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Schlangen

Jäger ohne Arme und Beine

Versuche einmal zu Essen, ohne dabei Hände und Arme zur Hilfe zu nehmen. Dann merkst du, dass Schlangen es gar nicht so einfach haben und sich die Natur etwas Schlaues für sie ausgedacht haben muss. 

Schlangen gibt es seit über 100 Millionen Jahren auf der Erde. Man vermutet, dass sie von eidechsenähnlichen Reptilien abstammen.

In vielen Büchern – von der Bibel bis zu Harry Potter – wurde sie zum Symbol des Bösen. Zu Unrecht, denn sie sind als Beutegreifer sehr wichtig für eine intakte Umwelt. Und sie werden für Menschen nur dann gefährlich, wenn sie sich durch ihn bedroht fühlen und sich verteidigen wollen.

So spüren Schlangen ihre Beute auf

Alle Schlangen sind Jäger – obwohl sie keine Arme und Beine haben, meist nicht besonders gut sehen und auch noch schlecht hören. Trotzdem machen sie erfolgreiche Beute. Denn sie spüren die kleinsten Bodenerschütterungen ihrer Beuteitere – zum Beispiel die von hoppelnden Hasen. 

Vor allem aber wittern Schlangen die Duftspur ihrer Beutetiere. Mit ihrer gespaltenen Zunge und einem speziellen Organ, das im Gaumen liegt, „schmecken“ sie den Duft des Opfers und folgen ihm. Deshalb lassen Schlangen auch so oft ihre Zunge aus dem Maul schnellen. 

Außerdem können sie mit Wärmesensoren an den Augen oder an den Lippen infrarote Strahlung warmblütiger Tiere wahrnehmen. Besonders nachts, wenn der Unterschied zwischen Umgebungs- und Körpertemperatur noch größer ist als tagsüber. Daran können sie auch erkennen, wie groß ihr Beutetier ist.

Weil sie auf dem Bauch kriechen, sind sie außerdem nahezu lautlos. So perfekt ausgerüstet können sie auch bestens im Dunkeln jagen. 

Mahlzeit!

Ihre Beute erlegen Schlangen entweder durch einen Biss ihrer giftigen Zähne oder mit der Kraft ihres Körpers – wie die Würgeschlangen. Die sind auch meist sehr groß. Sie umschlingen ihre Beute und drücken zu. Dann können sie ihren Unterkiefer ausklappen, ihr Maul bis auf etwa einen Meter Durchmesser weit ausdehnen und so sogar ein Wildschwein verschlingen. Dabei dehnt sich ihr ganzer Körper wie ein Luftballon aus. 

Mehr über die Würgeschlange Boa constrictor erfährst du hier.

Gift ist manchmal ganz schön gut

Wer nicht die Kraft einer Riesenschlange hat, dem helfen Giftzähne bei der Jagd. Ein rascher Biss hindert schnelle Beutetiere am Weglaufen. Das Gift ist zugleich für die Schlange eine Art Verdauungssaft, der hilft, fette Mahlzeiten zu zersetzen – und ein prima Schutz gegen Angreifer. 

Schlangengift hilft auch uns Menschen bei Krankheiten. Daraus werden nämlich viele Medikamente hergestellt – etwa gegen Asthma, Gelenkentzündungen oder starke Schmerzen. 

Wer ist die Größte?

Eine Pythonschlange von der indonesischen Insel Java, im Januar 2004 gefangen: Sie war 14,85 Meter lang und wog 447 Kilogramm. Pythons gehören zur Familie der meist bis zu 9 Meter langen Riesenschlangen, die auf allen tropischen Kontinenten zu Hause sind.

Wer sind die Giftigsten?

Den ersten Platz weltweit teilen sich die südostasiatische Königskobra (bis zu 6 Meter) und der australische Taipan (bis zu 4 Meter). Sie sind zugleich die Größten unter den Giftigsten. Ein einziger Biss des braunschwarzen, bis 4 Meter langen Taipan könnte 250.000 Mäuse töten. Und die Königskobra besitzt so viel Gift, dass ihr Biss auch Menschen umbringen kann. Glücklicherweise fliehen beide aber in der Regel lieber vor uns Menschen – wie die meisten Schlangen.

Auch hier in Deutschland gibt es Schlangen. Die einen gefährlich, die anderen harmlos. Welche genau und wie du dich verhalten solltest, erfährst du hier.

Du möchtest den Schlangen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!