der anderen Seite der Weide ein Gemüsegarten köstliche Leckereien bietet.

Was der WWF tut

Manche Wildarten wie der Äthiopische Steinbock und einige Unterarten des Wildschafs sind heute gefährdet – durch Krankheiten, die von Haustieren übertragen werden, unkontrollierte Trophäenjagd ihrer Hörner wegen und Zerstörung ihres Lebensraumes. Deshalb hilft der WWF zum Beispiel im Kaukasus und in der Mongolei, den Lebensraum von Wildschafen und Wildziegen zu bewahren und sie vor Wilderern zu schützen. In Deutschland unterstützt der WWF außerdem die tiergerechte Haltung von Schafen und Ziegen auf Weiden.

Schon probiert?

Milch, Joghurt, Quark und Käse von Schafen ist köstlich – probier mal, möglichst aus ökologischer Weidewirtschaft mit Biosiegel.

Du möchtest den Wildschafen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!