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Schlangen in Deutschland

Siebte Art entdeckt

Überraschung: Wissenschaftler haben in Deutschland eine neue Schlangenart entdeckt. So etwas passiert sonst nur in entlegenen Regenwäldern. Sie heißt "Barren-Ringelnatter" und ist, der Name verrät es schon, ganz eng mit der Ringelnatter verwandt. Wir stellen dir die Neu-Entdeckung genau vor.

Mal ehrlich: Hast du Angst vor Schlangen? Ja? Dann geht es dir wie den meisten Menschen. Schlangen haben auch so gar nichts Nettes an sich – weder ein kuscheliges Fell noch sympathische Augen. Aber sie sind unglaublich faszinierende Tiere.

Schon den Urmenschen war die Schlange unheimlich: Ihr Biss konnte tödlich sein, meist war sie nachts unterwegs und im Winter verschwand sie sogar völlig. Erschien sie dann im Frühjahr wieder, häutete sie sich. So glaubte man, sie würde immer wieder neu geboren.

Aus diesem Grund gelten Schlangen schon seit frühester Zeit als Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Aber der Schlange wurden immer auch dämonische Kräfte nachgesagt. In vielen Büchern – von der Bibel bis zu Harry Potter (Nagiri!) – wurde sie zum Symbol des Bösen.

Zu Unrecht, denn sie sind als Beutegreifer sehr wichtig für eine intakte Umwelt. Und außerdem megaspannende Tiere, die für Menschen nur gefährlich werden, wenn sie sich durch ihn bedroht fühlen und sich verteidigen wollen.

Barren-Ringelnatter

Die Schlange hat auffällige schwarze Streifen und ist ungiftig. Sie kann bis zu 1,90 Meter lang werden, meist erreicht sie aber nur 1,20 bis 1,40 Meter.

Bislang hielt man die Barren-Ringelnatter für eine Unterart der Ringelnatter. Jetzt haben Forscher des Senckenberg-Instituts mit Kollegen aus anderen Ländern das Erbgut von mehr als 1.600 Ringelnattern untersucht. So haben sie festgestellt, dass sie sich unterscheiden und die Barren-Ringelnatter eine ganz eigene Art ist.

Die Barren-Ringelnatter kommt in England, Frankreich, den Benelux-Ländern, der Schweiz, Italien und dem westlichsten Deutschland vor. Die Ringelnatter lebt dafür eher im östlichen Deutschland und ist auch in Osteuropa, in der Türkei und bis nach Mittelasien verbreitet.

Spannend ist es da, wo beide Arten zusammenvorkommen, zum Beispiel im Rheingebiet. Beide Arten vermischen sich dort nur wenig miteinander. Auch das zeigt, dass es zwei verschiedenen Arten sind.

Die Barren-Ringelnatter hat aber ein wesentlich kleineres Verbreitungsgebiet als die Ringelnatter. Womöglich muss sie deshalb auch besser geschützt werden.

Ringelnatter

Die Ringelnatter ist die häufigste Schlange Deutschlands und wird im Durchschnitt auch 80 Zentimeter, manchmal aber auch bis zu 1,5 Meter lang. In der Uckermark kommt sie noch häufig vor. Aber auch in so manchem Garten kann sie auftauchen. Sie liebt nämlich Komposthaufen, in die sie gerne ihre etwa 30 bis 70 Eier legt, weil es da schön feucht und warm ist.

Nach etwa 10 Wochen schlüpfen die Jungen. Obwohl sie nur so groß wie ein Bleistift sind, futtern sie bereits Kaulquappen, später gerne junge Grasfrösche, erwachsen dann auch Kröten und Fische. Ringelnattern lieben feuchte Wiesen und Waldränder und können sehr gut schwimmen (Bild unten).

Kreuzotter

Die Kreuzotter ist die einzige weit verbreitete Giftschlange Deutschlands und sehr selten geworden. Auch in der Uckermark, eurem Young Panda-Projektgebiet, gibt es nur noch wenige Exemplare. Sie lebt von Europa bis Sibirien.

Ihr Name stammt von dem dunklen Zickzack-Band auf ihrem Rücken. Sie wird bis zu 80 Zentimeter lang. Der Kopf ist länglich-dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schnauze ist kurz und abgerundet. Ihre Pupillen bilden tagsüber einen senkrechten Schlitz.

Die Kreuzotter gehört zu den Vipern. Alle Schlangen dieser Familie sind giftig. Gefährlich ist sie nur für den, der sehr schwach oder krank ist. Trotzdem sollte jeder Gebissene rasch einen Arzt aufsuchen.

Sie lebt gern in Mooren, auf feuchten Wiesen mit vielen Büschen, auf Heideflächen, an Waldrändern und auf Waldlichtungen.

Kreuzottern legen keine Eier, sondern bringen im August etwa 6 bis 20 lebende Junge zur Welt.

Würfelnatter

Die Würfelnatter lebt bevorzugt in Uferregionen oder im Wasser, wo sie ihre Nahrung fängt (Fische). Es gibt vermutlich nur noch drei Vorkommen an den Flüssen Mosel, Nahe und Lahn. Sie wird bis zu einem Meter lang und hat eine undeutliche Würfelzeichnung auf dem Rücken.

Äskulapnatter, Glattnatter, Aspisviper

Die Äskulapnatter findest du im Zeichen von Apotheken. Da rankt sie sich um den Stab des römischen Heilgottes Äskulap und ist so seit über zwei Jahrtausenden ein Symbol für Heilkunde. Heute ist das bis 1,80 Meter lange Kriechtier nur noch in der Nähe von Passau und Schlangenbad bei Wiesbaden zu finden.

Die Glattnatter ist sehr selten, etwa 10 Tiere leben im Naturpark Uckermärkische Seen. Sie wird bis zu 75 Zentimeter lang und umschlingt wie alle Nattern ihre Opfer.

Die Aspisviper ist auch superselten, etwa 65 Zentimeter lang, giftig und der Kreuzotter ähnlich, hat aber einen breiteren Kopf. Sie ist  nur im Südschwarzwald zu finden.

Die Blindschleiche: Halt, stopp! Die sieht zwar so aus, ist aber keine Schlange, sondern eine beinlose, bis zu 45 Zentimeter lange Echse aus der Familie der Schleichen. Auch sie kriegt lebende Junge und hat meist eine silbern glänzende Haut.

Unser Tipp: Wenn du eine Schlange siehst

Bleib’ stehen und fasse sie nicht an. Beobachte sie ganz cool. Keine Schlange wird dich angreifen, wenn sie sich nicht bedroht fühlt. Aber Vorsicht, wenn du im Wald oder auf dem Feld Steine umdrehst oder auf Felsen kletterst: Wenn du dabei Schlangen aufstöberst, halte dich von ihnen fern! Und sollte dich wirklich eine Schlange beißen, gehe sofort zum Arzt.

Über Würgeschlangen und Giftschlangen weltweit liest du hier.

Du möchtest den Schlangen in Deutschland helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!