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Schimpansen

Handwerker des Regenwaldes

Schimpansen und Bonobos sind mit uns Menschen näher verwandt als mit den anderen Menschenaffen Gorilla und Orang-Utan! Wahrscheinlich hatten alle drei die gleichen Vorfahren – vor etwa fünf bis sechs Millionen Jahren.

 Warum sich Mensch, Schimpanse und Bonobo seitdem so unterschiedlich entwickelten, wissen die Forscher noch nicht genau. Vermutlich haben sich die Menschenvorfahren besser an die baumfreie Savanne angepasst. Sie lernten aufrecht zu gehen und entwickelten ein größeres Gehirn. Unser Gehirn heute arbeitet auch etwa fünfmal schneller als das von Schimpansen. Deshalb hatten Wissenschaftler lange Zeit geglaubt, dass nur Menschen Werkzeuge benutzen oder herstellen können. Das aber ist falsch!

Die Werkzeuge der Schimpansen

Inzwischen wissen wir, dass auch Affen, besonders Schimpansen, Werkzeuge nutzen und sie sogar selber herstellen. Mit großem Erfindergeist! Sie benutzen bis zu 20 Werkzeuge wie Äste, um leckere Termiten aus Hügeln und Haufen zu angeln oder in Boden, Bäumen und Knochen nach Termiten, Honig, Harz oder Knochenmark zu bohren. Sie benutzen Blätter, um Wunden zu behandeln oder ihr Fell von Schmutz zu reinigen. Sie kauen Blätter so zu recht, um mit ihnen Wasser aus Baumlöchern zu schöpfen. Mit Steinen und Holz als Hammer und Amboss knacken sie sogar ganze Nüsse! 

Speisekarte und Affenapotheke

Schimpansen sind ganz schöne Leckermäuler: Auf ihrer Speisekarte stehen mindestens 200 Pflanzenarten. Sie futtern vor allem süße Früchte und knackige Nüsse, daneben frische Baumblätter sowie leckere Blätter und Kräuter von Bodenpflanzen. Schimpansen mögen auch Fleisch und fangen gelegentlich junge Paviane oder kleine Nager. Und zwischendurch Termiten, Ameisen, Raupen, Käfer und manchmal sogar Bienen. Schimpansen kennen sogar Heilpflanzen. Diese fressen sie, wenn ihnen übel ist oder sie Schmerzen haben. So haben sie ihre eigene Affenapotheke. Ganz schön schlau! Die Ältesten bringen es den Jungen bei.

Schimpansen-Steckbrief

Schimpansen werden bis zu 92 Zentimeter groß und 40 Kilogramm schwer. Es gibt vier Unterarten: Westafrikanischer Schimpanse, Zentralafrikanischer Schimpanse, Ostafrikanischer Schimpanse und Nigeria-Schimpanse. Sie alle leben in baumreicher Savanne und in tropischen Regenwäldern in Höhen bis zu 3.000 Meter. Insgesamt leben nur noch 172.000 bis 300.000 Schimpansen! Sie gelten als sehr gefährdet. Schimpansinnen werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif. Alle vier bis sechs Jahre bekommen sie nach gut sieben Monaten Schwangerschaft ein Junges, dass sie dann weitere sieben Monate auf dem Rücken tragen. Ganz schön anstrengend! Muttermilch kriegen die Kleinen drei Jahre lang. Bis sie richtig selbstständig werden, bleiben sie noch weitere Jahre bei ihrer Mutter. Sie werden in Freiheit bis zu 45 Jahre alt.

Du möchtest dem Schimpansen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!